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Mehrjähriges Gemüse

Gemüse selber ziehen macht Spaß, aber auch Mühe. Hobbygärtner, die zwar ernten, aber wenig Arbeit haben und wenig Geld ausgeben wollen, haben mit mehrjährigem Gemüse Freude. Einmal gesät, kann viele Jahre geerntet werden.

Wir stellen 12 mehrjährige Gemüsepflanzen vor.

Wilde Rauke

Die wilde Rauke (Diplotaxis tenuifolia) ist die mehrjährige Variante von Rucola (Eruca vesicaria ssp. sativa). Wilde Rauke ist winterhart und sät sich von alleine aus. Ihre Blätter schmecken intensiver als die des Rucola. Die Pflanze ist an einem sonnigen bis halbschattigen Standort nahezu unverwüstlich und braucht als einzige Pflegemaßnahme nur gelegentliches Gießen. Für Salatfans hat Wilde Rauke zwei Vorteile: Sie wächst um so besser je mehr sie geschnitten wird und Schnecken mögen die bitteren Blätter nicht.

Topanimbur

Auf den ersten Blick ist Topanimbur (Helianthus tuberosus) eine schöne, gelb blühende und sehr pflegeleichte Pflanze für den Hausgarten. Wer die Pflanze ausgräbt, entdeckt, dass sie aus kartoffelgroßen Knollen treibt. Diese sind essbar und galten sogar lange Zeit als Grundnahrungsmittel.

Topanimbur ist sehr pflegeleicht. Die Pflanze treibt so stark aus, dass sie bald zur Plage werden kann. Daher solltest du Topanimbur entweder im Kübel pflanzen oder um die Pflanze eine Wurzelsperre anbringen. Topanimbur wächst an sonnigen Standorten, am liebsten in einem lockeren, leicht sandigen Boden. Topanimbur treibt jedes Frühjahr neu aus und ist sehr frostfest. Geerntet werden die Knollen ab dem Herbst und den ganzen Winter über.

Rhabarber

Bis zu acht Jahre kann Rhabarber (Rheum rhabarbarum) an einem Standort wachsen. Die Pflanze braucht einen lockeren humosen Boden und einen sonnigen Standort. Da die Blätter im Herbst einziehen, ist kein Winterschutz für die Pflanze nötig. Ungeduldige können Rhabarber im Frühjahr mit einem kleinen Trick zum schnellen Austreiben bringen. Einfach einen Topf über die Pflanze stülpen. Ab dem 24. Juni darf Rhabarber nicht mehr geerntet werden, da ab dann der Oxalgehalt in den Blättern steigt.

Knollenziest

Der aus Asien stammende Knollenziest (Stachys affinis) ist bei uns noch relativ unbekannt. Dabei sind die Knollen der Pflanze sehr wohlschmeckend und die Pflanze sehr pflegeleicht. Knollenziest erinnert im Geschmack an Artischocken. Im Herbst werden die Knollen geerntet. Dabei solltest du nur so viel Knollen ausgraben, wie du verwenden möchtest, da sie sich nur schlecht lagern lassen. In der Erde bleiben sie aber frisch und können den ganzen Winter über geerntet werden, wenn der Boden nicht gefroren ist. Vergessene Knollen treiben im Frühjahr neu aus. Knollenziest braucht einen sonnigen Standort und lockere Erde.

Baumtomate

Die Baumtomate (Solanum betaceum), oder auch Tamarillo genannt, hat mit der Tomate nur den Namen gemeinsam. Zwar ähneln die Früchte denen von Tomaten, im Geschmack unterscheiden sie sich jedoch erheblich, denn die Früchte der Baumtomate schmecken ähnlich wie Pflaumen (Prunus domestica). Baumtomaten werden bis zu vier Jahre alt. Da die Pflanzen nicht winterhart sind, müssen sie im Haus überwintert werden.

Bärlauch

Bärlauch (Allium ursinum) kann bereits ab März geerntet werden. Sein Geschmack erinnert an den von Knoblauch. Bärlauch lässt sich so vielfältig in der Küche verwenden, dass man nicht genug von ihm haben kann. Es lohnt sich daher, Bärlauch im Garten anzupflanzen. Bärlauch kann bis zur Blüte geerntet werden. Danach ziert er als pflegeleichter Bodendecker schattige und feuchte Gartenbereiche. Vorsicht Verwechslungsgefahr! Die Blätter des Bärlauchs und die von Maiglöckchen ähneln einander sehr. Daher auf den Geruch der Blätter achten, denn der Geruch von Bärlauch ist sehr intensiv.

Erdmandel

Die Erdmandel ist bei uns noch relativ unbekannt. Sie stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, ist aber auch bei uns, geschützt unter einer dicken Mulchschicht, winterhart. Erdmandeln bilden bis zu 60 Zentimeter hohe Horste und bildet Ausläufer, an denen die Knollen sitzen.

Diese Knollen schmecken süß und können als Ersatz von Nüssen von Menschen mit einer Nussallergie verwendet werden. Die Knollen bleiben im Winter im Boden und treiben im Frühjahr wieder aus. Erdmandeln benötigen einen lockeren, leicht sandigen Boden und eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit, um gut wachsen zu können. Geerntet werden die Knollen im Herbst. Dazu werden die Horste mit der Grabgabel aus der Erde gehoben und die Knollen geerntet. Doch Vorsicht: Erdmandeln breiten sich in milden Gegenden stark aus. Daher entweder eine Wurzelsperre setzen oder in einem Topf kultivieren.

Ewiger Kohl

Seinen Namen hat sich der Ewige Kohl (oleracea var. Ramosa) verdient. Denn die Pflanze ist nicht nur mehrjährig, sondern die Blätter des Ewigen Kohls lassen sich auch fast das ganze Jahr über ernten. Nur im Winter bei starkem Frost solltest du der Pflanze eine kleine Pause gönnen. Die mehrjährige Pflanze benötigt einen sonnigen bis halbschattigen Standort und als Starkzehrer einen nährstoffreichen Boden.

Artischocken

Die dekorativen Artischocken (Cynara scolymus) werden bis zu sieben Jahre alt. Allerdings sind die wärmeliebenden Pflanzen nicht sicher winterhart. In milden Gegenden können die Pflanzen abgeschnitten und mit einer mindestens 20 Zentimeter hohen Schicht aus Laub vor Frost geschützt werden. In kalten Gegenden sollten die Pflanzen im Winter ausgegraben und an einen frostfreien Platz gebracht werden. Artischocken brauchen einen sonnigen, geschützten Standort und einen durchlässigen Boden.

Luftzwiebeln

Luftzwiebeln (Allium x proliferum ,syn. Allium cepa var. proliferum), oder auch Etagenzwiebeln genannt, verdanken ihren Namen ihrem außergewöhnlichen Wuchs. Die Pflanze blüht nicht, sondern bildet am oberen Ende des Stängels kleine Brutzwiebeln, also in der „Luft“ oder in der zweiten „Etage“. Das junge Grün der Etagenzwiebel kann man den ganzen Sommer über ernten. Dies solltest du aber nicht zu übermäßig tun, denn auch die Brutzwiebeln können geerntet werden. Außerdem kannst du sie im Herbst einpflanzen, um junge Pflanzen zu gewinnen. Etagenzwiebeln lieben einen sonnigen bis halbschattigen Standort und einen lockeren, humosen Standort. Die Luftzwiebeln sind pflegeleicht und vollkommen winterhart.

Sauerampfer

Sauerampfer (Rumex acetosa) lässt sich vielseitig in der Küche verwenden. Die Blätter können kleingeschnitten zum Verfeinern von Salaten oder Kräuterquark verwendet oder wie Spinat zubereitet werden. Das Wildgemüse enthält viel Vitamin C, allerdings auch viel Oxalsäure und Kaliumhydrogenoxolat. Daher sollte nicht zu viel roher Sauerampfer verzehrt werden. Wenn du das Wildgemüse im Garten anbauen willst, achte auf eine Wurzelsperre oder pflanze den Sauerampfer besser in einen Topf, da er sich leicht ausbreitet und wegen seiner langen Wurzeln kaum gejätet werden kann. Für den Garten ist daher zum Beispiel der Blut-Sauerampfer oder Französische Ampfer besser geeignet.

Meerrettich

Meerrettich (Armoracia rusticana) bildet lange, weiße Wurzeln, die sehr scharf schmecken. Die winterharte Staude wächst sehr ausladend. Ihr Aroma entwickelt sie am besten auf humosen Böden und an einem sonnigen Standort. Geerntet werden die Wurzeln ab November. Sie können den ganzen Winter an frostfreien Tagen aus dem Boden geholt werden. Da sich aus jedem im Boden verbleibenden Wurzelstück eine neue Pflanze entwickelt, muss der Standort von Meerrettich gut geplant werden. Meerrettich daher am Rand eines Beets oder mit einer Wurzelsperre anbauen.

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Diese Gartenideen wurden verfasst von der Redaktion freudengarten.


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