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Maiglöckchen

Zart und anmutig steht das Maiglöckchen (Convallaria majalis) am Waldrand. Der wunderbare Duft schwebt der kleinen Schönheit schon meilenweit voraus und verkündet überall: Der Frühling ist da!

Allgemeines

Das Maiglöckchen (Convallaria majalis) ist eine Pflanze aus der Familie der Maiglöckchengewächse (Convallariaceae). Es gilt als Symbol für Liebe und Glück und wird auch Marienblume genannt. Die Blätter sind dunkelgrün und elliptisch bis breit lanzettlich geschnitten. Sie erreicht eine Höhe von 20 bis 25 cm. Der zarte Frühlingsblüher ist in allen Pflanzenteilen sehr giftig. Die mehrjährige Staude darf nicht wild gepflückt werden, da sie unter Naturschutz steht.

Standort und Boden

Das Maiglöckchen kommt von Europa bis Westasien in Laub- und Mischwäldern, aber auch auf Wiesen vor. Es bevorzugt lichtschattige Standorte mit mäßig trockenen bis frischen, lockeren Böden. Bei der Wahl eines geeigneten Standortes solltest du beachten, je sonniger, desto mehr Feuchtigkeit benötigt die Staude. Im Garten kann sie gut als Unterpflanzung von Bäumen oder größeren, höheren Stauden verwendet werden. Sandige bis lehmige Böden sind gut für die Kultivierung geeignet, außerdem ist das Maiglöckchen gut Kalkverträglich.

Pflanzen und pflegen

Pflanzen kannst du Maiglöckchen am Besten im Frühjahr oder Herbst. Wenn du keinen Garten hast, aber trotzdem nicht auf die duftende Staude verzichten möchtest, greife einfach auf einen Kübel oder ein größeres Pflanzgefäß zurück. Darin fühlen sich die Marienblumen ebenfalls wohl. Sie sollten gelegentlich mit Kompost gedüngt werden. Bei zu starkem Wuchs können Pflanzenteile einfach mit dem Spaten abgestochen und entfernt werden. Diese entfernten Teile kannst du zur Vermehrung benutzen. Dazu entfernst du alle alten und holzig aussehenden Stücke, dann kannst du den Rest an einer neuen Stelle im Garten oder in ein Gefäß verpflanzen.

Blüte

Von Mai bis Juni zeigen sich kleine weiße glockenförmige Blütentrauben, die stark lieblich duften. Ab Juli/August bis in den Herbst bilden sich leuchtend rote Beeren. Vorsicht bei Kindern: die Beeren sind, wie alle Pflanzenteile, hochgiftig und können durch ihr Aussehen zum Naschen verführen.

Für Bienen

Maiglöckchen sind beliebte Pflanzen bei Bienen. Sie bilden allerdings keinen Nektar, sondern saftreiches Gewebe zur Anlockung. Werden die weißen Frühjahrsblüher allerdings nicht durch Insekten bestäubt, können sie durch Selbstbefruchtung trotzdem Samen ausbilden.

Vermehrung und Aussaat

Sie können ganz einfach durch das Abtrennen von Ausläufern vermehrt werden. Am besten eignet sich dazu die Zeit ab Juni/Juli bis in den Herbst. Dazu werden Wurzeln ausgegraben, Ausläufer bzw. Wurzelstücke mit einer Schaufel oder Spaten abgetrennt und an einer anderen Stelle im Garten oder in ein Gefäß wieder eingepflanzt.

Natürlich kann man Maiglöckchen auch durch Aussaat vermehren. Das ist allerdings etwas schwieriger da die Samen eine Keimhemmung haben, die durch eine Kältephase überwunden werden muss. Deshalb wird im Freiland im Herbst ausgesät, so bekommen die Samen durch den Winter ihren natürlichen Kältereiz. Du kannst aber auch im Frühjahr aussähen, dafür legst du das Saatgut vorher für einige Wochen in den Kühlschrank. Dieses kann selbst gewonnen werden.

In den Früchten, die ab August auftreten, kommen ein bis fünf Samen pro Beere vor. Sobald diese eine leuchtend rote Farbe haben sind die Samen reif. Entfernst du die fleischige Hülle, hälst du drei bis vier Millimeter große, hellbraune Samen in den Händen.

Allerdings brauchen vegetativ (durch Aussaat) vermehrte Pflanzen länger bis zur ersten Blüte, als generativ (durch Teilung, Stecklinge,..) vermehrte.

Krankheiten und Schädlinge

Grundsätzlich ist das Maiglöckchen eine sehr robuste Pflanze, dennoch gibt es einige Krankheiten die immer wieder auftreten können.

Der Rostpilz (Puccinia sessilis var. sessilis) kann immer wieder vorkommen, dabei zeigen sich gelbliche bis rostrote Flecken an den Blättern. Selten tritt Grauschimmel (Botrytis cinerea) auf. Zur Bekämpfung werden alle erkrankten Pflanzenteile entfernt und vernichtet. Am besten diese verbrennen oder in den Restmüll geben, nicht auf den Kompost, da sich der Pilz sonst weiter im Garten ausbreitet. Benutzte Gartengeräte solltest du reinigen. Botrytis kann durch kaliumreiche Düngung vorgebeugt werden.

Tritt Lochfraß an den Blättern auf und es sitzen sechs bis acht Milimeter große, leuchtend rote Käfer auf den Blättern, handelt es sich um das Lilienhähnchen. Diese können per Hand abgesammelt werden. Danach die Pflanzen mit Wasser abspülen, um auch die Larven an den Blattunterseiten los zu werden.

Sorten

  • Die Sorte 'Grandiflora' weist besonders große Blüten auf.
  • 'Plena' ist eine seltene Sorte mit sehr schönen weiß-gefüllten Blüten.
  • 'Rosea' ist eine Besonderheit. Sie blüht zart hellrosa.
  • Auch gibt es einige Sorten wie 'Striata' und 'Hofheim' mit panaschierten (grün-weiß gestreiften) Blättern.

Giftigkeit

Dieser wunderschöne Frühjahrsblüher ist in allen Pflanzenteilen giftig. Vor allem die Blüten, Samen und die jungen Blätter enthalten in großen Mengen Digitalisgykoside. Typische Vergiftungserscheinungen sind Übelkeit und Erbrechen. Ab einem Verzehr von fünf Beeren wird eine Giftentfernung empfohlen.

Ohne Blüte kann das Maiglöckchen mit Bärlauch verwechselt werden. Deshalb solltest du beim Bärlauch sammeln, neben dem typischen Knoblauchgeruch, auch immer gut auf die Blattform achtgeben. Außerdem wachsen Maiglöckchen immer paarweise am Stängel. Bärlauchpflanzen dagegen kommen immer nur einzeln aus dem Boden.

Autorin: Sophia Och, B. Sc. Gartenbau

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Über die Autorin: Sophia Och, B. SC. Gartenbau

Mein Name ist Sophia Och. Ich habe Gartenbau in Freising an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf studiert. Meine freie Zeit verbringe ich am liebsten draußen umgeben von Grün. Neben meinem "beruflichen" Interesse an Pflanzen, bin ich selbst leidenschaftliche Hobbygärtnerin und versuche mich immer wieder gerne an Urban Gardening.


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