MAGAZIN

Artischocken anbauen

Dass die Artischocke als mediterrane Pflanze eine Diva bei der Pflege ist, tut ihrer Beleibtheit keinen Abbruch. Zu attraktiv sind die Blüten und zu lecker die Knospen, um nicht einen Anbau im eigenen Garten zu versuchen.

Artischocken erfreuen sich steigender Beliebtheit. Auch wenn der Anbau etwas schwieriger ist, macht es Spaß, Artischocken in den Garten zu pflanzen. Die Mühe wird belohnt, da Artischocken mehrjährig sind und bis zu vier Jahre im Garten wachsen.

Artischocken sind bei Feinschmeckern und gesundheitsbewußten Genießern gleichermaßen beliebt. Sie sollen cholesterinsenkend und verdauungsfördernd wirken.

Allgemeines

Artischocken (Cynara scolymus) gehören zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die Pflanzen stammen aus dem Mittelmeerraum und werden dort seit dem ersten Jahrhundert angebaut.

Artischocken Pflanzen werden an günstigen Standorten bis zu 200 Zentimeter hoch und fast ebenso breit. Sie haben große, grau-silbrige Blätter, die an den Unterseiten behaart sind. Ab August bilden sich große Knospen mit festen Hüllblättern und dem dicken Blütenboden. Wenn sich die Knospen öffnen, zeigen sich viele violette Röhrenblüten, die betörend duften. Wer die Artischockenherzen essen möchte, muss die Knospen abschneiden, bevor sich die Knospen öffnen.

Artischocken aussäen

Artischocken können bereits ab Mitte Januar im Haus oder beheizten Gewächshaus vorgezogen werden. Und so geht es:

  • Samen eine Nacht in Wasser vorquellen lassen
  • Drei bis vier Samen in einen Anzuchttopf geben und mit Erde bedecken oder Samen in eine Anzuchtschale streuen
  • Die Saatschalen bzw. Töpfe entweder in ein Zimmergewächshaus stellen oder mit durchsichtiger Folie abdecken
  • An ein helles Fenster bei etwa 20 Grad stellen
  • Nach zwei bis drei Wochen keimen die Samen
  • Gehen in den Anzuchttöpfen mehr als ein Samen auf, nur den kräftigsten Keimling stehen lassen. Wenn die Keimlinge in den Saatschalen mehr als vier Blätter haben, werden sie in kleine Blumentöpfe gepflanzt

Mitte Mai können die Pflanzen, wenn sie eine Höhe von etwa 10 Zentimeter erreicht haben, in ein Beet mit lockerer, humusreicher Erde gepflanzt werden. Der Pflanzabstand muss 150 mal 60 Zentimeter betragen.

Bei der Aussaat direkt ins Beet blühen Artischocken nicht im ersten Jahr. Die Aussaat kann ab Ende April erfolgen.

Standort und Boden

Die wärmeliebenden Pflanzen benötigen einen vollsonnigen, windgeschützten und warmen Standort. Besonders gut geeignet sind Standorte vor einer Mauer oder einer Hecke. Wichtig ist, dass der Boden durchlässig ist, um Staunässe zu vermeiden. Dies ist vor allem im Winter problematisch.

Der Boden muss nährstoffreich sein, damit die Pflanzen ihre großen Blätter, Blüten und Früchte entwickeln können. Den Boden daher vor dem Pflanzen der Artischocken reichlich mit bis zu fünf Liter Kompost pro Quadratmeter mit Humus düngen.

Artischocken pflegen

Artischocken verzeihen als Distelgewächse zwar kurze Trockenphasen, brauchen aber regelmäßiges Gießen, um sich gut zu entwickeln. Während der Vegetationsphase die Pflanzen zwei Mal mit Kompost nachdüngen. Mehrjährige Artischocken-Sorten bilden im ersten Jahr nur wenige, kleine Blütenköpfe. Um im zweiten Jahr in den Genuss größerer Blütenknospen zu kommen, ist daher ein guter Winterschutz nötig.

Sind die Pflanzen vier Jahre alt oder älter, bilden sie immer weniger Blüten. Dann entweder neu ansäen oder die Pflanzen teilen.

Artischocken überwintern

Artischocken vertragen Temperaturen von minus 10 Grad, allerdings nur für kurze Zeit und bei gutem Winterschutz. In milden Gegenden, wie zum Beispiel Weinanbaugebieten, können die Pflanzen daher im Garten überwintern. In rauen Gegenden empfiehlt es sich, Artischocken im Haus zu überwintern.

  • Im Freien überwintern Alle Blätter abschneiden oder zusammenbinden. Gerade im ersten Winter muss die Artischocke gut geschützt werden. Dazu rund um die Artischocke einen Hasenzaun ziehen und diesen mit Laub und Stroh füllen. Alternativ kannst du auch einen mit Laub und Stroh gefüllten Weidekorb umgekehrt über die Pflanze stülpen. Damit dieser nicht von Winterwinden verweht wird, auf jeden Fall mit Heringen oder ähnlichem gut im Boden verankern. Artischocken aber auf keinen Fall mit Folie oder Plastikeimern bedecken, da sie darunter zu faulen beginnen. Nach dem ersten Winter sind die Artischocken-Pflanzen widerstandsfähiger gegenüber Frost. Es ist dann ausreichend, die Pflanzen mit einer dicken Schicht Laub vor der Kälte zu schützen.

  • Im Haus überwintern Wer in rauem Klima wohnt, sollte seine Artischocke lieber auspflanzen und in Kisten mit feuchtem Sand betten. Diese dann an einem möglichst kühlen, aber frostfreien Ort überwintern.

Ende April wird der Frostschutz entfernt bzw. die Pflanzen wieder ins Beet gepflanzt.

Artischocken im Topf

Klingt an sich nach einer guten Idee: Artischocken im Pflanzkübel anpflanzen, um die Pflanzen im Winter an einen frostfreien Platz zu bringen. Leider schätzen die Pflanzen als Tiefwurzler die Kultivierung in einem Pflanzgefäß gar nicht und entwickeln sich nicht gut. Daher lieber im Herbst die Wurzeln ausgraben und im Sandbett an einem frostfreien Ort überwintern.

Artischocken und Beetnachbarn

Artischocken können sehr hoch und breit werden, daher muss ein entsprechend großer Abstand zu anderen Pflanzen eingehalten werden. Wenn die Pflanzen noch kleiner sind, kann der Platz zum Anbau von Salat, Radieschen, Fenchel oder anderen schnell wachsenden Gemüsesorten genutzt werden.

Artischocken ernten

Artischocken bilden im ersten Jahr erst etwa ab September Blüten. Ältere Pflanzen bilden bereits ab Juli die ersten Knospen.

Zum Ernten für die Küche werden die Knospen geerntet, solange sie geschlossen sind und die Blütenblätter noch eng anliegen. Die Spitzen der Blütenblätter dürfen sich noch nicht braun färben. Wenn sich die Blüte öffnet, ist es zu spät, um die Knospe noch zu essen. Der Blütenboden wird dann ungenießbar.

Zuerst immer die oberste Knospe ernten. Artischocken zum Verzehr werden etwa 10 Zentimeter unterhalb der Blüte geschnitten, Artischocken für die Vase so tief wie möglich.

Artischocken in der Küche

Die Zubereitung von Artischocken ist denkbar einfach. Den Stiel der Artischocke herausbrechen und nur die Knospen 30 Minuten lang in Salzwasser kochen – fertig. Dann die Blätter abziehen und das „dicke Ende“ abknabbern. Noch besser schmeckt das, wenn die Blätter in eine Vinaigrette aus Balsamico-Essig und Olivenöl getaucht werden. Wenn alle Blätter entfernt sind, findet sich im Inneren da so genannte Heu der Artischocke. Dieses wegschneiden, um an das Herz und den Boden der Blüte zu gelangen. Dazu passt entweder auch eine Vinaigrette oder eine Knoblauch-Mayonnaise.

Artischocken aufbewahren

Artischocken können bis zu einer Woche im Kühlschrank aufbewahrt werden. Den Stiel unbedingt an der Knospe lassen, er dient als Feuchtigkeitsspeicher. Artischocken in ein feuchtes Tuch einschlagen und in eine Plastiktüte stecken.

Artischocken als Dekoration

Die Blüten der Artischocken sind eine wunderschöne Dekoration für das Zimmer. Getrocknet verlieren die Röhrenblüten zwar die Farbe, sehen aber dennoch noch sehr attraktiv aus.

Artischocken und Bienen

Artischocken duften wunderbar. Dieser Meinung sind nicht nur Menschen, sondern vor allem Bienen, Hummeln und andere Insekten, die zahlreich von dem Duft angelockt werden.

Krankheiten und Schädlinge

Blattläuse machen sich gern über die jungen Blätter der Artischocken her. Junge Pflanzen sind auch gelegentlich Opfer hungriger Schnecken.

Sorten

Wer in einer Region mit kalten Wintern lebt, kann einjährige Sorten der Artischocke ziehen, um das Problem des Überwinterns zu vermeiden.

Frostempfindliche Sorten, die sich nur für milde Regionen, wie zum Beispiel Weinbaugebiete eignen sind, „Orlando“, „Große von Laon“, Violetta Chioggia, die kleine Blüten hat und relativ unempfindlich gegenüber Frost ist oder „Green Globe“ mit großen Blüten.

Mit einjährigen Sorten musst du dich nicht um das Problem der Überwinterung sorgen. Wähle zwischen den Sorten „Vert de Provence“, die schnell wächst und kleine Blüten bildet, und „Vert Globe“ oder „Imperial Star“. Obwohl sie einjährig sind, bilden sie bereits im ersten Jahr viele Blüten.

Auch noch interessant:

Diese Gartenidee wurde verfasst von der Redaktion freudengarten.


Hat dir der Artikel gefallen? Dann teile ihn auf den sozialen Netzwerken. Vielen Dank!

Möchtest du über die neuesten Gartentrends auf dem Laufenden bleiben? Dann trage unten deine E-Mail-Adresse ein und abonniere den Newsletter.

TEILEN:

DAS KÖNNTE DIR AUCH GEFALLEN


Es wurden noch keine Kommentare verfasst.

Copyright © 2016. Freudengarten.

ANMELDUNG NOTWENDIG

Bitte logge Dich ein um fortzufahren

LOGIN

REGISTRIEREN