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Natürliche Nisthilfen für Wildbienen

Wildbienen brauchen neben bienenfreundlichen Pflanzen Platz zum Nisten. Statt eines Insektenhotels kannst du auch einen natürlichen Lebensraum für Wildbienen schaffen. Hier 6 Ideen, wie du Wildbienen unterstützen kannst.

Wildbienen erfüllen als Bestäuber eine wichtige Funktion. So fliegen sie früher im Jahr aus als die Honigbienen und bestäuben Blüten besonders effektiv. Leider nimmt die Zahl der Wildbienen immer mehr ab. Neben bienenfreundlichen Pflanzen brauchen die kleinen Brummer vor allem einen geeigneten Lebensraum und passende Nistmöglichkeiten.

Dabei ist das Insektenhotel nicht immer die erste Wahl, sondern oft ungeeignet, da die Materialien oder deren Anordnung so sind, dass sie Wildbienen keinen geeigneten Nistplatz bieten. Zwar kann man selbst, zum Beispiel aus markhaltigen Stängeln, ein Insektenhotel bauen. Viele Bienenfreunde vergessen aber den „Zimmerservice“. Insektenhotels müssen, wie Nistkästen auch, gereinigt werden, das heißt zum Beispiel, dass defekte Halme entsorgt und durch neue ersetzt werden müssen. Wer diesen Aufwand scheut, kann Wildbienen dennoch helfen. Am einfachsten geht das, indem du deinen Garten so gestaltest, dass Wildbienen natürliche Nistplätze und -hilfen finden.

1. Das Baumaterial

Wildbienen sind fleißige Baumeister, die sich ihr Nest selbst bauen. Doch ohne Baumaterial kann auch keine Nisthöhle gebaut werden. Je nach Art brauchen Wildbienen jeweils anderes Material. Daher sollte dein Garten von jedem etwas anbieten. Wildbienen brauchen zum Beispiel:

  • Sand und Lehm Am besten feuchter Lehm oder Sand ist der Baustoff aus dem einige Bienen ihre Nisthöhle bauen.

  • Harz Laubbäume, Kiefern und manchmal auch Tannen sind Lieferanten für Harz

  • Blütenblätter, Laubblätter, Blatthaare Wildbienen polstern ihre Nisthöhlen mit Stücken aus Blütenblättern aus. Die zarten Blütenblätter vom Klatschmohn (Papaver), vom Storchschnabel (Geranium) oder von der https://freudengarten.de/show/911/rundblattrige-glockenblume-pflanzen-pflegen-vermehren (Campanula rotundifolia) sind besonders beliebt. Gerne werden auch zum Beispiel von den Blättern des Sonnenröschens (Helianthemum), der Luzerne (Medicago sativa), der Wolfsmilch (Euphorbia) oder der Weinrebe (Vitis) Teile herausgeschnitten. Auch Pflanzenhaare werden von Bienen gern zum Auspolstern der Nisthöhlen verwendet. Beliebt sind zum Beispiel Strohblumen (Helichrysum), Deutscher Ziest (Stachys germanica), Woll-Ziest (Stachys byzantina), Lichtnelke (Lychnis coronaria) oder Flockenblumen (Centaurea spec.).

2. Nistplatz Erde

Drei Viertel der Wildbienen nisten in der Erde. Die jeweiligen Arten der Bienen brauchen aber interschiedliche Bodenbeschaffenheiten. Einige nisten in Steilwänden und weichen jetzt auf Weinberge mit Lößwänden aus. Viele brauchen offene, wenig bewachsene Sandflächen. Im Garten lässt sich das im Kleinen nachbilden.

Du kannst zum Beispiel

  • eine Grasnarbe ausstechen und den Platz mit Sand auffüllen

  • Sand an einem Baum aufschichten

  • ein Hochbeet mit Sand auffüllen oder, bei wenig Platz, einen großen Eimer oder Blumenkasten.

Wichtig ist ein sonniger, geschützter Platz. Die Nistplätze solltest du von Bewuchs frei halten.

3. Markstängel

Einige Wildbienen, wie die Maskenbiene und die Schwarze oder die Blaue Keulenhornbiene, nisten in den Markstängeln von Sträuchern oder Stauden. An einer Bruch- oder Schnittstelle nagen sie einen Gang für ihr Nest in das Pflanzenmark. Besonders beliebt bei Wildbienen sind Brombeeren, Himbeeren, Heckenrosen, Königskerzen, Disteln, Sonnenblumen, Herzgespann oder Holunder. Damit die Wildbienen die Stängel nutzen können, solltest du Stauden nicht bodennah abschneiden, sondern stehen lassen. Bienen akzeptieren nur einzelne, senkrecht stehende Stängel. Es nützt also nichts (oder nur wenig), sie abzuschneiden, sie zu bündeln und waagrecht anzubringen. Du kannst aber Stängel dieser Pflanzen abschneiden und über den Winter trocknen lassen. Sie sollten einen Durchmesser von etwa einem halben bis einen Zentimeter haben. Im nächsten Frühjahr kannst du einzelne Stängel senkrecht zum Beispiel am Zaun, an einer Wand oder an einem Balkongeländer befestigen. Die Stängel sollten auch von unten zugänglich sein, da manche Bienen auch von unten ihr Nest bauen.

Wichtig: Die Stängel müssen mindestens ein Jahr stehen bleiben. Denn es dauert en Jahr bis sich die Brut entwickelt und schlüpft.

4. Totholz

Einige Wildbienen, wie zum Beispiel die Blattschneidebiene, die Holzbiene oder die Pelzbiene, haben sich auf mürbes Totholz als Nistplatz spezialisiert. Die Holzbienen nagen sich ihren Gang in das Holz, während andere Wildbienenarten die Gänge nutzen, die Käfer gefressen haben. Feuchtes Holz ist als Nistplatz ungeeignet. Holz, das an sonnigen Plätzen der Sonne ausgesetzt ist, wird mürbe und ist die ideale Kinderstube für Bienen. Am liebsten sind den Bienen morsche Äste an Bäumen oder komplett morsche Bäume. Dies kannst du nachahmen, indem du mindestens 10 Zentimeter dicke, morsche Äste oder Stämme an einem sonnigen Platz senkrecht aufstellst. Stämme solltest du dabei möglichst geschützt und auf Steinen oder Sand aufstellen, damit das Totholz möglichst lange als Lebensraum genutzt werden kann. Bienen schätzen aber auch morsche Balken von Schuppen oder Pergolen. Auch Holzstapel an einer sonnigen Stelle werden gern angenommen. Musste bei dir im Garten ein Baum gefällt werden, lasse so viel wie möglich vom Stamm stehen.

5. Hohlräume

Andere Wildbienenarten nisten in Hohlräumen oder Hängen, die andere Insekten gegraben haben. Diese besiedeln quer liegende Pflanzenstängel, verlassene Gänge von Käfern im Holz oder Spalten in Trockenmauern. Aber auch leere Schneckenhäuser sind als Nistplatz beliebt.

Wichtig: Die Scheckenhäuser müssen am Boden liegen. Schneckenhäuser, die in einem Schneckenhotel liegen, werden nicht akzeptiert.

6. Steine

Einige wenige Wildbienenarten errichten Nistbauten an rauen Gesteinsoberflächen. Für diese Bienen sind Findlinge, Gesteinsbrocken oder Natursteinmauern wichtig.

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Diese Gartenideen wurden verfasst von der Redaktion freudengarten.

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