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Blackbox Gardening

Blumen, die sich selbst aussäen, füllen Lücken im Blumenbeet, ohne dass du damit Arbeit hast und verhindern Unkraut. Wir verraten die 16 besten Pflanzen für das Black Box Gardening und geben Tipps zu Standort und Boden.

Wenn sich Blühstauden statt Unkraut im Garten breit machen, freut sich der Gärtner. Denn der Garten wird pflegeleichter und sieht zudem sehr schön aus. Das Schließen von Lücken im Blumenbeet klappt mit Blumen, die sich selbst aussäen. Diese Art des Gärtnerns, wenn sich bestimmte Pflanzen selbst im Garten ausbreiten dürfen, nennt man „Blackbox Gardening“. Denn was sich in der Erde, der „Black Box“, so genau befindet, zeigt sich erst im nächsten Frühjahr, wenn die Pflanzen keimen. Eine gewisse Freude an Überraschungen musst du also mitbringen.

Konzept für einen Garten mit versamenden Pflanzen

Ok, Konzept klingt etwas hochgestochen, wenn du in deinem Garten sich selbst aussäende Blumen ansiedeln möchtest. Gemeint ist damit lediglich, dass du dir Gedanken machen solltest, wie deine Blumenbeete künftig aussehen sollten. Überlege also, welche Gartenvagabunden gut zu deinen Pflanzen, die du jetzt schon im Beet hast, passen würden und ob der Standort für deine ausgewählten versamenden Pflanzen passend ist. Denn schließlich werden nur die Pflanzen sich durchsetzen, die sich in deinem Garten wohl fühlen.

Bist du der richtige Gartentyp für Blackbox Gardening?

Alle Gartenbesitzer, die es sehr ordentlich in ihrem Garten haben wollen und etwas Chaos im Blumenbeet nicht leiden können, rate ich, die Finger von den Gartenvagabunden zu lassen. Wer sich aber an wechselnden Gartenbildern freut, neugierig auf die Veränderungen im Garten und bereit ist, die Beete ein wenig sich selbst zu überlassen, ist genau der richtige Gartentyp. Aber auch faule Gärtner, die ohne viel Aufwand mehr Blumen im Beet und weniger Arbeit mit Unkrautjäten haben wollen, sollten die ersten Gartenvagabunden in ihren Garten pflanzen. Ebenso ist das Blackbox Gardening für Gartenbesitzer mit kleinem Geldbeutel eine ideale Möglichkeit der Gartengestaltung.

Pflegeleichter Garten mit Blackbox Gardening

Sicher kennst du das auch: Unkraut – oder genau genommen Wildkräuter – breiten sich dort aus, wo immer sie ein freies Plätzchen im Beet finden. Und Lücken gibt es immer im einem Blumenbeet: Manche Pflanzen ziehen nach der Blüte ein, wie zum Beispiel das Tränende Herz. Andere Pflanzen entwickeln sich nicht wie gewünscht oder es hat im Winter Ausfälle gegeben. Diese freien Flächen nehmen schnell Wildkräuter ein, wenn nicht in der Erde schon die Konkurrenz der gewollten Blühpflanzen liegt, die sich im Garten von alleine ausbreiten dürfen. Diese Pflanzen, die als so genannte „Gartenvagabunden“ bekannt sind, keimen und wachsen am besten an den Plätzen, an denen sie sich am wohlsten fühlen, weil sie die besten Standortbedingungen vorfinden. Damit sind diese robusten Blühpflanzen echte Konkurrenz für unerwünschte Wildkräuter.

Weitere Vorteile des Blackbox Gardenings

Ein weiteres Plus der Gartenvagabunden ist ein lebendiger Garten, der jedes Jahr mit neuen Pflanzenbildern überrascht, und wegen des geringen Pflegeaufwands den Gartenbesitzern Zeit lässt, den Garten zu genießen. Außerdem sparst du Geld, weil du keine Pflanzen zum Schließen der Lücken im Beet kaufen musst.

Tipps, damit sich Gartenvagabunden in deinem Garten ausbreiten

Lasse die Blütenstiele nach der Blüte stehen, damit die Samen ausreifen können

Wenn du die Verbreitung der Gartenvagabunden fördern willst, entnehme die ausgereiften Samenstände und verteile die Samen an anderen Stellen im Garten

Bessere Startbedingungen zum Keimen haben die Samen, wenn du die Erde in den kommenden Wochen feucht hältst.

16 geeignete Pflanzen für das Black Box Gardening

  1. Die Akelei (Aquilegia) verwandelt den Garten im Frühjahr mit ihren Blüten in einen zauberhaften Feengarten. Die Staude ist eine typische Vertreterin für die Gartenvagabunden, da sie sich schnell im Garten ausbreitet. Falls sie überhandnimmt, kannst du ihre Samenstände entfernen, bevor die Samen ausreifen.

  2. Der Lerchensporn (Corydalis pumila) wächst an schattigen, eher feuchten Plätzen. Die Pflanze mit den hübschen gelben Blüten hat bald alle Wildkräuter verdrängt.

  3. Es gibt eine Vielzahl an Arten und Sorten des Zierlauchs. Neben den imposanten Blütenkugeln haben die Pflanzen gemeinsam, dass sich ihre Zwiebeln am richtigen Standort reichlich vermehren. Die Pflanzen möchten einen sonnigen Standort und benötigen einen durchlässigen Boden.

  4. Das orangerot blühende Habichtskraut (Hieracium aurantiacum) hält Trockenperioden locker aus, da es nach dem ersten Regenguss wieder neu austreibt. Die Pflanze blüht von Mai bis September. Das Habichtkraut breitet sich schnell durch Samen und Ausläufer aus, auch an besonders heißen und sonnigen Standorten, an denen andere Pflanzen keine Chance mehr gaben. Die Pflanze ist also ideal als Bodendecker für extreme Standorte. Das Habichtskraut ist wertvoll für Bienen und Vögel, die die Samen fressen.

  5. Die Spornblume (Centranthus ruber) ist eine besonders robuste Staude, die auch an extrem heißen und sonnigen Standorten ihre rosafarbenen oder manchmal weißen Blüten öffnet. Die feinen Samen werden vom Wind in andere Teile des Gartens verweht.

  6. Der zweijährige Fingerhut (Digitalis) breitet sich schnell im Garten aus. Sein langer Blütenstand mit den vielen Einzelblüten setzt helle Akzente an halbschattigen Standorten auf eher feuchten, humosen Böden. Wegen seiner Giftigkeit sollte Digitalis nicht in Gärten gepflanzt werden, in denen Kinder spielen.

  7. Die Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare) treibt sich gern an immer neuen Standorten im Garten herum – auch im Rasen. Der Vorteil der Wiesenmargerite, auf die die Bienen fliegen, ist, dass ihre Blüten immer wieder für die Vase geschnitten werden können – sie treibt brav neue Blüten. Die Wiesenmargerite verträgt sonnige, aber nicht sehr trockene Standorte.

  8. Die Jungfer im Grünen (Nigella) mit ihren filigranen Blättern und den leuchtend blauen Blüten breitet sich gern an sonnigen Standorten aus.

  9. Die Ringelblume mit ihren leuchtend gelben oder orangefarbenen Blüten, die von Juni bis Oktober blühen, ist ein besonders zuverlässiger Gartenvagabund. Sie wächst am liebsten an sonnigen Standorten und auf nicht zu feuchten Böden. Aus den Blütenblättern lässt sich eine heilende Ringelblütensalbe herstellen.

  10. Wer gerne abends im Freien sitzt, freut sich an den gelben Blüten der Nachtkerze (Oenothera), die sich erst in der Dämmerung öffnen. Die Pflanze ist zweijährig und blüht von Juni bis in den Spätsommer. Sie leibt einen warmen, sonnigen Standort und einen mageren Boden.

  11. Stockrosen (Alcea) sind typische Blumen für einen Cottage-Garten. Die Pflanzen mit den langen Blütenstängeln stehen gern geschützt vor einer Wand, Hecke oder einem Zaun. Die zweijährigen Pflanzen finden sich meistens an sonnigen, aber auch an schattigen Standorten.

  12. Duftkörbchen (Cosmea) sind wunderschön zarte Blumen, die von Juli bis in den Herbst den Garten verzaubern. Die schalenförmigen Blüten blühen in Weiß, Rosa bis hin zu Rot. Kosmeen wachsen an sonnigen Standorten und in frischer bis feuchter Erde am besten.

  13. An sonnigen und heißen Standorten, an denen andere Pflanzen nicht mehr wachsen wollen, bedeckt die Walzen-Wolfsmilch (Euphorbia myrsinites) noch tapfer den Boden. Die spulenförmigen Triebe sehen sehr attraktiv aus. Die Blüten sind unscheinbar, werden aber gern von Bienen besucht.

  14. Die kleinen Hornveilchen (Viola cornuta) samen sich immer wieder von alleine aus und erfreuen schon im zeitigen Frühjahr mit ihren kleinen Blüten. Die meisten Sorten haben ihre Hauptblüte im Frühjahr und eine zweite Blüte im Herbst. Hornveilchen wachsen am besten an sonnigen oder halbschattigen Standorten in einem lockeren, humosen Boden.

  15. Frauenmantel (Alchemilla) ist ein hübscher Bodendecker mit hübschen, gelben Blüten. Frauenmäntel sind anspruchslos was den Standort betrifft. Nur schattige Standorte mögen die meisten Arten dieser Pflanze nicht. Sie bevorzugen durchlässige, nährstoffreiche Böden, akzeptieren aber auch andere Bodenverhältnisse.

  16. Witwenblumen (Knautia) blühen meist in Purpur oder Lila, es gibt mittlerweile aber auch weiß blühende Sorten. Witwenblumen haben eine lange Blühdauer von Juli bis September und ihre kleinen Blüten sitzen an langen Stängeln. Witwenblumen brauchen einen sonnigen bis absonnigen Standort und stellen an den Boden keine besonderen Ansprüche. Die Blüten werden gern von Schmetterlingen und anderen Insekten besucht.

Gärtnern (fast) von alleine

Auch wenn du mit den Gartenvagabunden, die sich im Garten selbst ihr Plätzchen suchen, viel Zeit sparst, musst du manchmal doch korrigierend eingreifen. Manche Blumen fühlen sich nämlich besonders wohl oder sind sehr durchsetzungsstark. Wenn du mehreren Arten eine Chance geben willst, musst du einige dieser Pflanzen entweder jäten oder ihre Verbreitung eindämmen, indem du ihre Samenstände entfernst.

Auch noch interessant:

Foto Habichstkraut: Brigitte Werner auf Pixabay

Diese Gartenideen wurden verfasst von der Redaktion freudengarten.


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