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Gurken vorziehen

Gurken anbauen geht so einfach, dass sich auch Gartenanfänger daran wagen können. Und mit den schnell wachsenden Pflänzchen steigt auch die Vorfreude auf eine reiche Gurken Ernte.

Gurken sind das ideale Sommergemüse: sie sind saftig, schmecken frisch und sind ideal als ein kleiner Snack zwischendurch. Außerdem lassen sie sich schnell als saure Gurken haltbar machen. Alles Gründe, um Gurken im Garten oder auf dem Balkon selbst anzubauen. Natürlich kannst du auch Salat-Gurken in der Gärtnerei kaufen. Da das selber Vorziehen von Gurken aber so einfach geht, kannst du sie selber aussäen.

Im Haus vorziehen oder gleich ins Freiland Garten säen?

Das Vorziehen von Gurken auf der Fensterbank oder im Gewächshaus bietet mehrere Vorteile. Vorgezogene Pflanzen blühen früher, setzen daher auch früher Früchte an, so dass du bald im Jahr Gurken ernten kannst. Bei der Aussaat im Freiland verschiebt sich der Erntezeitpunkt auf den Spätsommer. Ferner sind die Jungpflanzen auch vor gefräßigen Schnecken, unerwarteten Kälteinbrüchen und schlechtem Wetter geschützt.

Wann ist der richtige Zeitpunkt zur Aussaat?

Ab Mitte April können Gurken im Haus oder im Gewächshaus ausgesät werden. Die ideale Temperatur liegt bei 20 bis 25 Grad. Im Freiland liegt der Zeitpunkt zur Aussaat zwischen Mitte Mai und Mitte Juni.

Welche Kriterien für die Auswahl der geeigneten Gurkensorte gibt es?

Bei der Auswahl der richtigen Gurkensorte spielt der Standort der Gurken während des Sommers eine wichtige Rolle. Daneben gibt es die Unterscheidung zwischen F1-Hybriden und samenechten Gurken. Die F1-Hybrid-Sorten sind nahezu bitterstofffrei. Außerdem sind die Pfalnzen, die aus F1-Hybriden entstehen, widerstandsfähiger gegenüber Pilzkrankheiten. Dennoch haben die F1-Hybriden auch Nachteile. Während du aus den Samen von Früchten, die aus samenfestem Saatgut entstanden sind, im nächsten Jahr wieder Pflanzen mit denselben Eigenschaften heranziehen kannst, treten bei F1-Hybriden die genetischen Eigenschaften dieser Pflanzen in den verschiedensten Variationen zutage. Das bedeutet, dass du aus den Pflanzen, die aus F1-Hybriden entstanden sind, zwar Saatgut für die nächste Gartensaison gewinnen kannst, die daraus wachsenden Pflanzen aber ganz andere Eigenschaften haben können.

Fürs Gewächshaus sind vor allem Treibgurken geeignet. Von diesen gibt es Salatgurken, wie zum Beispiel die Sorten ‚Eiffel‘ und ‚Dominica‘, Midigurken und Snackgurken wie ‘Iznik’ oder ‘Picolino’. Alle Sorten für das Gewächshaus sind meist F1-Hybriden.

Die Sorten fürs Freiland sind robuster und tragen kleinere Früchte. Samenechte Sorten sind zum Beispiel die Salatgurken ‚Johann‘, ‚Hoffmanns Giganta‘ Oder ‚Chinesische Schlangen‘, sowie die Einlegegurke ‘Vorgebirgstrauben’ oder die Universalsorte ‘Delikateß’. Wer auf farbliche Abwechslung steht, kann auch die weiße Sorte ‘White Wonder’, die runde weiße ‘Kristallapfelgurke’, oder die gelbe Sorte ‘Lemon’ oder ‘Riesenschäl’ anbauen. Die letztere ist übrigens eine Schälgurke mit besonders großen Früchten, die bis zu drei Kilogramm auf die Waage bringen können. Diese Gurken werden geschält, die Kerne entfernt und entweder in Eintöpfen oder für Senfgurken verarbeitet.

Was benötige ich, um Gurken vorzuziehen?

Neben Gurkensamen brauchst du zum Vorziehen auf der Fensterbank Saattöpfe oder Saatschalen, Anzuchterde und Klarsichtfolie oder eine andere Möglichkeit, die Saatschalen anfangs abzudecken. Ganz bequem geht das natürlich mit einem Zimmergewächshaus, du kannst dir aber auch Folienabdeckungen selber basteln. Wenn du nur wenige Pflanzen vorziehen willst, kannst du über die Saattöpfchen auch Gläser stülpen. Wenn du die Gurkensamen vor der Aussaat einen Tag lang in Wasser legst, keimen sie schneller.

Wie säe ich Gurken im Haus richtig aus?

So klappt es mit der Aussaat:

  • In kleine Pflanztöpfe Aussaaterde füllen
  • In jeden Topf zwei bis drei Gurkensamen etwa drei Zentimeter tief hinein stecken und mit Erde bedecken
  • Erde mit zimmerwarmen Wasser gut angießen
  • Die Töpfe mit Folie, einer Abdeckhause oder einem Glas abdecken und an ein sonnige Südfenster stellen
  • Die Keimtemperatur von Gurken liegt bei 20 Grad. Achte darauf, dass es den Gurken die Fensterbank nicht zu kalt ist, denn oft stellt das Fensterbrett eine Kältebrücke dar. Dann die Töpfe entweder auf eine dicke Schicht von isolierenden Zeitungen oder auf eine Heizmatte stellen
  • Die Erde feucht, aber nicht nass halten
  • Täglich die Abdeckung zum Lüften abnehmen, um Schimmelbildung zu vermeiden

Nach ein bis zwei Wochen keimen die Samen. Dann die Abdeckung abnehmen und weiter darauf achten, dass die Erde nicht austrocknet. Nur den stärksten Keimling in einem Topf stehen lassen und die anderen entfernen. Die Pflänzchen nach Möglichkeit etwas kühler stellen. Wenn du die Samen in einer Saatschale angesät hast, musst du die Pflanzen pikieren, wenn sie eine Höhe von 10 Zentimetern erreicht haben. An schönen Tagen kannst du die Gurkenpflanzen zum Abhärten in den Garten oder auf den Balkon stellen. Die pralle Sonne solltest du allerdings meiden. Nach den Eisheiligen Mitte Mai können die Gurken ins Freiland gepflanzt werden.

Tipp: Die Pflanztöpfchen nur zur Hälfte mit Erde füllen. Wenn der Keimling so groß geworden ist, dass seine Blätter über den Rand des Blumentopfs hinausragen, den Topf bis zum Rand mit Erde auffüllen. Die Pflanzen wachsen so kompakter und entwickeln nochmals Wurzeln, so genannte Adventivwurzeln

Jungpflanzen ins Beet auspflanzen

Gurken zählen zu den Starkzehrern. Das heißt, dass sie eine ordentliche Portion an Nährstoffen benötigen, um eine Vielzahl an Gurken produzieren zu können. Bevor du die Jungpflanzen ins Beet, egal ob ins Freiland oder Gewächshaus, pflanzst, solltest du pro Quadratmeter fünf Liter Kompost oder Stallmist in die Erde einarbeiten. Trotzdem müssen die Gurken während der Haupterntezeit noch mit einem organischen Flüssigdünger versorgt werden.

Der Standort für Gurken im Freiland sollte sonnig sein.

Standort für Gewächshausgurken

Gurken sind sehr empfindlich bei Zugluft. Gurken daher nicht neben Türen oder Abzugslüftungen pflanzen. Auch vor der prallen Mittagssonne sollten die Pflanzen geschützt werden. Als Schattenspender eignen sich andere Pflanzen, wie zum Beispiel Tomaten oder Schattiernetze.

Gurken ins Freiland säen

Ab Mitte Mai kannst du Gurkensamen direkt ins Freiland säen. Vor der Aussaat den Boden mit Kompost, Hornspänen oder Stallmist anreichern. Dann drei Samen im Abstand von 30 bis 60 Zentimetern etwa drei Zentimeter tief in den Boden stecken und mit Erde bedecken. Die Erde in den kommenden Wochen feucht halten. Damit die Temperatur des Bodens nicht so stark schwankt, empfiehlt sich eine Abdeckung mit Folie.

Wenn die Samen gekeimt sind, pro Pflanzloch nur den kräftigsten Keimling stehen lassen. Weiter gut gießen, die Pflanzen aber nicht zu nass halten. Wenn du die Gurken an Rankgerüsten wachsen lassen möchtest, rechtzeitig das Rankgitter neben den Pflanzen in die Erde stecken, um die Pflanzen nicht zu verletzen.

Gurkenpflanzen kaufen statt selber ziehen

Im Handel werden auch veredelte Gurken angeboten. Als Unterlage dienen Kürbis-Sämlinge. Diese haben besonders robuste Wurzeln und sind gegenüber Pilzkrankheiten besonders widerstandfähig.

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