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Tiere im Teich

Ein Teich zieht viele Lebewesen an. Das macht auch den Reiz eines Teichs aus, die Tiere im Teich zu beobachten. Damit sich Tiere wohl fühlen, muss der Teich verschiedene Zonen bieten und naturnah gestaltet sein.

Kaum steigen im Frühjahr die Temperaturen, tummeln sich viele Tier im Teich. Hier ein Überblick über die häufigsten Tiere.

Insekten, Schnecken und Larven

  • Stechmückenlarven Diese kleinen Teichbewohner sind wohl am meisten gefürchtet. Die kleinen, hellen, länglichen Larven hängen unter der Wasseroberfläche und tauchen schnell zappelnd ab, wenn Gefahr droht. Aber auch wenn viele Menschen glauben, dass bei einem Gartenteich sich eine Mückenplage im Garten entwickelt, so trifft diese Befürchtung nicht zu. Denn die Larven werden im Teich sehr schnell von anderen Teichbewohnern gefressen. Viel leichter können sich Stechmückenlarven zum Beispiel in Regentonnen oder Topfuntersetzern, in denen Wasser steht, vermehren.

  • Seerosenblattkäfer Ebenfalls ein unbeliebter Teichbewohner, zumindest bei Freunden von Seerosen. Dieser Käfer nagt gerne an den Seerosenblättern, die dann unansehnliche braune Flecken bekommen. Seerosenkäfer legen ihre Eier an den Blättern von Wasserpflanzen ab.

  • Wasserläufer Kein Teich ohne Wasserläufer. Diese Insekten sausen auf ihren weit gespreizten Beinen blitzschnell über die Wasseroberfläche, um sich kleine Insekten, die ins Wasser gefallen sind, zu erbeuten und erfüllen so die Funktion einer kleinen Wasserpolizei. Die Beine der Insekten sind mit wasserabstoßenden Haaren besetzt, die ein Versinken der Tiere verhindern. Die Ruderbewegungen der kräftigen Mittelbeine treiben die länglichen Tier bis zu 60 Zentimeter mit einem Schlag voran. Die Hinterbeine dienen als Ruder. Wasserläufer finden sich vor allem an pflanzenreichen und windstillen Teichen ein.

  • Rückenschwimmer Bei den Rückenschwimmern handelt es sich um Wasserwanzen und sind leicht daran zu erkennen, dass sie – wie es der Name verrät – am Rücken schwimmen. Die Rückenschwimmer sind gewandte Schwimmer und können lange unter Wasser bleiben, dank ihres Luftvorrats, der am Bauch von einer Haarreihe gehalten sowie unter den Flügeln und an der Brust transportiert wird. Die Insekten sind gefräßige Räuber, die nicht nur ins Wasser gefallene Insekten erbeuten, sondern diese auch vom Boden aufjagen. Aber auch Amphibienlarven und Jungfische sind vor den Rückenschwimmern nicht sicher. Rückenschwimmer stechen ihre Opfer mit dem Rüssel, der an der Körperunterseite ist, an und saugen sie aus. Rückenschwimmer überwintern versteckt zwischen den Wasserpflanzen im Gartenteich.

  • Gelbrandkäfer Gelbrandkäfer sind leicht an den gelbgesäumten schwarz-braunen Flügeldecken zu erkennen. Gelbrandkäfer haben eine strömungsgünstige Form, so dass sich die Jäger im Teich schnell fortbewegen können. Die Tiere finden sich im wahrsten Sinne des Wortes über Nacht am Teich an, die sie sich dann auf die Suche nach neuen Gewässern machen. Die Weibchen legen zwischen 500 und 1000 Eier in Stängel und Blätter von Wasserpflanzen ab. Aus ihnen entwickeln sich die Larven, die noch gefräßiger als die Käfer sind und alle Wassertiere, die sie greifen und überwältigen können, verspeisen.

  • Posthornschnecken Anders als die Schnecken im Beet erfüllen die Posthornschnecken eine wichtige Funktion im Teich, da sie das organische Material von Pflanzen- und Tierresten vertilgen.

  • Spitzschlammschnecken Spitzschlammschnecken kriechen oft auf einem Schleimband direkt unter der Wasseroberfläche. Spitzschlammschnecken fressen den Algenbelag von Steinen oder von Wasserpflanzen, gelegentlich aber auch Laich und Aas.

  • Libellen Libellen legen ihre Eier im Teich ab, je nach Art entweder an Pflanzteile, in den Uferschlamm oder einfach ins Wasser. Aus den Eiern entwickeln sich die räuberischen Libellenlarven, die bis zu drei Jahren im Wasser leben und sich bis zu 15 Mal häuten. Danach wandeln sie sich zur so genannten Imago und klettern an Pflanzenstängeln aus dem Wasser heraus. Libellenlarven sind Räuber, die auch vor Jungfischen und Kaulquappen nicht Halt machen.

Frösche und Molche

Jeder natürlich angelegte Gartenteich wird Frösche und Lurche anziehen. Bereits ab Februar kommen die ersten Tiere zur Eiablage in den Teich. Aus den Eiern schlüpfen Kaulquappen, die sich im Laufe von Wochen zu kleinen Fröschen bzw. Molchen entwickeln. Frösche können durch ihr teilweise sehr lautes Quaken auch lästig sein. Dennoch sind sie sehr nützliche Teichbewohner, die Schädlinge im Teich fressen.

Kröten

Kröten laichen nur im Teich, leben ansonsten aber an Land. Die Tiere sind sehr nützlich, da sie viele Schädlinge, sogar auch Nacktschnecken, vertilgen.

Fische

Wer Amphibien in seinem Garten einen Lebensraum bieten möchte, sollte auf Fische besser verzichten, denn diese gefräßigen Wasserbewohner fressen sowohl den Laich auch als die Kaulquappen. Außerdem reichern Fische durch ihre Ausscheidungen das Wasser so sehr mit Nährstoffen an, dass sich fast immer Eintrübungen durch Algen entwickeln. Wenn du dennoch Fische im Teich haben möchte, sollte ihnen Möglichkeiten zum Verstecken bieten. Hier bieten sich wieder Unterwasserpflanzen an, aber auch ein alter Tontopf, der im Teich bald Patina ansetzt und nicht auffällt, ist ein gutes Versteck für Fische.

Gestaltung eines tierfreundlichen Teichs

In einem naturnahen Teich fühlen sich viele Tiere wohl. Darauf solltet Ihr achten, wenn sich Frosch und Co bei Euch wohl fühlen sollen.

  • Wasserhöhe variieren Frösche und Amphibien möchten sich gern verstecken. Eine dicht bewachsene Flachwasserzone bietet den Tieren viele Möglichkeiten, um geschützt am Wasser zu sitzen. Ein Stein am Teichrand ist bei den wärmeliebenden Fröschen auch ein beliebter Platz zum Sonnen und Aufwärmen.

Aber auch andere Tiere im Garten wissen eine Flachwasserzone am Teich zu schätzen. So können Igel, Vögel und andere Tiere ohne Gefahr am Teich trinken. Vögel nutzen die Flachwasserzone gerne zum Baden. Falls eine Flachwasserzone nicht möglich ist, bietet eine Ausstieghilfe an. Dies kann ein Brett oder eine dekorative Wurzel sein, die ins Wasser ragt, damit Tiere, die ins Wasser fallen, sich retten können.

Nach der Flachwasserzone sollte der Teich in weiteren Stufen bis zu seinem tiefsten Punkt abfallen. Die Stufen bieten die Möglichkeit, Wasserpflanzen in den verschiedenen Wassertiefen anzusiedeln.

  • Tiefe des Teichs Viele Tiere, wie zum Beispiel der kleine Wasserfrosch, einige Exemplare des Teichfroschs und des Grasfroschs, sowie Libellenlarven und andere Insekten überwintern im Schlamm am Boden des Gartenteichs. Damit die Tiere nicht ersticken, ist es wichtig, dass der Teich nicht bis zum Boden durchfriert. Dazu ist eine Tiefe von etwa 80 Zentimetern erforderlich.

  • Wasserpflanzen Pflanze am besten verschiedene Wasserpflanzen, damit sich die Tiere in und am Teich gut verstecken können. Sie dienen als Laichplatz, geben Sauerstoff ab und verbrauchen Nährstoffe, so dass sich die Wasserqualität verbessert. so dass sich Seerosenblätter bieten Schatten und verhindern, dass sich das Wasser im Teich im Sommer zu sehr erhitzt. Libellen benötigen lange Halme, an denen sie aus dem Wasser klettern können, um sich zu häuten. Wunderschön, wenn Du die Gelegenheit hast, dies zu beobachten.

  • Unterwasserpflanzen In tieferen Wasserszonen dürfen Unterwasserpflanzen nicht fehlen, in denen sich Kaulquappen verstecken können. Welche Unterwasserpflanzen nicht nur wichtig für die Tiere im Wasser, sondern auch für klares Wasser im Teich sind, lest Ihr hier.

  • Gartengestaltung rund um den Teich Nicht alle Frösche überwintern im Teich, sondern viele Exemplare verbringen wie Molche und Kröten den Wintern in Verstecken rund um den Gartenteich. Laub, Totholz, lose Steine, Reisig, Nistkästen und dichte Bewachsung bieten ideale Winterquartiere für Amphibien. Wichtig ist es auch, den Garten im Frühjahr nicht zu bald vom alten Laub zu befreien.

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Fotos:

Diese Gartenideen wurden verfasst von der Redaktion freudengarten.


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