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Zimmerpflanzen vermehren – so einfach geht es!

Viele Zimmerpflanzen lassen sich einfach durch Ableger vermehren. Wir stellen 11 Zimmerpflanzen vor, die du selber ziehen kannst und nicht mehr kaufen musst.

Zimmerpflanzen geben jedem Raum ein Wohlfühlambiente. Und wer erst einmal der Zimmerpflanzenliebe verfallen ist, möchte oft noch mehr Zimmerpflanzen. Statt Zimmerpflanzen zu kaufen, kannst du viele von ihnen leicht vermehren. Das spart nicht nur Geld, sondern schont auch die Umwelt, da die Pflanzen nicht gezogen und transportiert werden müssen.

Hier 10 Zimmerpflanzen, die du ganz leicht vermehren kannst.

1. Efeutute vermehren

Die Efeutute (Epipremnum aureum)

ist eine Zimmerpflanze mit dekorativen Blättern, die meist eine weiße Blattzeichnung haben. Die Pflanzen stammen aus Südostasien und erklimmen dort hohe Baumriesen, an deren Rinde sie sich mit ihren Luftwurzeln festhalten. Efeututen sind pflegeleichte Zimmerpflanzen. Sie wachsen am besten in gleichmäßig feuchtem Substrat, verzeihen aber auch, wenn du sie längere Zeit vergisst zu gießen. Die Ranken der Efeututen werden sehr lang und verzweigen sich nicht. Daher müssen sie oft zurückgeschnitten werden. Die abgeschnittenen Triebe kannst du als Efeututen Ableger verwenden. Am besten pflanzst du mehrere Triebe in einen Topf, damit die Pflanze buschiger aussieht.

Schneide von der Efeutute Triebe mit mindestens zwei Knoten. Entferne die unteren Blätter und stecke sie in ein Glas mit Wasser. Es bilden sich bald Wurzeln. Wenn diese etwa zwei Zentimeter lang sind, kannst du die Stecklinge einpflanzen. Du kannst die abgeschnittenen Triebe auch gleich in einen Topf mit Erde stecken. Damit die Pflanzen Wurzeln schlagen, ist es wichtig, die Erde gleichmäßig feucht zu halten. Eine ausführliche Anleitung zum Vermehren von Efeututen findest du hier.

2. Bogenhanf vermehren

Der Bogenhanf (Sanseveria) ist eine sehr pflegeleichte und robuste Zimmerpflanze. Da sie viele Pflegefehler verzeiht, ist sie die ideale Pflanze für Anfänger. Längere Trockenphasen nimmt sie klaglos hin und lässt sich auch in dunklere Zimmerecken verbannen, auch wenn ihr ein heller Standort lieber ist. Nur Staunässe verträgt die Sanseverie nicht, von der es viele Arten und Sorten gibt.

Der Bogenhanf lässt sich am leichtesten durch Teilen vermehren. Am besten nimmst du beim Umtopfen ein Rhizom als Bogenhanf Ableger ab. Nimm´ den Wurzelballen aus dem Pflanztopf und trenne einen oder mehrere Rhizome mit der Hand oder mit dem Messer ab. Pflanze die Rhizome in einen Pflanztopf mit durchlässigem Substrat. Wichtig ist, dass der Pflanztopf ein Abflussloch hat, damit keine Staunässe entsteht.

Wenn du geduldig bist, kannst du Bogenhanf auch über Blattstecklinge vermehren. Schneide ein oder mehrere Blätter einer Sanseveria ab und lasse sie einige Tage auf dem Fensterbrett trocknen. Stecke die Blätter dann bis zu einem Drittel in einen Blumentopf und halte die Erde feucht, bis sich Wurzeln bilden. Dies kann mehrere Wochen dauern. Eine genaue Anleitung zum Bogenhanf Vermehren findest du hier.

3. Strahlenaralie / Schefflera vermehren

Die Strahlenaralie (Schefflera arboricola) oder Schefflera hat strahlenförmig angeordnete Blätter. Sie ist eine sehr pflegeleichte Zimmerpflanze, die schnell wächst. Schefflera wächst in dunkleren Zimmerecken, verträgt aber auch einen hellen Standort, nur die pralle Sonne nicht. Die Strahlenaralie verzweigt sich kaum und ist wegen ihres schlanken Wuchses auch für Zimmerecken geeignet. Am besten wächst die Schefflera, wenn die Erde gleichmäßig feucht ist. Staunässe muss unbedingt vermieden werden. Da die Schefflera sehr schnell wächst, muss sie häufig zurechtgestutzt werden. Die abgeschnittenen Triebe kannst du als Schefflera Ableger verwenden.

Schefflera lassen sich durch Kopfstecklinge oder Stammstecklinge vermehren. Ein Stammsteckling ist ein Stück aus dem verholzten Stamm, ein Kopfsteckling die Triebspitze eines jungen, noch nicht verholzten Triebs. Egal, ob du einen Stamm- oder einen Kopfsteckling verwendest, beide sollten ach dem Schneiden einige Stunden trocknen.

Am einfachsten lässt sich die Schefflera über Kopfstecklinge vermehren. Schneide einen etwa 8 bis 10 Zentimeter langen Trieb ab, der zwischen drei bis fünf Blattpaare hat. Setze die Schere unterhalb eines Blattknotens an. Entferne die unteren Blätter und stecke den Kopfsteckling in Anzuchterde oder in ein Wasserglas.

Statt eines Kopfstecklings kannst du auch einen Stammsteckling zum Vermehren der Strahlenaralie verwenden. Ein Stammsteckling ist ein Stück des Stamms. Dieser sollte etwa 8 Zentimeter lang sein und muss mindestens über ein Auge verfügen. Stammstecklinge werden waagrecht in die Erde gepflanzt

4. Glücksfeder / Zamioculcas vermehren

Die Glücksfeder (Zamioculcas zamiifolia) ist eine äußerst beliebte Zimmerpflanze. Denn die Zamie, wie sie auch liebevoll nach ihrem botanischen Namen genannt wird, sieht nicht nur äußerst apart aus, sondern ist auch sehr hart im Nehmen. Sie verzeiht Vernachlässigung sehr großzügig und erholt sich auch nach längeren Trockenzeiten. Die Zamioculcas braucht einen hellen Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung und muss nur mäßig gegossen werden. Die Blätter der Glücksfeder wachsen direkt aus den Rhizomen in der Erde. Jedes Blatt hat zwischen sieben und 13 Fiederblättchen.

Am einfachsten ist es, die Glücksfeder zu vermehren, indem du eines oder mehrere der Rhizome abtrennst. Nimm dazu die Pflanze aus dem Pflanztopf und trenne einige der Rhizome ab. Übrigens: Je mehr Rhizome du abtrennst, um so schneller wächst die Zamioculcas an.

Geduldige Menschen können die Glücksfeder auch über Blattstecklinge vermehren. Trenne ein oder mehr Blätter ab und lasse sie einige Stunden zum Trocknen liegen. Am besten verwendest du Blätter aus dem unteren oder oberen Bereich der Blattrippe. Stecke das Blatt in einen Topf mit Anzuchterde und halte die Erde gleichmäßig feucht, aber nicht nass. Decke die Blätter mir einer durchsichtigen Plastiktüte ab, damit die Luftfeuchtigkeit für die Blattstecklinge gleichbleibend hoch ist. Nach etwa einem halben Jahr ist eine neue Pflanze entstanden.

5. Gummibaum / Ficus vermehren

Der Gummibaum (Ficus elastica) ist wegen seiner großen Blätter und seines schnellen Wachstums eine sehr beliebte Zimmerpflanze. Der Standort für den Ficus sollte hell. Achte darauf, dass er nicht in Zugluft steht oder die pralle Mittagssonne abbekommt. Die Pflanze muss nur mäßig gegossen werden.

Am einfachsten geht das Vermehren mit einem Ficus Ableger. Schneide dazu einen mindestens 15 Zentimeter langen, noch nicht verholzten Trieb unterhalb eines Blattknotens ab. Entferne alle Blätter bis auf das oberste und lasse den Steckling etwa einen Tag an einem schattigen und trockenen Platz liegen. Dann kannst du den Trieb entweder in einen Topf mit Anzuchterde oder in ein Wasserglas stecken. Soll der Steckling in der Erde Wurzeln schlagen, so muss er mit einer durchsichtigen Plastiktüte bedeckt werden. Am besten rollst du dazu das Blatt zusammen und bindest ein Stück Bast herum, damit das Blatt die Folie nicht berührt. Nach etwa vier bis sechs Wochen bilden sich die ersten Wurzeln. Du kannst einen Ficus auch durch einen Knotensteckling oder durch Abmosen vermehren. Eine Anleitung dazu findest du hier.

6. Baumfreund / Philodendron vermehren

Der Philodendron (Philodendron scandens) oder Baumfreund hat eine dekorative Blattform und Zeichnung. Er ist ein pflegeleichter Zimmergenosse, der seine Triebe entweder von Regalbrettern oder ähnlichem hängen lässt oder eine Kletterhilfe braucht. Philodendren brauchen einen hellen Standort ohne direkte Sonne und wachsen am besten in einem gleichmäßig feuchten Substrat. Wichtig ist eine hohe Luftfeuchtigkeit, damit die Blattspitzen sich nicht braun verfärben. Von März bis Oktober sollte der Baumfreund einmal pro Woche mit einem Grünpflanzendünger versorgt werden.

Am einfachsten lässt sich die Pflanze über einen Philodendron Ableger vermehren. Schneide einen oder mehrere Triebspitzen mit einer Länge zwischen 10 und 15 Zentimetern direkt unter einem Blattknoten ab. Stecke den Trieb in einen Topf mit durchlässigem Substrat, wie zum Beispiel Anzuchterde, oder stülpe eine Plastiktüte über Topf und Trieb. Als Abstandshalter kannst du zuvor Holzstäbe in die Erde stecken, damit die Folie die Blätter nicht berührt. Nimm´ die Folie regelmäßig zum Lüften ab und halte die Erde feucht, aber nicht nass.

Übrigens: Der Philodendron und die Efeutute haben nicht nur ähnliche Pflegeansprüche, sondern sehen auch sehr ähnlich aus. Du kannst sie unterscheiden, wenn du die Blätter genau betrachtest. Der Baumfreund hat herzförmige und weiche, dünne Blätter. Die Blätter der Efeututen haben eine glatte Blattbasis und eine dickere, strukturiertere Blattoberfläche.

7. Einblatt vermehren

Das Einblatt (Spathiphyllum wallisii), auch bekannt unter Scheidenblatt, Friedenslilie oder Blattfahne, ist eine pflegeleichte Zimmerpflanze mit dekorativen, weißen Blüten, die sich bis in den Winter halten. Das Einblatt braucht einen hellen, aber nicht sonnigen Platz im Zimmer und eine hohe Luftfeuchtigkeit, um sich wohl zu fühlen. Das Substrat sollte niemals ganz austrocknen, auch wenn sich die Zimmerpflanze nach einem ausgiebigen Bad in einem Eimer schnell erholt, wenn du vergessen hast, sie zu gießen.

Das Einblatt kannst du am einfachsten vermehren, indem du den Wurzelballen teilst. Das geht sehr einfach und unkompliziert, ganz so wie das Teilen von Stauden im Garten. Nimm´ den Wurzelballen aus dem Topf und trenne ihn mit einem Messer oder mit den Händen in zwei Teile. Die Wurzelstücke werden dann in Töpfe mit frischer Erde gepflanzt. Bei großen Pflanzen kann es erforderlich sein, den Wurzelballen mit einem Spaten zu teilen. Natürlich kannst du das Einblatt auch in mehrere Teile teilen. Bis die Wurzelstücke angewachsen sind und sich neue Blätter bilden, muss die Erde gleichmäßig feucht gehalten werden. Falls das Laub zu hängen anfängt, solltest du die Blätter einkürzen, um die Verdunstungsfläche zu reduzieren. Der beste Zeitpunkt zum Vermehren ist das Frühjahr.

Manchmal bilden sich am Einblatt auch Seitentriebe, die Wurzeln gebildet haben. Diese Einblatt Ableger kannst du einfach abnehmen und neu einpflanzen. Entferne ältere Blätter, damit die Pflanzen nicht zu viel Wasser über die Blätter verlieren.

8. Usambaraveilchen vermehren

Das Usambaraveilchen (Saintpaulia Ionantha) ist trotz seines Namens nicht mit unseren Veilchen verwandt, auch wenn es sich um niedrige Pflanzen mit meist lilafarbenen Blüten handelt. Usambara-Veilchen mögen einen hellen Standort ohne direktes Sonnenlicht, gleichbleibende Temperaturen zwischen 18 und 24 Grad und hohe Luftfeuchtigkeit. Da die Pflanze es nicht schätzt, wenn ihre Blätter nass werden, ist es am besten, die über den Untersetzer zu gießen.

Usambaraveilchen lassen sich sehr leicht über Blattstecklinge vermehren. Schneide dazu einfach ein Blatt ab und stecke es in durchlässiges Substrat, wie zum Beispiel Anzuchterde. Du kannst das Blatt auch in einem Wasserglas bewurzeln lassen, solange das Blatt selbst nicht mit dem Wasser in Berührung kommt. Nach zwei bis drei Wochen bilden sich die ersten Wurzeln und die Ableger können in kleine Töpfe gepflanzt werden.

9. Bromelie vermehren

Die meisten Bromelien, die bei uns als Zimmerpflanzen kultiviert werden, haben Blüten in kräftigen Farben. Die Pflanzen brauchen einen hellen, aber nicht sonnigen Standort. Beim Gießen möchten die Pflanzen es am liebsten, wenn du das Gießwasser in den Blatttrichter gießt.

Die Vermehrung klappt am besten über einen Bromelien Ableger. Bei guter Pflege wachsen an den Pflanzen so genannte Kindel, Ableger, die du nur abzunehmen brauchst und in einen neuen Blumentopf setzen musst. Bis der Ableger blüht, musst du dich aber in Geduld üben, denn das dauert zwischen zwei und drei Jahre.

10. Flamingoblume / Anthurie vermehren

Von den Flamingoblumen werden nur zwei Arten bei uns als Zimmerpflanzen verwendet, nämlich die Kleine Flamingoblume (Anthurium scherzerianum) und die Große Flamingoblume (Anthurium andreanum). Beide tragen attraktive Blüten mit einem Blütenkolben in der Mitte, der von einem Hochblatt umgeben wird. Die Blüten der Anthurien blühen weiß, rot oder orange. Anthurien brauchen einen hellen, aber nicht sonnigen Standort, ein gleichmäßig feuchtes Substrat und eine hohe Luftfeuchtigkeit.

Am einfachsten ist die Vermehrung über einen Anthurium Ableger. Schneide dazu einen einzelnen Trieb knapp über der Erde ab. Entferne alle Blätter bis auf zwei oder drei, die du oben stehen lässt, und stelle den Trieb in ein Glas mit Wasser. Nachdem sich die ersten Wurzeln gebildet haben, werden die Ableger in einen Topf mit Anzuchterde gepflanzt. Bedecke den Ableger mit einer Folie, so dass die junge Pflanze immer die gleiche Luftfeuchtigkeit hat. Nach ein paar Wochen wachsen die ersten Blätter.

11. Monstera / Fensterblatt vermehren

Das Fensterblatt liegt richtig im Trend. Das liegt vor allem an den großen, dekorativen Blättern, die stark gefiedert sind oder mehrere Durchbrüche haben. Die Triebe des Fensterblatts verholzen nicht. Daher ist die Pflanze immer auf einen Pflanzstab oder ein Rankgerüst angewiesen. Der Standort sollte hell und warm sein.

Einen Monstera deliciosa Ableger zu gewinnen, geht ziemlich einfach. Du kannst eine Monstera über einen Kopfsteckling oder einen Stammsteckling vermehren. Schneide entweder einen Trieb mit mindestens zwei Blättern und einer Luftwurzel ab oder ein Stück eines Stamms mit mindestens zwei Blattknoten und Luftwurzeln ab. Lasse den Steckling einige Stunden trocknen und stelle ihn dann in ein Wasserglas zum Bewurzeln. Wenn sich erste Wurzeln gebildet haben, kannst du den Ableger einpflanzen. Eine ausführliche Anleitung zum Fensterblatt Vermehren findest du hier.

Zimmerpflanzen kaufen

Bildnachweis:

Foto Schefflera von Katrien Van crombrugghe

Foto Einblatt Photo Jungle Space on Unsplash

Foto Sanseveria von Noyo creatif

Foto Philodendron von Severin Candrian


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