MAGAZIN

Blumenwiese anlegen

Statt einer Rasenfläche eine Blumenwiese anlegen bringt viele Vorteile. Blumenwiesen sind pflegeleicht und ein wichtiger Lebensraum für viele Insekten. Wer sich einen naturnahen Garten wünscht, sollte eine Wiese anlegen.

Wiesen für mehr Artenreichtum im Garten

Bei dem Stichwort ‚Wiese‘ denken die meisten von uns an lange Ähren von Gräsern, die Blüten von Margeriten, Kornblumen oder des Wiesensalbeis umschmeicheln. Neben dem schönen Anblick bringt eine solche hoch wachsende Wiese weitere Vorteile mit sich. Von ihr werden viele Bienen und andere nützliche Insekten angelockt, die auch an anderen Stellen im Garten helfen, ein ökologisches Gleichgewicht herzustellen und Schädlinge in Schach zu halten. Außerdem haben Blumenwiesen den Reiz der Überraschung. Immer wieder gibt es neue Pflanzen oder tierische Bewohner zu entdecken. Das Bild der Blumenwiese kann sich im Lauf der Zeit immer wieder ändern, wenn sich die Pflanzen durchsetzen, deren Standortbedingungen am besten erfüllt werden. Da naturnahe Blumenwiesen auch sehr pflegeleicht sind, bleibt dem Gärtner auch genügend Zeit, um sich am Anblick und Wachsen seiner Wiese zu erfreuen. Zudem veträgt eine hohe Blumenwiese auch Phasen der Trockenheit, so dass nicht nur Zeit, sondern auch Wasser gespart werden kann.

Voraussetzungen für das Gelingen einer Blumenwiese

Blumenwiesen brauchen Platz. Mindestens 100 Quadratmeter sollte die Fläche groß sein, damit sich genügend Blumen ansiedeln können. Da die meisten Stadtgärten daher für Blumenwiesen zu klein sind, kann man alternativ ein Beet mit Wildstauden anlegen. Doch auch wer über eine so große Fläche für eine Naturwiese verfügt, muss sich klar darüber sein, dass er diesen Platz nicht als Platz zum Spielen, Grillen oder für ein Sonnenbad nutzen kann. Denn bei häufigem Betreten knicken die Halme um und die Wiese wird unansehnlich. Wer den Garten daher für Spielen und Toben nutzen möchte, ist mit einer Wiese schlecht beraten. Auch muss man sich im Klaren sein, dass eine Wiese nicht immer schön aussieht. Nach der Mahd bleibt erst einmal eine braune Fläche mit stoppeligen Halmen von den blühenden Blumen und wogenden Gräsern übrig, und es dauert einige Zeit, bis sich die Fläche erholt hat und die Pflanzen neu austreiben.

Hier noch einmal die Vor- und Nachtrile einer Blumenwiese im Garten auf einen Blick.

Vorteile einer Blumenwiese

  • Während der Blütezeit wunderschöner Anblick
  • Der Garten wechselt im Jahresverlauf immer wieder sein Aussehen und es gibt Neues zu entdecken
  • Ökologischer Lebensraum für viele Insekten, die dazu beitragen, auch im übrigen Garten die Anzahl der Schädlinge zu beschränken
  • Der Pflegeaufwand ist gering
  • Geringer Aufwand fürs Gießen

Nachteile einer Blumenwiese:

  • Nur für größere Gärten geeignet
  • Die Wiese kann nur eingeschränkt genutzt werden
  • Nach der Mahd dauert es eine Weile bis die Pflanzen wieder nachgewachsen sind

Eine Blumenwiese anlegen

Wer Lust auf eine naturnahe Bluemnwiese im Garten hat, muss die Verwandlung des Rasens gut vorbereiten und viel Geduld mitbringen. Denn in der Regel ist der Boden einer Rasenfläche sehr nährstoffreich. Da Wildblumen und Kräuter aber vor allem auf mageren Böden gedeihen, ist ein Abmagern des Bodens erforderlich. Dazu immer wieder Sand dünn auf der Rasenfläche verteilen. Der Rasen muss weiterhin gemäht und das Schnittgut eingesammelt werden, damit es die künftige Wiese nicht wieder neu mit Nährstoffen versorgt. Dass auf Unkrautvernichter und Dünger verzichtet werden muss, ist selbstverständlich. Wer seinem Rasen eine derartige Abmagerungskur verschreibt, wird bemerken, dass sich im Lauf der Zeit neue Pflanzen und Blumen im Garten ansiedeln.

Wenn das Gras langsamer wächst, kann man auf das Mäehen mit der Sense umsteigen und die Zeiträume zwischen dem Mähen vergrößern. Nicht vergessen, die angeschnittenen Halme einzusammeln und nicht auf der Wiese liegen zu lassen! Im Lauf der Zeit werden die Pflanzen lockerer stehen und so Kräutern, die bisher nicht keimen und wachsen konnten, Licht und Platz zur Entwicklung lassen.

Wer das Ansiedeln von Blumen in seinem Garten fördern will, kann auf Blumensamenmischungen, die im Handel erhältlich sind, zurückgreifen. Damit die Ansaat allerdings Erfolg hast, ist es wichtig zu wissen, auf welchem Boden deine Blumenwiese wachsen soll und ob der Platz sonnig oder halbschattig ist.

Um den Samen gute Bedingungen zum Keimen zu schaffen, die Wiese mit einem Rechen etwas auflockern, das Saatgut ausbringen und mit etwas Sand bedecken. Mit einer Walze oder einem Brett das Saatgut festdrücken, damit die Samen gut von Erde umschlossen sind. In der ersten Zeit das Gießen nicht vergessen! Damit möglichst viele Blumen wachsen, kannst du im ersten Jahr etwa alle zwei Monate Blumensamen ausbringen. Je mehr Blumen wachsen, um so mehr werden die Gräser verdrängt. Trotz dieser Starthilfe musst du damit rechnen, dass die Verwandlung einer Rasenfläche in eine Blumenwiese bis zu zwei Jahre dauert. Statt Blumensamen kannst du auch Wildstauden in die Wiesenfläche pflanzen.

Blumenwiese für Eilige

Ungeduldige können die Umwandlung von Rasen in eine Blumenwiese beschleunigen, indem sie den Rasen teilweise entfernen. In diese „Rasenlöcher“ dann Blumenmischungen einsäen, das Saatgut gut festdrücken und bis zur Keimung täglich gießen. Statt Blumensamen kannst du auch Wildblumen einpflanzen.

Eine andere Variante ist, den Rasen im Frühjahr kräftig zu vertikutieren und in die aufgerissene Grasnarbe Wildblumen zu säen. Ganz Eifrige können die Rasensoden komplett entfernen und eine Saatmischung für eine Blumenwiese ausbringen. In jeder der beiden Varianten ist es empfehlenswert, den Boden mit Sand abzumagern und nach der Aussaat den Boden vier bis sechs Wochen gut zu wässern.

Wege durch die Blumenwiese

Durch häufiges Betreten leidet eine Wiese sehr, da die Halme und Blumen umknicken. Wer häufiger durch die Blumenwiese gehen muss, um zum Beispiel zum Komposter oder zum Gemüsebeet zu gelangen, sollte daher einen Weg durch die Wiese anlegen. Geeignete Materialien, um den Charakter eines Naturgaftens zu erhalten, sind Wege aus Mulch, Kies oder Natursteinen. Ganz einfach kannst du einen Weg durch die Blumenwiese anlegen, indem du einen Strifen regelmäßig mähst und diesen als Weg benutzst.

Blumenwiese mähen

Eine Blumenwiese muss nur zweimal im Jahr gemäht werden. Die erste Mahd erfolgt etwa Anfang Juni, die zweite etwa Anfang September. Den richtigen Zeitpunkt erkennst du an den Blumen: sind sie verblüht und beginnen, sich auszusäen, solltest du die Wiese mähen. Damit Insekten und kleine Tiere nicht plötzlich ohne Versteck und Nahrung sind, kannst du bei der ersten Mahd einen Streifen Wiese stehen lassen. Dadurch förderst du auch die Artenvielfalt deiner Wiese, da sich dort andere Pflanzen verbreiten können. Achte darauf, nicht immer den gleichen Streifen deiner Wiese länger stehen zu lassen.

Die angeschnittenen Halme musst du auf jeden Fall von der Wiese entfernen. Allerdings können die Halme noch einige Tage auf der Wiese trocknen, damit die Samen sich noch verbreiten können. Danach kannst du das Heu als Tierfutter verwenden oder auf dem Komposter entsorgen.

Womit eine Blumenwiese mähen

Blumenwiesen, die auf relativ kleinen Flächen wachsen, lassen sich am besten mit einer Sense mähen. Sie ist preiswert und braucht im Gartenschuppen nur wenig Platz. Allerdings ist das Sensen nicht so leicht, so dass du am besten einen Kurs buchst, um das Mähen mit der Sense zu erlernen.

Die Anschaffung eines motorisierten Mähers lohnt sich für große Wiesen. Hier kannst du zwischen Balkenmähern, die wie Scheren schneiden, und einem Wiesenmäher entscheiden. Am besten lässt du dich im Fachhandel beraten.

Alternative zur Blumenwiese

Alle, deren Garten zu klein für eine Blumenwiese ist, oder die die Grünfläche zum Fußballspielen oder Toben nutzen möchten, können statt eines Rasens eine Kräuterwiese anlegen. Dafür einfach Gänseblümchen, Günsel, Gamdender und Ehrenpreis und andere niedrig wachsende Kräuter in der Rasenfläche zulassen und auf Rasendünger verzichten. Diese Wildkräuter können gemäht und die Fläche betreten werden. Da sie nicht nur aus zarten Halmen begeht, ist sie viel pflegeleichter und trittfester als reine Rasenflächen.

Auch noch interessant:

Diese Gartenideen wurden verfasst von der Redaktion freudengarten.

Hat dir der Artikel gefallen? Dann teile ihn auf den sozialen Netzwerken. Vielen Dank!

Möchtest du über die neuesten Gartentrends auf dem Laufenden bleiben? Dann trage unten deine E-Mail-Adresse ein und abonniere den Newsletter


DAS KÖNNTE DIR AUCH GEFALLEN


Es wurden noch keine Kommentare verfasst.

Copyright © 2019. Freudengarten.

ANMELDUNG NOTWENDIG

Bitte logge Dich ein um fortzufahren

LOGIN

REGISTRIEREN