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Kürbis anbauen

Kürbisse anzubauen geht einfach. Wir geben Tipps zum Aussäen, Anpflanzen, zur Pflege, zum Ernten des Gemüses mit den größten Früchten.

Als Kürbisse verstehen wir die Früchte von Pflanzen, die uns entweder zum Essen oder zur Zierde dienen. Botanisch gesehen gibt es eine große Vielzahl verschiedener Arten. Im Folgenden erklären wir Dir, auf was Du beim Pflanzen von Cucurbita maxima, zu denen auch der essbare Hokkaido-Kürbis zählt, achten solltest.

Botanische Information

Der deutsche Name von Cucurbita maxima ist Riesen- oder auch Speisekürbis. Die Art gehört zur Pflanzenfamilie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Die Pflanzen dieser Art sind schnellwüchsig und können bis zu 45 cm hoch werden. Sie breiten sich stark aus und können Wuchsbreiten von ungefähr 5-7 Meter erreichen. Die Pflanze ist sommergrün aber nicht winterhart.

Kürbisse werden neben der botanischen Einteilung auch in Sommer- und Winterkürbisse untergliedert. Sommerkürbisse werden meist unreif geerntet und haben eine begrenzte Haltbarkeit von ungefähr 3 Wochen. Hierzu zählen unter anderem die Zucchini. Bei den Winterkürbissen werden die Früchte voll ausgereift geerntet, die zudem eine lange Haltbarkeit besitzen.

Standort und Boden

Die Kürbispflanzen bevorzugen einen warmen, sonnigen und teils windgeschützten Standort.

Der Boden sollte feucht aber durchlässig und tiefgründig sein. Als optimal gilt sandig-lehmiges oder kiesig-lehmiges aber humoses und nährstoffreiches Substrat. Der Kürbis zählt zu den Starkzehrern.

Da Kürbis frost- wie auch kälteempfindlich ist, vertragen die Pflanzen nur Temperaturen über mindestens +5 °C. Darunter können die Früchte an der Pflanze anfangen zu faulen.

Kürbis vorziehen

Zum Pflanzen kannst Du Kürbis-Jungpflanzen im jeweiligen Fachhandel erwerben oder Du ziehst Dir Deine eigenen Jungpflanzen heran. Zur Anzucht verwendest Du entweder im Fachhandel erworbenes oder selbst vermehrtes Saatgut. Eine Keimung der Kürbissamen findet erst bei konstant 20-25 °C statt. Deshalb solltest Du den Kürbis in der Wohnung vorziehen. Hierfür legst Du etwa 2-3 Körner in einen Topf (zum Beispiel Topf mit 9 cm Durchmesser) mit Substrat und entfernst nach dem Auflaufen die schwächeren 1-2 Pflanzen, sodass Du pro Topf die stärkste Pflanze belässt. Die Anzucht kannst Du ab April durchführen. Ab Mitte Mai kannst Du die Jungpflanzen dann an die gewünschte Stelle im Garten setzen. Hierbei solltest Du darauf achten, die Wurzeln nicht zu beschädigen. Wenn Du Dir die Arbeit mit der eigenen Jungpflanzenanzucht sparen möchtest, kannst Du ab Mitte Mai auch eine Direktsaat der Kürbissamen an die gewünschte Stelle im Garten durchführen. Die Pflanzen solltest Du im Garten auf alle Fälle auf einen Abstand von 1,50-2 m zwischen den Reihen und 1-1,50 m in der Reihe platzieren. Falls Du die Samen zur Jungpflanzenanzucht zu spät ausgesät hast, solltest Du warten, bis die Pflanzen zwei Blätter nach den Keimblättern entwickelt haben, bevor Du sie auspflanzt.

Standort und Boden für den Kürbis

Falls Du den Kürbis nicht in die direkte Nähe eines Komposthaufens setzt, solltest Du die gewünschte Fläche mit zum Beispiel Pferde- oder Kuhmist-Kompost vor der Pflanzung düngen, da Kürbis zu den Starkzehrern zählt. Alternativ kannst Du auch einen Langzeit-Volldünger vor dem Pflanzen ausbringen und im weiteren Kulturverlauf durch Mulchen weitere Nährstoffe einbringen.

Der Kürbis bildet ein flaches aber weit verzweigtes Wurzelwerk. Vor allem im Sommer während heißen Zeiten nach dem Pflanzen, solltest Du die Pflanzen gießen. Wenn die Pflanzen größer sind und viele Blätter ausgebildet haben, beschatten diese den Boden und verringern die Verdunstung. Dann kann es sinnvoll sein, die Blätter bei anhaltender Trockenheit früh morgens zu besprühen. Das vermindert zusätzlich die Verdunstung. Ansonsten solltest Du die Pflanzen von unten gießen.

Zur Unkrautbekämpfung und um den Boden warm und feucht zu halten, kannst Du die Fläche, auf der die Kürbispflanzen stehen, zum Beispiel mit Mulchvlies abdecken.

Wenn Du kleinere Früchte an deinen Pflanzen haben möchtest, solltest Du den Haupttrieb nach dem 6. Blatt kappen. Dadurch treiben mehr Seitentriebe aus, an denen die Früchte kleiner werden. Größere Früchte erhältst Du allerdings, wenn Du nur eine Blüte pro Trieb belässt sowie alle anderen Triebe entfernst und den Trieb nach der Blüte nach 2 Blättern kappst. Wenn Die Pflanzen ausreichend Fruchtansätze, ungefähr 8 pro Pflanze, gebildet haben, die auch ausreichend entwickelt sind und voraussichtlich zu gesunden Früchten werden, solltest Du alle anderen Blüten entfernen. Hiermit werden die verbleibenden Früchte optimal versorgt.

Fruchtfolge

In der Fruchtfolge kannst Du Kürbis nach Kohlrabi anbauen oder vor Buschbohnen, Feldsalat sowie Spinat. Jedoch solltest Du niemals Dill, Gurken, Kartoffeln, Kürbis und Melonen auf einer Fläche nacheinander anbauen, da sie sich nicht miteinander in der Fruchtfolge vertragen.

Kürbis kannst Du auch als Mischkultur mit Mais und Bohnen auf einer Fläche kultivieren. Günstig ist auch eine Mischkultur mit Brokkoli oder Ringelblume. Daneben eignen sich auch Erbsen, Zwiebeln, ein lichter Bestand von Sonnenblumen sowie Beinwell für eine Mischkultur mit Kürbis. Die gleichen Pflanzen, die nicht mit Kürbis in einer Fruchtfolge harmonieren, sollten nicht in Mischkultur mit Kürbis angebaut werden.

Vermehrung

Eine Vermehrung von Kürbis ist durch Samen möglich. Hierbei solltest Du jedoch äußerst vorsichtig sein. Der essbare Kürbis kann sich auch mit Zierformen von Zucchini oder anderen Kürbisarten kreuzen. In diesen wurde der Gehalt an Bitterstoffen züchterisch nicht reduziert. Ein zu hoher Gehalt dieser Bitterstoffe ist tödlich. Dies und die Tatsache, dass durch eine unkontrollierte Bestäubung ganz andere Merkmale in den Nachkommen auftreten können, erschwert die eigene Vermehrung. Falls Du doch den erheblichen Aufwand wagen möchtest, nimmst Du den Pollen von den männlichen Blüten oder männlichen Blütenorganen und bringst ihn auf die weibliche Blüte beziehungsweise die weiblichen Blütenorgane (haben meist einen dickeren Stiel). Anschließend stülpst Du einen Papierbeutel über die Blüte, damit die Bienen nicht zu einer unkontrollierten Bestäubung beitragen. Auch solltest Du nur frisch geöffnete weibliche Blüten auswählen, da auf bereits geöffneten unter Umständen anderer Pollen gelandet ist. Die Samen gewinnst Du anschließend aus der Frucht und trocknest sie. Du solltest sie kühl und trocken bis zur Aussaat im nächsten Jahr lagern.

Krankheiten und Schädlinge

Vor allem an Jungpflanzen können Schnecken auftreten. Diese kannst Du einfach mit Schneckenkorn bekämpfen. Alternativ kannst Du Holzbretter um die Pflanzen herum legen, diese regelmäßig wenden und die Schnecken in den Abendstunden absammeln. Daneben können Blattläuse auftreten, die Du zum Beispiel mit handelsüblichen biologischen Präparaten oder dem Abbrausen der Pflanze mit Seifenlauge bekämpfen kannst. Mäuse können die Früchte als auch die Wurzeln anfressen und dadurch Schaden erzeugen. Zur Bekämpfung kannst Du Mausefallen aufstellen.

Die Krankheiten, die an Kürbis auftreten können, sind echter wie auch falscher Mehltau und das Gurkenmosaikvirus. Bei echtem wie auch falschem Mehltau solltest Du vorbeugend resistente beziehungsweise tolerante Sorten anbauen oder handelsübliche biologische Präparate gegen Pilze zur Bekämpfung anwenden. Befallene Blätter solltest Du über den Hausmüll entsorgen, damit sich die Sporen nicht über den Kompost weiter ausbreiten können. Auch gegen das Gurkenmosaikvirus solltest Du tolerante Sorten auswählen und die Pflanzen vor allem während der Jugendphase vor Blattläusen schützen. Befallene Pflanzen solltest Du komplett entfernen und über den Hausmüll entsorgen.

Blüte und Bienenfreundlichkeit

Die Kürbispflanzen blühen von Juni bis September. Sie haben gelbe glockenförmige Blüten, die gerne von Bienen und anderen Insekten besucht werden. Die Bienen aber auch Ameisen können zur Bestäubung der Blüten beitragen. Nur durch eine Bestäubung kannst Du bis zu den ersten Frösten (ungefähr November) die reifen Früchte ernten.

Sorten

Von Cucurbita maxima gibt es verschiedene Sorten, die sich mehr oder weniger ähneln. Die Sorte ´Red Kuri´ ist ein roter Hokkaido, der ungefähr 5 Monate lagerfähig ist und etwa 1,5-2 kg schwere Früchte bildet. Die Sorte ´Sweet Mama´ hingegen ist ein grüner Hokkaido, deren Früchte nur ungefähr 1-1,5 kg schwer werden, aber ungefähr 12 Monate lagerfähig ist. Bei der Sorte ´Atlantic Giant´ handelt es sich um eine Sorte mit orangenen Früchten, die sehr groß werden und sich daher für Wettbewerbe eignet. ´Orange Knirps´ bildet mittelgroße, orangefarbene und aromatische Früchte. Die Sorte ´Delica F1´ hat mittelgroße und grüne Früchte, die aber sehr aromatisch sind und ein trockenes Fruchtfleisch besitzen.

Verwendung in der Küche

Den Kürbis verzehren wir nur in erhitzter Form. Entweder das gekochte, gebratene oder gebackene Fruchtfleisch. Es findet Anwendung in Eintöpfen, als Ofenkürbis, aber auch als Kuchen (Pumpkin-Pie), Kürbissuppe, Kürbis-Lasagne mit Tomate, Kürbis-Puffer, in Salaten oder ausgehölt als Backform für zum Beispiel Gemüse-Feta-Mischungen. Daneben werden die Samen geröstet und/oder gesalzen als Snacks zum Naschen angeboten.

Auch die Blüten kannst Du, zum Beispiel als Dekoration in Salaten, verzehren.

Autor: Florian Fleckenstein

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Zum Autor:

Florian Fleckenstein,

B. Sc. Gartenbau

Student M. Sc. Agrarwissenschaften

In meiner Freizeit bin ich sehr gerne im Grünen und gärtnere selbst, ob es der Anbau von Tomaten oder Chilis auf dem Balkon ist, die Pflege von Familien-Obstbäumen oder die Lese von Weintrauben im elterlichen Weingut.


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