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Brombeeren pflanzen, pflegen & empfehlenswerte Sorten

Brombeeren sind wilde Ranken mit fast schwarzen köstlichen Früchten. Mehr Informationen rund um das Sommerobst gibt es hier.

Allgemeines

Die Brombeere (Rubus fruticosus) zählt botanisch gesehen zur Familie der Rosengewächse. Sie ist nahezu auf der ganzen Welt verbreitet und somit auch bei uns in Mitteleuropa heimisch. Sie wird schon sehr lange als Obst genutzt. Ursprünglich wurde sie wild in den Wäldern gesammelt. Später erhielt sie dann Einzug in die Gärten.

Standort und Boden

In der Natur treten Brombeeren auf Waldlichtungen und in Hecken auf. An vollsonnigen Standorten tragen sie besonders viele Blüten und somit auch mehr Früchte. Deshalb empfiehlt sich ein geschützter halbschattiger bis sonniger Standort. Gerne auch an einer Hauswand.

Die Brombeere stellt nur wenige Ansprüche an den Boden. Sie wächst sowohl auf leichten als auch auf schweren Böden. Trotzdem wünscht sie sich weder Staunässe noch Bodenverdichtung. Auf sehr leichten humusarmen Standorten kann vor der Pflanzung der Boden mit reifem Kompost durchmischt werden. Günstig sind kalkarme Standorte mit einem pH-Wert von circa 6.

Pflanzen und pflegen

Containerware (Pflanzen im Topf) kann prinzipiell das ganze Jahr über gepflanzt werden. Der Frühling, wenn sich der Boden bereits erwärmt hat, stellt besonders in kälteren Gebieten einen guten Zeitpunkt dar. In trockenen Regionen kann auch gut im späten Herbst gepflanzt werden. Der Boden sollte vor der Pflanzung etwas gelockert werden. Gerne kann auch etwas Dünger mit in das Pflanzloch gegeben werden. Anschließend werden die Triebe auf 30 bis 60 cm eingekürzt. Im ersten Jahr sollte noch keine Ernte erwartet werden.

Brombeeren werden am besten als Fächer oder Spalier an einem Gerüst, Zaun oder Hauswand kultiviert. Je nach Wüchsigkeit der Sorte muss das Gerüst entsprechend hoch und genügend Abstand zur nächsten Pflanze eingehalten werden. Dafür werden jeden Herbst vier bis fünf kräftige Neutriebe stehen gelassen. Alle anderen Triebe werden auf Bodenhöhe entfernt. So wird die Entstehung eines Rutendickichts verhindert. Im Lauf des Augustes sollten, sich an den neuen Ruten gebildete Achseltriebe (Geiztriebe) entfernt werden. So wird eine gute Belüftung sichergestellt.

Für eine optimale Nährstoffversorgung reicht eine Kompostgabe von circa 2l/m2 im Frühjahr aus. Ab Ende Juli sollte nicht mehr gedüngt werden, da sonst die Frosthärte der Pflanzen darunter leidet.

Blüte

Die ab Juni und Juli erscheinenden Blüten sind je nach Sorte weiß bis rosa. Brombeeren sind grundsätzlich selbstfruchtbar. Pflanzt man mehrere Sträucher nebeneinander sind aber auch die Erträge an den einzelnen Pflanzen höher.

Für Bienen

Die Blüten werden sehr gerne von Insekten angeflogen. Das ist wichtig für eine erfolgreiche Brombeerernte.

Vermehrung und Aussaat

Im Spätwinter können mit einem Spaten Ruten von der Mutterpflanze abgestochen werden. Sie werden auf circa 30 cm eingekürzt und an ihren neuen Standort gepflanzt.

Verwendung in der Küche

Brombeeren werden am besten frisch verzehrt und sind ein super Naschobst. Die Früchte sind reif, wenn sie vollständig dunkel ausgefärbt und leicht weich sind. Sie lassen sich dann leicht vom Strauch lösen. Erst zu diesem Zeitpunkt haben sie ihr volles Aroma ausgebildet. Sie können natürlich auch in Kuchen, zu Fruchtaufstrichen oder Gelee und als Likör verarbeitet werden.

Die Früchte enthalten viele Vitamine darunter Vitamin A, C und E. Für ihre dunkle Farbe sind die enthaltenen Anthocyane verantwortlich.

Krankheiten und Schädlinge

Treten harte rote Teilfrüchte in der reifen schwarzen Frucht auf, waren vermutlich Gallmilben am Werk. Bei starkem Befall können verschiedene Rapsöl-Präparate dagegen ausgebracht werden. Werden die Früchte an der sonnenzugewandten Seite blassrot bis hell handelt es sich um Sonnenbrand. Bei feuchter Witterung können Grauschimmel (Botrytis), Falscher Mehltau und Brombeerrost auftreten. Durch einen lockeren Aufbau, einen regelmäßigen auslichtenden Schnitt und einen regengeschützten Standort sind diese Krankheiten gut vorzubeugen.

Rutenkrankheiten können auch hin und wieder auftreten. Sind kranke Verfärbungen an den Trieben zu beobachten sollten diese entfernt und vernichtet werden.

Sorten

  • 'Loch Ness' ist eine geschmacklich gute dornlose Sorte. Sie bildet sehr lange Ruten. Die ersten Früchte gibt es ab Anfang/Mitte Juli.

  • 'Loch Tay' trägt bereits ab Ende Juni die ersten Früchte. Werden bei dieser Sorte zu viele Ranken stehen gelassen, werden nur kleine Früchte ausgebildet.

  • 'Asterina' sehr große wohlschmeckende Früchte. Trägt ab Mitte/Ende Juli bis Anfang September. In kalten Gegenden ist sie etwas frostgefährdet.

  • 'Navaho' ist eine dornenlose Sorte. Die süß-säuerlichen Früchte sind ab Ende Juli reif. Die Blüten sind besonders groß, leicht rosafarben und haben somit einen hohen Zierwert.

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Über die Autorin: Sophia Och, B. SC. Gartenbau

Mein Name ist Sophia Och. Ich habe Gartenbau in Freising an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf studiert. Meine freie Zeit verbringe ich am liebsten draußen umgeben von Grün. Neben meinem "beruflichen" Interesse an Pflanzen, bin ich selbst leidenschaftliche Hobbygärtnerin und versuche mich immer wieder gerne an Urban Gardening.


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Rote brombberen Photo by Tolga Ahmetler on Unsplash


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