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Aloe Vera, Echte Aloe – so pflegst du die Heilpflanze richtig

Aloe Vera ist eine altbewährte Heilpflanze. Aber auch als Zimmerpflanze für sonnige Südfenster wird sie immer beliebter. Jetzt Tipps zum Pflanzen und Pflegen lesen.

Aloe Vera ist nicht nur dekorativ, sondern auch sehr nützlich. Der Saft aus den dicken Blättern ist zur Pflege der Haut sehr wertvoll. Aber auch als Zimmerpflanze hat die Aloe Vera sehr gute Seiten. Sie ist eine der wenigen Pflanzen, die an einem sonnigen Südfenster gut wachsen und ist in Punkto Pflegeleichtigkeit kaum zu schlagen.

Wissenswertes zur Aloe Vera

Die Echte Aloe ist ursprünglich auf der arabischen Halbinsel beheimatet und wächst heute in vielen tropischen Gebieten. Die Pflanze gehört zur Familie der Liliengewächse (Liliaceae). Die Wüstenlilie, wie die Echte Aloe auch genannt wird, zählt zu den Sukkulenten. Dies kannst du an den dicken Blättern erkennen, die als Wasserspeicher dienen. Von den etwa 250 Arten der Aloe Vera können nur drei bis vier Arten als Heilpflanze genutzt werden.

Die Aloe hat keinen oder nur einen sehr kurzen Stamm. Aus ihm oder dem Blattursprung wachsen die langen, spitz zulaufenden Blätter. Die Blätter können zwischen 40 und 50 Zentimeter lang und bis zu sieben Zentimeter breit werden. An den Rändern der Blätter sitzen etwa 2mm lange spitze Zähne. Die Blätter sind graugrün, manchmal auch leicht rötlich überhaucht. Die Blätter sind fest und mit Wasser gefüllt. Wird ein Blatt verletzt, so heilt die Verletzung sehr schnell, damit die Pflanze so wenig Feuchtigkeit wie wenig verliert.

Die Blüten der Aloe sind gelb oder orange und sitzen traubenförmig auf einem bis zu 60 Zentimeter langen Stängel. Der Blütenstand kann bis zu 40 Zentimeter lang und sechs Zentimeter breit werden. Die Aloe Vera bildet viele Ableger als Ausläufer.

Standort und Boden

Die Aloe Vera ist eine Sonnenanbeterin. Sie braucht einen sonnigen, warmen Platz im Zimmer. Zu hell kann es für die Pflanze gar nicht sein, so ist sie mit einem Platz am Südfenster sehr zufrieden. Aber auch an halbschattigen Plätzen wächst die Pflanze noch gut. Die genügsame Pflanze braucht eine trockene lehm- oder kalkhaltige Substrat. Verwende am besten Kakteenerde oder mische Blumenerde mit Sand oder Tongranulat.

Aloe Vera pflegen

Die Aloe Vera ist tatsächlich sehr pflegeleicht. Sie muss nur selten gegossen werden. Wichtig ist, dass du die Pflanze erst gießt, wenn die Erde trocken ist. Du musst auf jeden Fall Staunässe vermeiden und überschüssiges Wasser aus dem Pflanzuntersetzer abgießen. Gieße die Wüstenlilie immer auf die Erde und vermeide, dass Wasser in der Blattrosette stehen bleibt.

Wenn die Wüstenlilie schlaffe Blätter bekommt, ist das ein Zeichen, dass sie zu lange nicht gegossen wurde. Nach dem Hießen erholt sie sich aber schnell wieder.

Den Sommer verbringt die Echte Aloe gern im Garten oder auf dem Balkon. Ende Mai kannst du damit beginnen, die Wüstenlilie auf ihren Standort im Freien vorzubereiten. Da sie sehr kälteempfindlich sind, solltest du die Sukkulente bereits im September wieder ins Haus holen.

Aloe Vera düngen

Wie alle Sukkulenten ist die Aloe Vera sehr genügsam und braucht nur wenig Nährstoffe. Es ist ausreichend, sie von Mai bis Oktober alle zwei bis vier Wochen mit einem Kakteendünger zu gießen.

Aloe Vera umtopfen

Die Echte Aloe Vera muss, je nachdem wie stark sie wächst, etwa alle zwei bis drei Jahre umgetopft werden. Da es die Pflanze sehr trocken mag, ist ein Tontopf sehr gut geeignet. Beim Umtopfen solltest du den Wurzelballen gut ausschütteln, damit das alte Substrat abfällt. Entferne alle Kindel, das sind die Ableger, damit die Mutterpflanze wieder mehr Platz hat. Wenn deine Aloe einen längeren Stamm hat, solltest du sie so tief pflanzen, dass er der größte Teil des Stamms unter der Erde liegt. So wird die Pflanze wieder kompakt und droht nicht umzufallen.

Verwende am besten einen Tontopf für die Aloe Vera. Bedecke das Abflussloch mit einer Tonscherbe und fülle unten eine Drainageschicht aus Tongranulat oder kleinen Kieselsteinen ein. Stelle die Pflanze so in den Topf, so dass der Wurzelballen etwa einen Zentimeter unter dem Topfrand ist und fülle Kakteenerde rund um den Wurzelballen. Statt Kakteenerde kannst du auch normale Blumenerde verwenden, die du im Verhältnis 2:1 mit Sand oder Tongranulat mischst. Gut angießen und fertig!

Aloe Vera vermehren

Die Wüstenlilie bildet Ableger, die du nur abnehmen und in einen Topf pflanzen musst.

Du kannst eine neue Pflanze aber auch aus einem Blattstück ziehen. Schneide den oberen Teil eines Blatts ab und lasse es einige Tage liegen, bis sich die Schnittstelle geschlossen hat. Pflanze das Blatt ein und warte, bis aus dem Blattstück eine neue Pflanze wächst.

Der beste Zeitpunkt, um die Echte Aloe zu vermehren, ist das Frühjahr.

Aloe Vera überwintern

Die Echte Aloe kannst du entweder das ganze Jahr über als Zimmerpflanze halten oder im Winter in einen kühlen, aber hellen Raum stellen. Die Temperaturen dürfen aber nicht unter 10 bis 15 Grad fallen. Überwintert die Aloe an einem kühlen Ort, darf sie nur sehr sparsam gegossen werden. Eine kühle Überwinterung unterstützt die Blütenbildung.

Die Echte Aloe Vera als Heilpflanze

Die Wüstenlilie ist an widrige Bedingungen angepasst. Um auch bei langer Trockenheit zu überleben, hat die Pflanze einen Wasser- und Nährstoffspeicher in ihren Blättern angelegt. Die Blätter enthalten ein Gel, das viele Vitamine, Enzyme und Mineralien enthält. Unter anderem ist in den Blätter Aloin enthalten, das stark abführend wirkt und als Abführmittel verwendet wird. Äußerlich wird das Gel angewandt, um Schmerzen bei Sonnenbrand zu lindern oder um den Heilungsprozess bei leichten Schnittwunden zu fördern. Außerdem wirkt es abschwellen.

Aloe Gel selbst herstellen

Aus den Blättern der Aloe Vera kannst du leicht ein Gel herstellen. Es ist wohltuend bei Sonnenbrand und hilft bei kleinen Verletzungen.

Schneide ein Blatt von deiner Pflanze ab. Verwende immer eines der unteren Blätter, da diese am dicksten sind. Außerdem sieht die Pflanze dann immer noch gut aus und hat keine hässlichen Löcher.

Schneide von einem dicken Blatt einer Pflanze die gezähnten Blattränder. Halbiere das Blatt und löse das transparente Gel aus der Blattmitte. Jetzt kannst du das Gel pürieren. Möchtest du das Gel innerlich anwenden, tauche die Blattstücke davor in kaltes Wasser, damit das abführende Aloin abgespült wird. Nach dem Bad im Wasser sind diese entfernt und du kannst die Gelstücke pürieren.

Das Gel ist etwa zwei Tage im Kühlschrank haltbar. Wenn du es länger aufbewahren möchtest, friere es portionsweise ein. Am besten eignet sich dafür eine Eiswürfelform. Dann kannst du bei Bedarf kleine Portionen entnehmen.

Tipp: Wenn es dir zu aufwändig ist, ein Gel herzustellen, kannst du einfach Stücke eines Blatts verwenden. Stelle das Blatt nach dem Schneiden aufrecht in ein Glas oder eine Vase, damit das hautreizende Aloin ablaufen kann. Dann lege das Blatt in den Kühlschrank. Schneide bei Bedarf ein Stück ab und trage es auf die Haut auf.

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Foto aufgeschnittenes Blatt von Franziska Ingold


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