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Köcherblümchen, Japanische Myrte pflanzen, pflegen, schneiden

Das Köcherblümchen ist ein Blühwunder und Bienenmagnet für Balkon, Terrasse und Beet. Hier eine Anleitung zum Pflegen, Düngen, Vermehren, Überwintern und zum Standort der Japanischen Scheinmyrthe.

Das Köcherblümchen, auch Japanische Myrte oder Falsches Heidekraut genannt, ist eine niedrige, sehr attraktive Pflanze. Es ist ein recht anspruchsloser immergrüner, kompakt wachsender Strauch, der zudem sehr vielseitig einsetzbar ist. Mit seinen zierlichen Blüten verzaubert es im Sommer nicht nur uns, sondern auch die Bienen. Auf was Du bei der Pflege dieser tollen Pflanze trotzdem achten solltest, erklären wir Dir im folgenden Artikel.

Allgemeine botanische Information

Der lateinische Name des Köcherblümchens ist Cuphea hyssopifolia und es gehört zur Pflanzenfamilie der Blutweiderichgewächse (Lythraceae). Im deutschen Sprachgebrauch wird die Pflanze auch falsches Heidekraut, hyssopblättriges Köcherblümchen, japanische Myrte, japanische Scheinmyrte oder Sommermyrte genannt. Die Pflanze ist relativ schnellwüchsig, hat aber trotzdem einen recht kompakten Wuchs. Sie wird ungefähr 30-60 cm hoch und in etwa genauso breit. Das Köcherblümchen ist immergrün, allerdings nicht winterhart. Die Japanische Myrte ist nicht giftig.

Standort und Boden

Der optimale Standort für die Japanische Myrte sollte sonnig bis halbschattig und bei einer Kultur durch den Winter frostfrei sein. Am besten blühen die Pflanzen an einem hellen Standort mit direkter Sonneneinstrahlung.

Der Boden sollte durchlässig, locker und nährstoffreich sein. Optimal ist ein sandig-toniger mit Humus angereicherter Boden oder Substrat. Ein staunasser Boden ist nicht empfehlenswert, da die Pflanzen sonst eingehen würden.

Das Köcherblümchen kannst Du nicht nur in Steinbeeten pflanzen. Es eignet sich auch hervorragend als Beet- und Balkonpflanze, entweder einzeln oder zusammen mit anderen Pflanzen in Kübeln, Töpfen oder Ampeln. Daneben kannst Du das Köcherblümchen auch für Gruppenpflanzungen oder als Bodendecker im Garten sowie als dekorative und bescheidene Abwechslung auf Gräbern verwenden. Im Topf als Zimmerpflanze oder für den Wintergarten kannst Du das Köcherblümchen auch das ganze Jahr über bewundern.

Köcherblümchen pflanzen und pflegen

Die Japanische Myrte ist nicht winterhart. Daher solltest Du die gekauften oder vorgezogenen Köcherblümchen erst nach den letzten Frösten an die gewünschte Stelle im Garten setzen, also ungefähr Mitte Mai. Den Standort solltest Du auch so wählen, dass das Köcherblümchen nicht an einer für Frost exponierten Stelle steht.

Das Köcherblümchen gilt zwar als wenig pflegeintensiv, trotzdem solltest Du es vor allem im Sommer regelmäßig gießen. Zwischen dem Gießen sollte das Substrat beziehungsweise die Erde aber abtrocknen, sodass keine Staunässe entsteht. Gießen solltest Du am besten morgens oder abends und nach Möglichkeit weder über die Blätter noch über die Blüten, sondern direkt an die Wurzeln.

Als Beet- und Balkonpflanze hat das Köcherblümchen einen verhältnismäßig hohen Nährstoffbedarf. Aufgrund der langen Blütezeit verarbeiten die Pflanzen sehr viel. Zur Unterstützung der Blüte kannst Du zur Pflanzung einen Langzeitdünger in das Substrat einmischen

Japanische Myrthe überwintern

Da das Köcherblümchen nicht winterhart ist, musst du es im Herbst ins Haus holen. Zum Überwintern braucht es einen hellen, kühlen Platz bei etwa 10 Grad. Vor dem Einräumen ins Winterquartier solltest du die Japanische Myrthe schneiden. Ohne Schnitt verholzt das Köcherblümchen und wird im unteren Bereich kahl. Im Winter bitte das Köcherblümchen nur wenig gießen, gerade so viel, dass die Erde nicht austrocknet. Im Frühjahr, nach den Eisheiliegen, darf das Falsche Heidekraut wieder ins Freie. Damit sich die Pflanze wieder an die Sonnen gewöhnen kann, sollte es in den ersten Tagen schattig stehen.

Köcherblümchen vermehren

Eine Vermehrung des Köcherblümchens kannst Du durch Stecklinge erreichen. Hierfür schneidest Du ungefähr 8 cm lange Triebe nach der Blütezeit mit einem scharfen, desinfizierten Messer von der Mutterpflanze ab. Die Stecklinge dürfen nicht mehr blühen, da sonst die Reserve-Energie in die Blüten anstatt in die Wurzelbildung fließen würde. Die Triebe sollten zudem bereits verholzt sein. An der unteren Hälfte des Stecklings entfernst Du alle Blätter und schneidest das Ende, das in die Erde gesteckt wird, schräg an, damit der Steckling besser anwächst. Anschließend bereitest Du das Substrat vor indem Du es nass machst und in die gewünschten Gefäße, zum Beispiel Töpfe, füllst. Danach steckst Du die Stecklinge ungefähr bis zu einem Drittel in das Substrat. Die Töpfe stellst Du an einen kühlen und frostfreien aber hellen Ort. Du kannst zudem die Töpfe mit einer durchsichtigen Glocke abdecken und regelmäßig mit einem Wasserzerstäuber die Luftfeuchtigkeit in der Glocke erhöhen, damit die Verdunstung der Blätter von den Stecklingen reduziert wird. Spätestens wenn die Stecklinge neu austreiben ist die Wurzelbildung abgeschlossen und Du kannst sie umtopfen.

Krankheiten und Schädlinge

Bei der Kultur im Garten am optimalen Standort treten an der Japanischen Myrte keine Krankheiten oder Schädlinge auf. Wenn der Boden dauerhaft zu feucht ist, kann Wurzelfäule entstehen.

Hältst Du das Köcherblümchen jedoch als Zimmerpflanze, können verschiedene Schädlinge wie zum Beispiel Weiße Fliege, Spinnmilben oder Blattläuse auftreten. Diese kannst Du bekämpfen, indem Du die Pflanzen regelmäßig mit Seifenlauge absprühst und sie zudem im Sommer zum Beispiel auf den Balkon stellst. Vor dem Absprühen solltest du das Substrat abdecken, damit keine Lauge in die Erde gelangt. Daneben kannst Du auch im Handel erhältliche Pflanzenschutzmittel gegen die jeweiligen Schädlinge einsetzen.

Bienenfreundliches Köcherblümchen

Die Japanische Myrte blüht über einen sehr langen Zeitraum, von März bis Oktober. Dadurch ist es auch sehr gut für Bienen und andere Insekten, die sich von Nektar und Pollen ernähren. Diese tummeln sich zur Blütezeit, vor allem im Frühjahr und Herbst sehr stark um das Köcherblümchen, da das Angebot in dieser Zeit neben dem Köcherblümchen nicht sehr reichhaltig ist.

Die Blüten erscheinen in bezaubernden Farben. Von weiß über rosa und pink bis hin zu lavendel und dunkelviolett ist alles möglich.

Sorten

Die Sorte ´White´ unterscheidet sich von anderen durch ihre weißen Blüten, wohingegen ´Purple´ lilafarbene Blüten aufweist.

Daneben gibt es eine Sortenreihe, die FloriGlory genannt wird. Die Sorte ´FloriGlory „Premium Early White“´ weist eine frühe Blüte mit weißen Blüten auf, der Aufbau des Strauches ist nicht so dicht. Die Sorte ´FloriGlory „Limelight Purple“´ ist eine wüchsige Sorte mit sehr guter Verzweigung und lilafarbenen Blüten. Diese Sorte hat zudem sehr farbintensive grüne Blätter und dadurch eine sehr frische Erscheinungsform.

Autor: Florian Fleckenstein

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Zum Autor:

Florian Fleckenstein,

B. Sc. Gartenbau

Student M. Sc. Agrarwissenschaften

In meiner Freizeit bin ich sehr gerne im Grünen und gärtnere selbst, ob es der Anbau von Tomaten oder Chilis auf dem Balkon ist, die Pflege von Familien-Obstbäumen oder die Lese von Weintrauben im elterlichen Weingut.


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