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Chilis anbauen

Wer es gerne scharf mag, sollte Chilis auf dem Balkon oder im Garten anbauen. Die Pflanze ist leicht zu kultivieren, braucht aber viel Sonne und Wärme.

Allgemeines

Chilis (Capsicum frutescens) gehören wie die Paprika zur Gattung der Capsicum aus der Familie der Nachtschattengewächse. Ursprünglich stammen die Pflanzen wie auch die Paprika aus Südamerika. Die Früchte der Chili-Pflanzen werden zwischen 1,5 und drei Zentimeter groß und laufen spitz zu. Während des Wachstums sind die Früchte grün und werden rot, wenn sie reifen. So kann man leicht erkennen, welche Früchte reif sind. Auch grüne Früchte können verzehrt werden, schmecken aber nicht so aromatisch eie die roten. Auffällig ist der Wuchs der Früchte. Sie stehen aufrecht an den Trieben. Reife Früchte fallen nicht ab.

Der Inhaltsstoff Capsacin macht die Schärfe in den Chili-Schoten aus. Die Konzentration ist von Sorte zu Sorte unterschiedlich, wird aber auch durch den Standort beeinflusst. Sogar die Früchte an einem Strauch können unterschiedlich scharf sein. Die Schärfe von Chili-Schoten wird in Scoville gemessen.

Ihre Schärfe wirkt desinfizierend. Daher wird in heißen Ländern auch viel schärfer gegessen als bei uns.

Chilis ansäen

Chilis müssen bereits ab Februar im Haus vorgezogen werden, damit ihre Früchte bis zum Herbst reif werden. Denn die meisten Chilis brauchen 90 Tage zum Reifen, mache sogar 120 Tage. Gehe so vor:

Anzuchterde in Saatschalen füllen

  • Samen in den Saatschalen gleichmäßig verteilen
  • Die Saatschalen mit einer durchsichtigen Haube abdecken
  • Hell und warm stellen, die Keimtemperatur liegt bei 25 Grad
  • Wenn die Samen gekeimt sind und die Keimlinge mehr als vier Blätter haben, in kleine Pflanztöpfe von mindesten 10 Zentimeter Durchmesser pikieren, das heißt, die Pflänzchen vereinzeln
  • Weiterhin warm und hell stellen
  • Die Erde feucht halten, aber nicht zu nass

Ab Mitte Mai kannst du die Pflanzen in den Garten pflanzen.

Standort und Boden

Chilis benötigen einen sonnigen, geschützten und warmen Standort. Ideal ist ein Platz vor der Südseite einer Mauer oder eines Hauses. Wenn du ein Gewächshaus oder einen Vlies- oder Folientunnel hast, ist dies auch ein guter Platz für Chili-Pflanzen, denn dort ist es auch in kühleren Sommern für die Pflanzen warm genug. Der Pflanzabstand im Beet sollte etwa 50 Zentimeter betragen.

Da Chilis nicht sehr groß werden, sind sie auch hervorragend für Pflanzkübel geeignet. Wenn die Pflanzkübel in der Sonne stehen, erwärmt sich zudem die Erde – was die Pflanzen durchaus angenehm finden. Da Chilis keine Staunässe vertragen, achte auf ein ausreichend großes Abflussloch.

Der Boden für Chilis muss durchlässig und nährstoffreich sein. Im Beet solltest du die Erde mit Kompost und Hornspänen anreichern. Bei der Pflanzung in Pflanzcontainer verwende hochwertige Kübelerde und mische einen organischen Langzeitdünger, Hornspäne oder Kompost unter die Erde. Der Pflanzcontainer muss ein Volumen von mindestens fünf Litern haben, damit die Pflanze während ihrer Vegetationszeit ausreichend mit Nährstoffen versorgt sind.

Beim Pflanzen in den Pflanztopf oder die Erde stecke gleich einen Stützstab neben die Pflanze. Denn auch wenn Chilis nicht allzu hoch werden, knicken sie bei Wind oder unter der Last ihrer Früchte leicht ab.

Chilis pflegen

Etwa Mitte Mai entwickelt sich die erste Blüte bei den Chili-Pflanzen. Sie wächst in einer Gabelung des Haupttriebs und wird als Königsblüte bezeichnet. Ihr herrschaftlicher Name ändert aber nichts an ihrem Schicksal. Denn die Königsblüte sollte herausgebrochen werden, um die Bildung weiterer Blüten anzuregen.

Wenn sich die ersten Blüten bilden, müssen Chilis gedüngt werden. Gut geeignet ist Brennnesseljauche. Wenn du keine Gelegenheit hast, Brennnesseljauche herzustellen, kannst du auch auf handelsüblichen Tomatendünger zurückgreifen.

Schädlinge und Krankheiten

Am häufigsten werden Chili-Pflanzen von Blattläusen befallen. Besonders gefährdet sind zu stark gedüngte oder zu eng stehende Pflanzen. Am besten ist es, die Schädlinge mit Wasser oder einer Schmierseife-Lösung abzuwaschen. Im Freiland kannst du sie auch zur Stärkung mit Brennnesseljauche einsprühen.

Chilis überwintern

Chilis sind mehrjährig, aber nicht winterhart. Chili-Pflanzen, die im Kübel wachsen, kannst du im Herbst an einem hellen und kühlen Platz zum Überwintern bringen.

Chilis vermehren

Chilis kannst du sehr leicht vermehren, indem du die Samen aus den Schoten aufbewahrst. An einem trockenen Platz trockeneren Platz trocknen lassen und an einem dunklen, kühlen Ort bis zum nächsten Februar aufbewahren. Chili-Samen behalten drei Jahre lang ihre Keimfähigkeit.

Chilis haltbar machen

Da Chilis sehr scharf sind, kann man sie nicht alle verbrauchen, wenn die Schoten reif werden. Zum Glück lassen sich die Chili-Schoten leicht haltbar machen. Am einfachsten ist es, die Chili-Schoten an einem luftigen Ort zum Trocknen auszubreiten. Zuvor die Chili-Schoten aufschneiden, damit die Feuchtigkeit leichter entweichen kann. Wenn die Schoten trocken sind, kannst du sie zerreiben und in dunklen Dosen aufbewahren.

Eine interessante Variante ist es, Chili-Schoten in Öl einzulegen. Das Öl nimmt die Schärfe der Schoten an und kann sehr gut zum Würzen verwendet werden.

Am schärfsten sind übrigens die weißen Innenwände der Schoten, an denen die Kerne haften. Dieses Gewebe und die Kerne solltest du daher beim Kochen und Würzen entfernen.

Wichtig:

bei sehr scharfen Chili-Schoten solltest du Handschuhe tragen und den Kontakt zu Augen und Schleimhäuten vermeiden. Wenn du getrocknete Chilis in der Küchenmaschine zerkleinerst, unbedingt einen Atemschutz tragen.

Sorten

Die Sorten der Chilis unterscheiden sich vor allem durchblies Schärfe ihrer Früchte. Besonders scharf sind die Sorten Habanero Red Savina, Habnero Francisca und Jolokia mit mehr als 500.000 Scoville-Einheiten. Um sich die Schärfe vorstellen zu können, musst du wissen, dass Tabasco-Soße eine Schärfe von 2.500 und 5.000 Scoville hat. Zum Trocknen sind die Sorten Anaheim, De Arbol, Cayenne besonders gut geeignet, während sie Sorte Japaleno und Serrano besser frisch genossen werden.

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