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Bartfaden pflegen

Von den Pflanzen, die zur Gattung der Bartfaden zählen, nutzen wir lediglich die Stauden. Diese verzaubern uns jedes Jahr aufs Neue mit ihren schönen Blüten.

Im folgenden Artikel lernst du nicht nur auf Ansprüche von Bartfaden kennen, sondern auch auf hilfreiche Kulturtipps.

Botanische Information

Bartfaden oder mit lateinischem Name Penstemon bezeichnet eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae). Zu dieser Gattung zählen über 250 Arten, die im natürlichen Umfeld ausschließlich von Nord- bis Zentralamerika auftreten. Die Pflanzen, die zu dieser Gattung gezählt werden, können entweder als ausdauernde, krautige Pflanzen (Stauden), als Halbsträucher oder sogar als Sträucher wachsen. Für unseren Garten sind allerdings nur die erstgenannten, also die Stauden, von Bedeutung. Sie können je nach Art und Sorte zwischen ungefähr 10 und 100 cm hoch werden, sind immergrün und je nach Art frostempfindlich oder winterhart.

Standort und Boden

In der freien Natur können wilde Penstemon-Arten sehr unterschiedliche Habitate besiedeln. Hierzu zählen unter anderem Wüsten, Sumpfwälder, Meeresküsten, aber auch Hochgebirgen.

Im Gegensatz hierzu solltest Du die Kultursorten jedoch vorzugsweise an vollsonnigen Standorten im Garten auspflanzen. Lichter Halbschatten kann zwar toleriert werden, führt aber zu verringertem Wachstum und verringerter Blütenbildung. Ebenfalls solltest Du darauf achten, dass sie nicht an windexponierten Standorten gepflanzt werden, da die schönen und langen Blütenstände sonst abbrechen könnten. Falls Du aber keine andere Möglichkeit außer diesem Standort hast, solltest Du sie z.B. an einem Stab oder Rankgitter mit einer weichen Sisal-Schnur befestigen. Die Kultursorten sind zudem nur bis ungefähr -5°C winterhart. Das bedeutet, dass Du deine Pflanzen an für Frost anfälligen Standorten entweder ausgraben und frostfrei überwintern oder für entsprechend guten Frostschutz sorgen solltest, z.B. durch großflächiges Abdecken der Pflanzen mit Vlies (nicht zu dickes oder schweres Vlies verwenden, da die Pflanzen sonst unter der Last abbrechen).

Je nach Sorte sind die Ansprüche an den Boden unterschiedlich. Kleinwüchsigere Sorten gedeihen auch auf magerem, sandigem Substrat gut, wohingegen hochwüchsigere Sorten humusreichere und tiefgründige Böden bevorzugen. Was beiden aber gemein ist, ist dass der Boden durchlässig sein sollte. Bei Bedarf kann vor dem Pflanzen reifer Kompost eingearbeitet werden.

Pflanzen und Pflegen

Den Bartfaden pflanzt Du am Besten im Frühjahr und auf einen Abstand von ungefähr 30cm zu anderen Pflanzen. Hierbei solltest Du die von der Sorte erreichbare Höhe beachten, also den Bartfaden z.B. nicht vor kleinere Pflanzen setzen. Zeitgleich mit dem Pflanzen ist auch ein optimaler Zeitpunkt, um organischen Dünger einzuarbeiten, der den Bartfaden über die Vegetationsperiode mit Nährstoffen versorgt. Bei bereits am Standort etablierten Pflanzen ist es im Frühjahr ausreichend, wenn Du einen handelsüblichen Volldünger ausbringst. Achte hierbei auf das Verhältnis von Stickstoff (N) zu Phosphor (P) und wähle einen aus, der im Vergleich zum Stickstoff einen hohen Phosphor-Gehalt hat (ungefähr genauso viel P wie N, wenigstens 2/3 P wie N). Phosphor benötigen die Pflanzen, um schöne Blüten auszubilden. Im weiteren Verlauf der Vegetationsperiode ist kein Nachdüngen erforderlich. Alternativ zur Düngergabe kannst Du im Frühjahr sowie Spätsommer die Fläche um die Pflanzen mulchen und dort Kompost einarbeiten.

In Bezug auf das Gießen ist Bartfaden, je nach Sorte, anspruchsvoller. Vor allem an heißen Sommertagen sollte der Boden ausreichend feucht sein. Überprüfen kannst Du es, indem Du den Finger in die Erde steckst. Fühlen sich die ersten 2 cm trocken an, solltest Du gießen.

Wenn Du die verwelkten Blütenstände von Bartfaden regelmäßig abschneidest, kann sich die Blütezeit, je nach Sorte, sogar bis Ende Oktober verlängern. Auch wenn es weniger schön über den Winter aussieht, aber die Stängel solltest Du erst im darauffolgenden Frühjahr (ungefähr Ende Februar), aber deutlich vor dem erneuten Austrieb, abschneiden. Sie dienen der Pflanze nämlich über den Winter als zusätzlicher Winterschutz. Des Weiteren kannst du die Staude auch mit Reisig, Rindenmulch oder Grasschnitt als wärmende Schutzschicht abdecken. Ob Deine Pflanze den Winter im Garten übersteht oder Du sie doch lieber ausgräbst und im Topf überwinterst, ist von der Sorte abhängig. Bei der Überwinterung im Topf stellst Du diesen in einen kühlen (frostfrei), hellen Raum, reduzierst das Gießen auf ein Minimum und stellst die Düngung komplett ein.

Blüte

Je nach Art können die einzelnen Bartfaden zwischen Mai und Oktober blühen. Die einzelnen Blüten sind in einem Blütenstand angeordnet und erinnern von der Form her an die Blüten der Fingerhüte. Von blau und violett über rosa und rot bis hin zu weiß variieren die Blütenfarben je nach Sorte und Art. Zusätzlich kann der Schlund eine andere Farbe aufweisen als die restliche Blüte.

Für Bienen

Bartfaden zählen zwar nicht zu den typischen Bienenweiden, können aber abhängig von der jeweiligen Sorte mehr oder weniger gut für Bienen geeignet sein. Bei gefüllten Blüten wird kein Pollen ausgebildet und damit keine Nahrung für Bienen produziert. Auch bei Hybriden kann die Pollenproduktion der Pflanze unterbunden sein. Am besten sind also die Wildarten für Bienen geeignet.

Vermehrung und Aussaat

Eine Vermehrung von Bartfaden ist durch Samen wie auch durch Stecklinge möglich. Zur Gewinnung der Samen solltest Du einzelne Blütenstände an der Pflanze belassen, bis die Samen darin ausgereift sind. Dies ist meistens daran zu erkennen, dass der Stängel des Blütenstandes eintrocknet und die Samenbehälter sich öffnen. Bei den Samen ist darauf zu achten, dass Bartfaden zu den kalt keimenden Pflanzen gehört. Das bedeutet, dass die Samen vor der Keimung einer Kälteperiode ausgesetzt sein müssen, entweder durch den natürlichen Winter oder durch den Kühlschrank (für drei Wochen in einem Topf mit feuchtem Sand). Die Aussaat solltest Du in einem mageren Substrat durchführen und darauf achten, dass keine Staunässe entsteht. Ab einer Höhe von ungefähr 10 cm kannst Du die Keimlinge dann pikieren und an einen Ort mit ungefähr 18°C und ohne direkte Sonneneinstrahlung weiter kultivieren. Ins Freiland solltest Du sie erst nach den Eisheiligen, ab Mitte Mai, pflanzen.

Die Stecklingsvermehrung hingegen findet im Sommer statt. Hierbei suchst Du dir lange und starke Seitentriebe aus, die Du mit einem scharfen und desinfizierten Messer abschneidest. Anschließend entfernst du bis auf die obersten vier Blattpaare alle anderen Blätter. Den so gewonnenen Steckling steckst Du in mageres Substrat, gießt ihn an und hältst die Erde gleichmäßig feucht. Wenn die Stecklinge anfangen neue Blätter zu bilden, ist die Bewurzelung geglückt. Bevor Du sie aber wieder auspflanzen kannst, solltest Du sie frostfrei durch den Winter bringen und erst im nächsten Frühjahr, wie gekaufte Pflanzen, in die Erde setzen (siehe oben).

Krankheiten und Schädlinge

Bartfaden wird von relativ wenigen Krankheiten und Schädlingen befallen. Hierzu zählen unter anderem die nicht wählerischen Blattläuse. Diese sind leicht zu erkennen und können durch Abwaschen der Pflanze mit Seifenlauge, Zerdrücken der Tiere bei sehr wenigen oder Ausbringung von Marienkäferlarven bekämpft werden. Zu den Krankheiten zählen die Stängelgrundfäule und die Wurzelfäule. Beides sind Pilze und können bei Staunässe oder bei zu stark verdichteten Böden auftreten. Befallene Pflanzen solltest Du keinesfalls über den Kompost entsorgen, da Du den Pilz beim Ausbringen des Kompostes nur ausbreiten würdest. Solche Pflanzenteile entsorgst Du am besten über den Hausmüll. Eine andere Bekämpfung der Pilze ist leider nicht möglich.

Sorten

Es gibt eine große Auswahl an verschiedenen Bartfadensorten. Sie lassen sich im Beet alle miteinander kombinieren und können für eine außerordentliche Farbenpracht im Garten sorgen. Die Sorte Red Carpet zählt zu den niedrig wachsenden und besitzt kleine Blüten, die karminrot gefärbt sind. Penstemon Praecox x Nanus Rondo wird ungefähr 50 cm hoch und gibt es in vielen unterschiedlichen Blütenfarben. Die Sorte Sour Grapes ist eine Hybridsorte, die ungefähr 60 cm hoch werden kann, allerdings wegen ihrer purpurfarbenen Blätter mit einer kastanienbraunen Zeichnung so attraktiv ist.

Autor: Florian Fleckenstein

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Zum Autor:

Florian Fleckenstein,

B. Sc. Gartenbau

Student M. Sc. Agrarwissenschaften

In meiner Freizeit bin ich sehr gerne im Grünen und gärtnere selbst, ob es der Anbau von Tomaten oder Chilis auf dem Balkon ist, die Pflege von Familien-Obstbäumen oder die Lese von Weintrauben im elterlichen Weingut.


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