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Echter Eibisch pflanzen, pflegen, vermehren

Der Echte Eibisch ist nicht nur eine wunderschöne, pflegeleichte Staude für den Garten, sondern auch bienenfreundlich und ein Heilmittel gegen gereizte Atemwege und Husten. Jetzt alles zum Pflanzen, Pflegen und Ernten lesen.

Botanische Information

Die Heimat des Echten Eibischs ist ursprünglich Asien. Heute ist er in weiten Teilen Europas verbreitet. Besonders häufig kommt er an Küsten und salzhaltigen Wiesen vor.

Der Echte Eibisch (Althaea officinalis) hat viele weitere Namen wie zum Beispiel Hustenkraut, Schleimwurzel oder Arznei-Eibisch. Wenn es dir schon beim Lesen dieser Namen im Hals kratzt, ist das ganz richtig. Denn der Echte Eibisch hat eine lange Tradition als Arzneipflanze und wird vor allem bei Erkältungen, Husten, Heiserkeit sowie bei Erkrankungen des Verdauungsappaetes eingesetzt.

Seit der Antike wird die Pflanze als Heilpflanze eingesetzt und war unentbehrlicher Bestandteil mittelalterlicher Klostergärten. Von daher war der Weg in die Bauerngärten nicht mehr weit. Durch diese Verbreitung blieb der Echte Eibisch bis heute als Heilpflanze bekannt. Die Bedeutung als Arzneipflanze kann man auch am Gattungsname "Althaea" erkennen. Dieser leitet sich ab vom griechischen Wort "althein" für "heilen" ab.

Der Echte Eibisch hat eine tiefe Pfahlwurzel. Daraus treibt die winterharte Pflanze feste Stängel, die bis zu 1,50 Meter hoch werden können. An den Stängeln wachsen direkt die flaumig behaarten Blätter, die der Pflanze einen weiteren Namen beschert haben: Samtpappel. Da die Pflanze ziemlich buschig wächst, braucht sie im Blumenbeet ausreichend Abstand zu ihren Nachbarn.

Der Echte Eibisch ist mehrjährig und winterhart. Die unteren Teile der Stängel verholzen. Im Frühjahr wird der Eibisch stark zurückgeschnitten.

Der wild wachsende Eibisch steht übrigens unter Naturschutz. Er darf daher nicht gepflückt oder seine Wurzeln ausgegraben werden

Standort und Boden

Am wohlsten fühlt sich der Eibisch auf feuchten, nährstoffhaltigen, salzhaltigen Böden. Allerdings kommt er auch nahezu jedem anderen Boden zurecht, benötigt dann aber gelegentliche Gaben von Kompost.

Wichtig für den Eibisch ist ein sonniger, aber zumindest halbschattiger Standort. Echter Eibisch bevorzugt windgeschützte Plätze.

Pflanzen und pflegen

Eibisch wird im Frühjahr gepflanzt. Achte beim Pflanzen auf einen Abstand von etwa 50 Zentimetern zu benachbarten Pflanzen. Etwas Kompost und eine Mulchschicht rund um die Pflanzscheibe ermöglichen dem Eibisch einen guten Start in deinem Garten.

Der Echte Eibisch ist sehr anspruchslos bei der Pflege. Nur bei lang anhaltender Trockenheit muss er gegossen werden. Die Stängel der Staude entweder im späten Herbst oder noch besser im Frühjahr eine Handbreit über der Erde abschneiden.

Tipp: Zum Düngen wird das verdünnte Kochwasser von Salzkartoffeln empfohlen.

Blüten

Der Echte Eibisch blüht von Juli bis September. Die Blüten sind weiß bis rosa und wachsen in Büscheln aus den Blattachseln. Die trichterförmigen Blüten wachsen immer wieder nach und blühen nach oben hin ab.

Aus den Blüten entwickeln sich scheibenförmige Spaltfrüchte, in denen die Samen enthalten sind. Diese Spaltfrüchte zerfallen, wenn sie reif sind. Teilweise bleiben sie den Winter über an der Pflanze und fallen erst im Frühjahr ab.

Echter Eibisch und Bienen und andere Insekten

Der Echte Eibisch ist eine wertvolle Bienenfutterpflanze. Bienen und Hummeln fliegen die sehr nektarreichen Blüten intensiv an.

Echten Eibisch mit anderen Pflanzen kombinieren

Der Echte Eibisch gilt als typische Pflanze für den Bauerngarten. Sie kann mit vielen anderen Pflanzen kombiniert werden, die wie der Eibisch einen sonnigen Standort lieben. Für Blumenrabatten bietet sich wegen seiner Größe ein Platz im hinteren Bereich an. An Zäunen gepflanzt wirkt er sehr schön, ist aber auch für die Bepflanzung am Rand von Gartenteichen gut geeignet.

Vermehrung

Eibisch vermehrt sich vor allem über Samen. Lässt du die Früchte an der Pflanze, so sät sie sich selbst aus. Du kannst sie aber auch ernten und im Herbst direkt ins Beet oder im Frühjahr aussäen. Da der Echte Eibisch ein Kaltkeimer ist, müssen die Samen mindestens für 10 Tage Temperaturen unter 5 Grad ausgesetzt sein. Daher die Samen bereits im Februar oder März ins Freiland aussäen. Die Samen keimen dann etwa im Mai.

Eibisch kann auch durch Teilung vermehrt werden. Dazu die Staude im Frühjahr oder Herbst ausgraben, teilen und die Pflanzteile wieder in die Erde setzen.

Echten Eibisch als Heilpflanze und in der Küche verwenden

Die Inhaltsstoffe des Echten Eibischs sind Schleimstoffe, Gerbstoffe, Asparagin, Stärke, ätherisches Öl, Pektin, saure Polysaccharide sowie Mineralstoffe. Diese sind vor allem in der Wurzel, dann in den Blättern und auch noch in den Blüten erhalten. Wohltuend ist ein Tee aus der Eibisch-Wurzel vor allem bei trockenem Reizhusten. Da Echter Eibisch auch entzündungshemmend wirkt, hilft er auch bei Entzündungen im Rachenraum und von Zahnfleisch.

Von der Pflanze kann nahezu alles verwendet werden: Die Blüten zur Dekoration in Salaten oder auf Speisen, die Samen schmecken geröstet im Müsli und aus der Wurzel lässt sich Tee zubereiten.

Echten Eibisch ernten

Blätter und Blüten am besten während des Sommer immer wieder pflücken. Zum Trocknen auf einem Tuch ausbreiten und an einen schattigen, luftigen Platz stellen. Die getrockneten Blätter und Blüten dann in einem dunklen Gefäß aufbewahren.

Die Wurzeln werden im Herbst ausgegraben. Gründlich säubern und auf einem Tuch trocknen lassen. Die getrockneten Wurzeln klein schneiden und in einem dunklen, verschließbaren Gefäß aufbewahren.

Tee zubereiten

Die Zubereitung eines Eibisch-Tees unterscheidet sich davon, wie normalerweise Tee gekocht wird. Für Eibisch-Tee werden getrocknete und zerkleinerte Blätter, Blüten oder Wurzeln für ein bis zwei Stunden in kaltes Wasser gelegt. Anschließend die Flüssigkeit auf Trinktemperatur erhöhen. Wichtig ist, dass der Tee nicht kocht, da durch die hohe Temperatur die Schleimstoffe verloren werden würden. Den Tee drei bis vier Mal täglich trinken.

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Diese Gartenideen wurden verfasst von der Redaktion freudengarten.


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