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Trauermücken bekämpfen

Trauermücken in der Blumenerde sind sehr lästig und werden schnell zur Plage. Jetzt 14 Tipps lesen, wie du die Fliegen loswerden kannst.

Trauermücken schaden den Zimmerpflanzen und sind zudem sehr lästig. Denn haben sie sich erst einmal eingestellt, umschwirren viele Fliegen die Zimmerpflanzen. Es lohnt sich schnell zu reagieren, wenn du die ersten Trauermücken bei deinen Zimmerpflanzen enzdeckst. Denn die Fliegen vermehren sich sehr schnell und nur bei geringem Befall lassen sie sich mit Hausmitteln bekämpfen.

Trauermücken – der Lebenszyklus

Trauermücken (Sciaridae) zählen zur Familie der Zweiflügler, sind nur etwa zwei Millimeter groß. Sie haben dunkle Flügel, mit denen sie nur einen taumelnden Flug hinbekommen, und einen langen, schlanken Körper. Was den Plagegeistern an Größe fehlt, machen sie durch ihre große Anzahl wett. Trauermücken treten nie alleine auf, sondern in Scharen, und zwar meistens in großen Scharen. Das liegt an der großen Vermehrungsfreude der kleinen Mücken. Jedes Weibchen legt etwa 200 Eier in die Blumenerde, aus denen nach etwa einer Woche die Maden schlüpfen. Die Maden sind nur fünf bis 10 Millimeter klein, durchsichtig und haben einen schwarzen Kopf. Zwei bis drei Wochen fressen sie faulende und gesunde Wurzeln, bevor sie sich verpuppen, um nach wenigen Tagen als Mücken zu schlüpfen. Die fünf Tage ihrer Lebenszeit als Mücken nutzen die Tierchen vor allem für dir Fortpflanzung, und so beginnt der Kreislauf von vorne.

Wie kommen Trauermücken ins Haus?

Trauermücken oder deren Eier werden meist durch Blumenerde oder die Blumenerde neuer Pflanzen eingeschleppt, in der sich unbemerkt Eier oder Larven der Trauermücken befinden. Blumenerde, die bei dir zu Hause nach einer Pflanzaktion übrig ist, solltest du nicht offen im Garten oder auf dem Balkon lagern. Sie sollte immer gut zugedeckt werden oder im Keller aufbewahrt werden. Im Winter ist die Blumenerde aber im Freien gut aufgehoben, da die Schädlinge bei Minus-Temperaturen erfrieren. Allerdings können die Trauermücken auch ganz frech beim Lüften durchs Fenster fliegen und sich bei deinen Zimmerpflanzen heimisch machen. Du siehst, ganz sicher bist du nie vor diesen Plagegeistern.

Sind Trauermücken schädlich?

Trauermücken sind für Menschen nicht schädlich und stechen auch nicht. Pflanzen hingegen leiden unter dem Befall mit den kleinen Tieren. Die Fliegen sind zwar nicht schädlich, wohl aber deren Larven. Diese kleinen durchsichtigen Würmchen nagen an den Wurzeln der Zimmerpflanzen. Zwar lieben sie vor allem alles was modert und schimmelt. Dabei machen sie aber nicht an modernden Wurzeln Halt, sondern knabbern an gesundem Wurzelwerk munter weiter. Sie haben es vor allem auf die feinen Wurzeln der Pflanzen abgesehen, die für die Wasserversorgung zuständig sind. Stecklinge und Keimlinge, die noch wenig Wurzeln haben, leiden besonders unter den gefräßigen Larven und gehen ein. Aber auch ein kümmerlicher Wuchs und hohl gefressene Stängel sind typische Schadbilder durch Trauermücken.

Warum habe ich plötzlich Trauermücken?

Du hast keine neuen Pflanzen und auch keine Pflanzen umgetopft, so dass die kleinen Tiere mit der Erde in die Wohnung gekommen sein könnten und trotzdem schwirren viele Fliegen auf deiner Fensterbank herum? Dann liegt die Schuld eindeutig bei dir, so unangenehm diese Wahrheit auch ist. Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit hast du deine Pflanzen zu viel gegossen. Denn Trauermücken lieben nasse Erde. Zudem faulen viele Wurzeln bei Staunässe – ein wahrer Leckerbissen für die kleinen Larven. Achte daher darauf, richtig zu gießen. Vor allem im Herbst reduziert sich der Wasserbedarf vieler Pflanzen, was oftmals übersehen wird.

Das hilft gegen Trauermücken

Zum Glück gibt es viele Möglichkeiten, den Trauermücken das Leben schwer zu machen und sie aus deiner Wohnung zu vertreiben. Wir stellen dir 14 Möglichkeiten vor:

1. Blumentöpfe austrocknen lassen

In trockener Blumenerde fühlen sich die Larven der Trauermücken nicht wohl. Ist die Erde trocken, können sich die Larven darin nicht mehr bewegen. Lasse daher die Pflanzen austrocknen und gieße danach sparsam weiter. Wenn möglich solltest du die Zimmerpflanzen über ihre Untersetzer gießen. Das überschüssige Wasser musst du nach etwa 20 Minuten ausgießen, um Staunässe zu vermeiden.

Tipp: Zimmerpflanzen richtig gießen, ist die wichtigste vorbeugende Maßnahme gegen Trauermücken und beugt einem neuen Befall vor.

2. Knoblauch in die Blumenerde stecken

Bei einem ersten Befall helfen Knoblauchzehen, die du zerhackt auf die Blumenerde legst oder in die Erde steckst. Nachteil dieser Methode ist, dass es dann im Zimmer ziemlich nach Knoblauch riecht. Umschwirren aber schon mehr als ein Dutzend Fliegen deine Zimmerpflanzen, solltest du zu effektiveren Mitteln greifen.

Übrigens: Der Tipp, Streichhölzer mit dem Kopf nach unten in die Erde zu stecken, hilft leider nichts. Denn die Streichhölzer, die es heute zu kaufen gibt, enthalten kein Schwefel mehr. Dieser Tipp funktioniert nur, wenn du richtige Schwefelhölzer hast.

3. Petersilie auf den Pflanztopf legen

Trauermücken mögen den Geruch von Petersilie nicht. Wenn du gehackte Petersilie auf die Blumenerde legst, bleiben die Mücken dieser Pflanze fern. Nachteil dieser Methode ist, dass sich die Fliegen andere Blumentöpfe zur Eiablage suchen und die Wirkung nach wenigen Tagen nachlässt.

4. Die Erde mit Zimt bestreuen

Erde im Blumentopf mit Zimt bestreuen, hilft zwar – aber nur bis zum nächsten Gießen. Dieser Tipp ist nicht sehr nachhaltig und höchstens bei sehr geringem Befall zu empfehlen.

5. Pflanzen umtopfen

Nicht alle Pflanzen vertragen trockene Erde, wie zum Beispiel Farne. Topfe die Pflanzen in frische Blumenerde und schüttle die alte so gut wie möglich ab. Bei dieser Methode ist allerdings die Gefahr groß, dass einige Larven in der Erde bleiben. Auch bei einem Umtopfen in Seramis oder Hydrokultur, haben Trauermücken künftig mangels Erde keine Chancen mehr, ihre Eier abzulegen. Allerdings sind nicht alle Pflanzen dafür geeignet. Wenn du die alten Pflanztöpfe verwendest, solltest du sie vorsichtshalber heiß ausspülen und mit Essig auswischen.

6. Blumenerde mit Quarzssand bedecken

Sand speichert bekanntlich kein Wasser. Mit einer etwa drei bis 10 Millimeter dicken Schicht Quarzssand auf der Blumenerde können die Weibchen der Stechmücken ihre Eier nicht mehr in die Erde ablegen. Wenn du keinen Quarzssand hast, kannst du auch Vogelsand verwenden.

Tipp: Bevor du den Sand auf der Blumenerde verteilst, trage mit einem Löffel die oberste Schicht Blumenerde ab, um einen Großteil der Larven zu entfernen.

7. Blumenerde mit Feinstrumpf bedecken

Eine andere Möglichkeit, die Weibchen der Trauermücken an der Eiablage zu hindern, ist es, dem Pflanztopf einen Feinstrumpf überzuziehen. Der Strumpf wird von unten über den Topf gezogen und rund um den Stamm der Pflanze verknotet. Der Strumpf sollte etwa fünf Wochen um den Topf gebunden sein. Nachteil dieser Methode ist, dass er nur bei einstämmigen Zimmerpflanzen möglich ist.

8. Larven ertränken

Feuchte Erde mag ja gut sein für Trauermücken, ein Wasserbad definitiv nicht. Stelle Blumentöpfe für mindestens einen Tag ins Wasser. Das ist selbst für die hartgesottenste Larve zu nass. Du wirst staunen, was sich da in dem Blumentopf getummelt hat. Allerdings ist die Erde danach erst mal ziemlich nass und bietet herumschwirrenden Trauermücken-Weibchen eine gute Möglichkeit zur Eiablage. Um das zu verhindern, kannst du die Blumenerde mit Sand bedecken. Für große Blumentöpfe ist diese Methode allerdings nicht geeignet.

9. Trauermücken mit Gelbstickern bekämpfen

Mit Gelbstickern kannst du Trauermücken ganz ohne Insektizide und Chemie bekämpfen. Die Fliegen werden von der gelben Farbe angelockt und bleiben an der Klebefläche der Sticker hängen. Ein weiterer Vorteil: auch die weißen Fliegen, Minierfliegen geflügelte Blattläuse und andere Schädlinge werden von den gelben Tafeln angelockt und bleiben daran hängen.

10. Niemöl

Niemöl wird aus den Samen des Niembaums (oder Neembaums) gewonnen und enthält Insektizide. Nehmen die Larven das Öl auf, so wird die Bildung von Chitin verhindert. Die Larven sterben ab und der Lebenszyklus der Trauermücken wird unterbrochen. Am besten fügst du Niemöl dem Gießwasser bei.

Tipp: Niemöl ist auch sehr effektiv bei der Bekämpfung von Spinnmilben, Blattläusen und Thripsen

11. Mit Wasserstoffperoxid gießen

Mit Wasserstoffperoxid machst du den Larven der Trauermücken den Garaus. Dies ist daher eine sehr effektive Methode, auch wenn es einige Zeit dauert, bis du Erfolge siehst. Verdünne ein Teil Wasserstoffperoxid mit vier Teilen Wasser und gieße die Pflanzen so damit, dass die oberste Schicht der Erde mit dem Wasserstoffperoxid-Gemisch gut eingeweicht ist. Durch das Wasserstoffperoxid gehen die Larven ein. Diese Methode wirkt noch besser, wenn du die Erde der Pflanze zuvor austrocknen lässt.

12. Diatomeenerde verwenden

Diatomeenerde besteht aus sehr feinen Teilen abgestorbener Kieselalgen. Das Pulver entzieht dem Körper der Maden der Trauermücken Feuchtigkeit, so dass sie sterben. Zudem verletzen sich die Mücken bei der Eiablage an den kleinen Scherben, so dass sie eingehen. Das Pulver wird großzügig auf die Blumenerde gestreut. Diatomeenerde muss über fünf Wochen, einen gesamten Lebenszyklus der Trauermücken, angewendet werden. Da das Pulver seine Wirksamkeit verliert, wenn es nass wird, solltest du die Pflanzen während der Anwendung mit einem Trichter gießen.

13. Biologische Bekämpfung von Trauermücken

In Blumenfenstern, in Wintergärten oder größeren Pflanzbehältern ist die Bekämpfung der Trauermücken besonders schwierig. Haben sich die Fliegen hier eingenistet, so hilft oft nur dir Bekämpfung durch Fressfeinde. Nematoden haben die Larven der Trauermücken zum Fressen gern. Je mehr Larven die Nematoden finden, desto besser vermehren sie sich, desto mehr Larven fressen sie – bis eben keine mehr da sind. Zum Glück funktioniert das mit der Vermehrung der Nematoden auch in die andere Richtung. Finden sie keine Nahrung mehr, so sterben sie ab. So musst du nicht befürchten, die eine Plage mit einer neuen ausgemerzt zu haben. Nematoden kannst du im Fachhandel oder online kaufen. Du solltest es nach dem Kauf möglichst rasch anwenden, da das Mittel nicht lange haltbar ist.

14. Bekämpfen der Larven mit Bakterien

Das Bakterium Bacillus thuringiensis bildet eiweißhaltige Sporen in der Erde, die für die Larven der Trauermücken giftig sind und die sie mit ihrer Nahrung aufnehmen. Diese Bakterien können gekauft und mit dem Gießwasser in die Erde gebracht werden. Bis sich ein Erfolg einstellt und die lästigen Mücken verschwinden, dauert zwar etwas, ist dafür aber sehr nachhaltig. Ein erneuter Befall ist sehr unwahrscheinlich.

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