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Staudensellerie anbauen

Die Stangen mit dem charakteristischen Aroma kannst du relativ einfach selbst anbauen. Alles was du dazu wissen solltest, erfährst du hier.

Botanische Information

Der Staudensellerie (Apium graveolens L. var. dulce) ist eine Pflanze aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Wildformen kommen natürlich von Europa bis Asien vor. Im Gegensatz zu seinem Verwandten dem Knollensellerie bildet der Staudensellerie nur sehr kleine Knollen aus. Verzehrt werden die fleischigen Blattstiele. Deshalb wird er auch als Stangensellerie bezeichnet. Er enthält viel Vitamin A. Sellerie wirkt grundsätzlich harntreibend und entschlackend. Bei akuten Nierenerkrankungen sollte deshalb der Verzehr von allen Selleriearten eingeschränkt werden. Außerdem wirkt sich Sellerie günstig auf das Verdauungssystem aus. Durch den hohen Gehalt von Staudensellerie regt dieser dadurch die Darmtätigkeit an. Er vertreibt nicht nur Hunger, sondern wirkt auch gegen Sodbrennen.

Standort und Boden

Für den Anbau von Sellerie sind Böden mit einer guten Nährstoff- und Wasserversorgung und einem hohen Humusanteil gut geeignet. Da er sehr empfindlich auf Verdichtung und Staunässe reagiert, sollte diese vermieden und der Boden vor dem Pflanzen gut gelockert werden. Für den Anbau sollte ein sonniger bis halbschattiger Standort im Beet oder in einem großen Kübel gewählt werden. Sellerie ist nicht besonders salzempfindlich.

Vorziehen

Sellerie benötigt eine warme Anzucht, da es sonst zur Bildung von Schossern kommen kann. Du solltest mit dem Vorziehen auf Fensterbank spätestens Anfang März beginnen. Um eine schnelle Keimung zu gewährleisten sind 18 – 20 ° C gut geeignet, danach reduzierst du die Temperatur auf 16 – 18 ° C. Diese sollte allerdings nicht unterschritten werden. Da Sellerie ein Lichtkeimer ist, reicht es die Samen nur sehr fein mit Erde zu bedecken. Nach den letzten Frösten können die Pflänzchen dann nach draußen umziehen.

Pflanzen und pflegen

Ab Mai nach den letzten Frösten kannst du die Pflanzen nach draußen ins Beet pflanzen. Du solltest dabei einen Abstand von 35 bis 40 cm einhalten. Der Boden rund um die Pflanzen muss regelmäßig mit einer Hacke gelockert und von Unkraut befreit werden. Dabei solltest du unbedingt aufpassen die Pflanzen dabei nicht zu verletzen. Außerdem ist es wichtig Sellerie immer gut zu gießen, da er Trockenzeiten nicht verträgt. Du solltest ihm immer wieder etwas Dünger geben, da er als Starkzehrer eine gute Nährstoffversorgung schätzt. Hornmehl ist dafür gut geeignet. Auch kannst du Stangensellerie gelegentlich mit einer leichten Kochsalzlösung gießen.

Es gibt ältere Sorten, bei welchen die Stangen gebleicht werden sollten. Dazu werden die Setzlinge in Gräben gepflanzt werden und allmählich mit Erde angehäufelt. Auch können die Blattspreiten zwei bis drei Wochen vor der Ernte zusammen gebunden und mit Zeitungspapier umwickelt werden. Neuere Sorten sind jedoch häufig selbst bleichend. Auch können alle Sorten ungebleicht verzehrt werden, durch das Bleichen werden die Stangen allerdings zarter.

Sobald die oberirdischen Stangen groß genug sind, dass ist circa sechs Wochen nach der Pflanzung, kannst du bereits den ersten Sellerie ernten. Dazu pflückst du einfach immer die äußeren Stangen ab. Es kann auch das gesamte oberirdische Grün abgeschnitten werden. Solange die unterirdischen Teile nicht beschädigt werden, können wieder neue Stängel austreiben. Den Staudensellerie kannst du so immer wieder bis in den Herbst beernten.

Fruchtfolge

Erst nach frühestens nach vier Jahren sollte Sellerie wieder am gleichen Standort angebaut werden. Klee oder Winterwicke sind geeignete Vorkulturen für alle Sellerie-Arten. In der unmittelbaren Nachbarschaft im Beet sollte auf andere Doldenblütler wie Möhre und Fenchel zu verzichtet werden.

Blüte

Sellerie ist eine zweijährige Pflanze. Sofern sie nicht im Herbst entfernt wird, zeigt sie im nächsten Sommer gelbe Doldenblüten bevor sie abstirbt. Durch schlechte Bedingungen wie Kälte oder Trockenheit kann die Blüte aber auch schon vorzeitig einsetzen.

Verwendung in der Küche

Staudensellerie kann als Rohkost zum Beispiel mit Dips gegessen werden. Die fleischigen Stiele können gegart oder gedünstet werden und zu Gemüsepfannen oder Wokgerichten hinzugefügt werden, dadurch nimmt ihr Aroma an Intensität zu. Auch können die Stangen in Stücke geschnitten werden, kurz blanchiert, in Eiswasser abgeschreckt und anschließend in Salate gegeben werden. So bleiben sie knackig. Stangensellerie ist außerdem Dekobestandteil des Cocktails Bloody Mary.

Falls nötig werden vor dem Verzehr die Fasern an den Stielen mit einem scharfen Messer oder einem Schäler entfernt. Neben den Stangen können auch die Blätter verzehrt werden.

Krankheiten und Schädlinge

Wie auch Knollensellerie kann auch Stangensellerie immer wieder mit Septoria-Blattflecken infiziert werden, ist aber deutlich weniger anfällig. Sie äußern sich durch braun-schwarze Flecken auf Blattober- und Unterseite. Vorbeugend kann eine Brühe aus Ackerschachtelhalm gesprüht werden.

Bei Absterben der Pflanzenherzen handelt es sich häufig nicht um eine Krankheit, sondern lediglich um Bormangel. Dieser kann mit Algenkalk in den Griff bekommen werden.

Dunklere Sorten erweisen sich meist tendenziell robuster, als hellere Sorten.

Sorten

Wenn du dir die Arbeit mit dem Bleichen sparen möchtest, solltest du darauf achten eine selbstbleichende Sorte zu wählen.

Die Sorte 'Tango' zeichnet sich durch saftige grüne Stängel und einen fein würzigen Geschmack aus. Sie ist widerstandsfähig gegen Schosser und Herzfäule. 'Tall Utah' ist eine tiefdunkelgrüne wüchsige und ertragreiche Sorte mit einem relativ milden Geschmack. Die Sorte 'Spartacus' ist selbstbleichend mit geringer Schosserneigung und robust gegenüber Krankheiten.

Autorin: Sophia Och

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Über die Autorin: Sophia Och, B. SC. Gartenbau

Mein Name ist Sophia Och. Ich habe Gartenbau in Freising an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf studiert. Meine freie Zeit verbringe ich am liebsten draußen umgeben von Grün. Neben meinem "beruflichen" Interesse an Pflanzen, bin ich selbst leidenschaftliche Hobbygärtnerin und versuche mich immer wieder gerne an Urban Gardening.


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