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Gewöhnlicher Natternkopf

Der Gewöhnliche Natternkopf (Echium vulgare) ist eine sehr pflegeleichte Gartenstaude, die die Bienen lieben, äußerst pflegeleicht ist und dazu noch wunderschön aussieht.

Botanische Information

Der Gewöhnliche Natternkopf (Echium vulgare) gehört zur Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae). Die Wildpflanze ist in Europa und Asien verbreitet und wächst nicht nur in Gärten, sondern findet sich auch auf humusarmen, trockenen bis halbtrockenen Brachflächen, Bahndämmen, Trockenrasen und Heidelandschaften. Auch daran erkennt man, dass der Gewöhnliche Natternkopf die robusteste Art unter den mehr als 60 Arten ist.

Die Staude ist zwei- bis mehrjährig. Im ersten Jahr bildet die Pflanze eine Blattrosette. Im zweiten Jahr wächst ein oder mehrere bis zu 80 Zentimeter hohe Stiele. Auf mehrere Stiele kannst du aber nur hoffen, wenn sich die Staude an ihrem Standort im Garten sehr gute Bedingungen vorfindet. An den Stielen bilden sich die violetten Blüten. Die Form der Blüten haben der Staude ihren Namen verliehen. Denn der rote Griffel hängt aus den Blüten und erinnert an eine gespaltene Zunge, die aus dem Natternkopf, das heißt der Blüte, herauszischelt. Schön ist das Farbspiel der Blüten. Anfangs sind sie noch zartrosa bis violett, um dann später zu einem kräftigen Blau zu wechseln. Echium vulgare ist ein wahrer Dauerblüher und blüht von Mai bis Oktober.

Der Stiel und die lanzettförmigen Blätter sind, wie es für Raublattgewächse typisch ist, behaart bzw. tragen kleine Borsten.

Standort und Boden

Wie in der Natur möchte der Gewöhnliche Natternkopf am liebsten auf sonnigen, warmen Standorten mit humusarmen und durchlässigen Böden stehen. Sie passen daher gut in Kiesbeete von naturnahen Gärten oder ähnlichen Plätzen. Die Staude wächst auch mit nährstoffreicheren Böden zurecht, allerdings stirbt sie dort meist nach dem zweiten Jahr ab.

Pflanzen und pflegen

Da der Natternkopf eine lange Pfahlwurzel bildet, benötigt er ein tiefes Pflanzloch. Bei schweren Böden die Erde mit Sand oder Splitt durchlässiger machen, da die Pflanze Staunässe nicht verträgt. Nur wenige Wochen nach dem Pflanzen braucht der Natternkopf eine regelmäßige Wasserversorgung. Dann muss er wegen seiner bis zu zwei Meter langen Pfahlwurzel muss er auch bei großer Trockenheit nicht mehr gegossen werden. Wenn du mehrere Exemplare des Echium vulgare pflanzst, achte auf einen Pflanzabstand von etwa 40 Zentimetern. Der Gewöhnliche Natternkopf ist als Wildpflanze eine sehr pflegeleichte Pflanze fürs Staudenbeet. Nur im Frühjahr müssen die vertrockneten Stiele abgeschnitten werden.

Blüten

Der Gewöhnliche Natternkopf ist als Dauerblüher sehr schön in sommerlichen Blumenrabatten. Denn er zeigt seine Blüten von Mai bis Oktober. Dennoch wird es nicht langweilig, denn die Farbe der Blüten verändert sich im Lauf des Sommers. Anfangs sind die Blüten noch Rosa, um dann später blau zu werden. Die Farbe der Blüten ist ein Zeichen für Bienen und andere Pollensammler. Denn wenn die Blüten keinen Pollen mehr haben, also „abgeerntet“ sind, werden sie dunkler. Nektar gibt es aber weiterhin bei den Blüten zu holen. Diesen Farbwechsel der Blüten kannst du übrigens auch beim Lungenkraut beobachten, das mit dem Natternkopf verwandt ist.

Vermehrung und Aussaat

Als Wildpflanze vermehrt sich Echium vulgare von ganz alleine, wenn du die Blütenstände nicht abschneidest und der Staude die Möglichkeit gibst, sich selbst zu versamen. So ist der Fortbestand der Gewöhnlichen Natternkopfs auch in nährstoffreicheren Gartenböden gewährleistet.

Wer noch keinen Natternkopf im Garten hat, kann Echium vulgare leicht mit Samen ziehen. Allerdings solltest du die Staude direkt ins Beet aussäen und auf eine Vorkultur im Haus verzichten. Wegen der langen Pfahlwurzel ist sie beim Umpflanzen sehr empfindlich. Als zweijährige Staude blüht sie allerdings erst im zweiten Jahr, wenn du sie im Frühjahr aussäst. Bei der Aussaat im Herbst erleben die Keimlinge noch den Winter als Kältephase und blühen dann im darauffolgenden Sommer. Wer die Aussaat im Sommer vergessen hat, kann es im zeitigen Frühjahr versuchen und bereits im Februar direkt ins Freiland aussäen. Mit etwas Glück bekommen die Keimlinge noch eine Kältephase mit und blühen im gleichen Jahr.

Übrigens: Der Gemeine Natternkopf ist ein Dunkelkeimer. Daher das Saatgut immer mit Erde bedecken.

Da der Natternkopf eine tiefe Pfahlwurzel hat, lässt er sich durch Teilung nicht vermehren.

Bienen und andere Insekten und der Gewöhnliche Natternkopf

Der Gewöhnliche Natternkopf liefert Nektar und ist nicht nur bei Bienen, sondern auch bei Schwebfliegen und Schmetterlingen sehr beliebt. Vor allem der Mittlere Weinschwärmer (Deilephila elpenor), , der Große Kohlweißling (Pieris brassicae), der Schwalbenschwanz (Papilio machaon) und Nachtfalter wie der Distelfalter (Vanessa cardui) besuchen gern die Blüten der Staude. Die Raupen von Schmetterlingen finden sich zwar gelegentlich an der Staude. Sie spielt aber keine große Rolle als Nahrungspflanze für Raupen.

Schöne Begleiter für den Gewöhnlichen Natternkopf

Der Gewöhnliche Natternkopf sieht in naturnahen Gärten am schönsten aus. Wunderschöne Gartenbilder ergeben sich, wenn zum Beispiel neben der Witwenblume (Knautia), der Katzenminze (Nepeta), dem Sonnenhut (Echinacea) , der Kugeldistel (Echinops), der Spornblume (Centranthus), dem Ehrenpreis (Veronica)oder der Wolfsmilch (Euphotbia) wächst.

Krankheiten und Schädlinge

Echium vulgare ist sehr robust und unempfindlich gegenüber Krankheiten. Nur in regnerischen Sommern, und wenn die Pflanzen zu eng stehen, können sie von Mehltau befallen werden. Seine haarigen Borsten schützen den Natternkopf sogar vor Schneckenfraß.

Sorten

Wer gerne bienenfreundliche Pflanzen im Garten oder auf dem Balkon pflanzt, kann sich bei wenig Platz auch für kleiner wachsende Sorten entscheiden. Der Der Wegerichblättrige Natternkopf (Echium plantagineum) wird nur 45 Zentimeter hoch und passt somit im Pflanzkübel auf (fast) jeden Balkon.

Wem die Farbe Rot gefällt, kann auch den Russischen Natternkopf (Echium russicum) anpflanzen, der wunderschöne dunkelrote Blüten hat, aber weniger stark wächst wie der Gemeine Natternkopf.

Der Gewöhnliche Natternkopf als Heilpflanze

Der Gewöhnliche Natternkopf ist als Heilpflanze nicht sehr bekannt. Bei äußerlicher Anwendung soll er bei Verstauchungen und Entzündungen der Haut helfen. Frische Pflanzenteile, am besten die blühenden Pflanzenspitzen, oder die Wurzel werden dazu zu einem Brei verarbeitet und auf die schmerzenden Stellen aufgetragen. Als Tee soll er bei Fieber und Kopfschmerzen helfen.

Allerdings gilt der Natternkopf auch als schwach giftig. Man sollte ihn daher nur in kleinen Mengen zu sich nehmen.

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Diese Gartenideen wurden verfasst von der Redaktion freudengarten.


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