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Hügelbeet anlegen und richtig bepflanzen

Mit einem Hügelbeet kannst du die Anbauzeit für Gemüse im Garten verlängern und die Anbaufläche vergrößern. Hier eine Anleitung, wie du ein Hügelbeet bauen kannst und welche Vorteile ein Hügelbeet hat.

Ein Hügelbeet besteht aus vielen Grünabfällen, die nach einem bestimmten System geschichtet werden. Es bietet ähnliche Vorteile wie ein Hochbeet, nämlich eine gute Nährstoffversorgung für die Pflanzen. An einem Hochbeet lässt sich bequemer arbeiten, da es eine feste Einfassung hat. Ein Hügelbeet verrottet nach etwa sechs Jahren, ohne dass Abfälle entsorgt werden müssen.

Vorteile eines Hügelbeets

  • Längere Anbauzeit Im Frühling , wenn es noch kalt und nass ist, wachsen schon viele Gemüsepflanzen auf dem Hügelbeet. Sie profitieren von einer Art natürlicher Fußbodenheizung. Denn die Grünabfälle, die im Inneren des Hügelbeets verrotten, erzeugen Wärme, von der das Gemüse profitiert, so dass es besser wächst und schneller reift. Die Wärme, die entsteht, verlängert auch die Anbauzeit im Herbst. Außerdem profitieren die Gemüsepflanzen von ihrer „Hanglage“. Sie wachsen erhöht, bekommen mehr Sonne ab und werden von dem Hügel vor Wind und Kälte geschützt.

  • Gute Versorgung mit Nährstoffen Die Gemüsepflanzen profitieren von dem organischen Material im Inneren des Gemüsebeets und werden davon wie mit einem Langzeitdünger versorgt.

  • Größere Anbaufläche Wegen der Wölbung des Beets vergrößerst du mit einem Hügelbeet die Anbaufläche in deinem Garten.

  • Gute Drainage Überschüssiges Regenwasser kann gut abfließen, so dass die Wurzeln bei anhaltenden Regenfällen nicht dauerhaft nass sind. Die Pflanzen trocknen schneller, so dass sie weniger anfällig für Pilzkrankheiten sind.

  • Hügelbeet aus Gartenabfällen Ein Hügelbeet wird aus Gartenabfällen gebaut, wie zum Beispiel Ästen, Brombeerranken, Laub, Rasenschnitt und anderem Grünabfall. Diese bilden den Kern des Hügelbeets und müssen nicht zum Wertstoffhof gefahren werden.

  • Keine Abfälle nach Nutzung Das organische Material verrottet und das Hügelbeet senkt sich im Lauf der Zeit. Nach sechs Jahren ist vom Hügelbeet nur gute Komposterde übrig. Es müssen keine Materialien entsorgt werden.

Ein Hügelbeet anlegen

Bei der Anlage eines Hügelbeets entstehen keine Kosten. Allerdings ist etwas Zeit und Muskelkraft nötig. Hier eine Anleitung.

1. Ausrichtung und Größe eines Hügelbeets

Ein Hügelbeet sollte in Nord-Süd-Richtung angelegt werden, damit alle Pflanzen möglichst viel Sonne abbekommen. Es sollte etwa 150 Zentimeter breit und höchsten 100 Zentimeter hoch werden. Die Länge kannst frei gestalten.

2. Hügelbeet Aufbau

Ein Hügelbeet besteht aus mehreren Schichten. Jede Schicht solltest du verdichten, damit keine Hohlräume entstehen. Auch das Bewässern der einzelnen Schichten kann nötig sein, weil bei Trockenheit der Rotteprozess entweder schlecht startet oder zum Erliegen kommt.

  • Zuerst musst du für den Boden des Hügelbeets einen etwa 25 bis 40 Zentimeter tiefen Graben ausheben. Den Aushub brauchst du später noch, du solltest ihn daher nicht verteilen. Falls es bei dir Wühlmäuse gibt, kannst du ein engmaschiges Drahtnetz auf die ausgehobene Fläche legen.

  • In die Grube kommen Baumstämme, Äste, Heckenschnitt, Brombeerranken oder abgeschnittene Stauden. Diese bilden den „harten Kern“ deines Hügelbeets und sorgen für eine gute Drainage. Dieser Kern sollte etwa 40 Zentimeter hoch sein. Lasse zum Rand des Hügelbeets ebenfalls etwa einen halben Meter Platz.

  • Die Äste werden mit der ausgehobenen Erde aufgefüllt, damit keine Hohlräume entstehen. Wenn du Rasensoden hast, kannst du mit diesen – mit dem Grün nach unten - die Äste abdecken. Für die Abdeckung des Kerns des Hügelbeets kannst du auch eine dicke Lage Zeitungspapier verwenden. Diese Schicht sollte etwa 10-15 Zentimeter hoch sein.

  • Jetzt wird Herbstlaub oder Stroh, gern vermischt mit Erde, etwa 20 Zentimeter hoch auf das Hügelbeet geschichtet.

  • Anschließend kommt eine Schicht verrotteter Stallmist oder grober Kompost in einer Höhe von 15 Zentimetern auf den Hügel.

  • Die letzte Schicht besteht aus reifem Kompost und Gartenerde. Diese sollte 15 bis 25 Zentimeter hoch sein.

  • Bedecke das Hügelbeet anschließend mit einer dicken Mulchschicht wie zum Beispiel Stroh, oder mit einem Vlies, damit über den Winter die Erde nicht weggeschwemmt wird. Auch die Ansaat von Gründüngung schützt die Humusschicht vor Regen, Wind und Unkraut.

Tipp: Du brauchst ziemlich viel Grünabfälle, um ein Hügelbeet zu bauen. Beginne rechtzeitig im Sommer, Gartenabfälle zu sammeln.

3. Hügelbeet bepflanzen

Auf das Hügelbeet solltest du besser vorgezogene Pflanzen setzen und kein Gemüse ansäen, da durch die schräge Lage die Samen leicht weggeschwemmt werden.

Du kannst alle Gemüsearten pflanzen, die dir schmecken. Du solltest dich allerdings an den Nährstoffbedarf der Pflanzen richten und in den ersten Jahren vor allem Starkzehrer anbauen. Später folgen dann die Mittel- und Schwachzehrer.

  • Pflanzvorschläge für die Jahre 1-2 In den ersten beiden Jahren ist die Erde sehr nährstoffreich, so dass vor allem die Starkzehrer unter den Gemüsepflanzen angebaut werden sollten, wie zum Beispiel Zucchini, Tomaten, Mais, Auberginen, Melonen, Kartoffeln, Brokkoli, Blumenkohl oder Kürbisse.

  • Pflanzvorschläge für die Jahre 2 - 3 Nach zwei Jahren kommen dann die Mittelzehrer auf das Hügelbeet, wie zum Beispiel Karotten oder Zwiebeln. Ab dem dritten Jahr werden dann die Gemüsesorten angebaut, in deren Blättern sich viel Nitrat ansammelt, wie Salat, Mangold oder Spinat, aber auch Bohnen, Radieschen, Erbsen oder verschiedene Kräuter.

  • Pflanzvorschläge nach dem 3. Jahr Das Nährstoffangebot für die Gemüsepflanzen nimmt von Jahr zu Jahr ab. Du kannst weiter Salate und andere Schwachzehrer anbauen. Ab dem vierten Jahr kannst du Erdbeeren auf das Hügelbeet pflanzen.

  • Nach sechs Jahren ist in der Regel das organische Material im Inneren des Hügelbeets verrottet, und du musst an anderer Stelle ein neues Hügelbeet errichten.

4. Hügelbeet bewässern

Das Gießen des Hügelbeets kann Probleme bereiten, da das Wasser schnell abfließt und leicht versickert. Bei starkem Regen kann zudem die Humusschicht weggeschwemmt werden. Du solltest daher die Erde auf dem Hügelbeet mit Mulch abdecken und so einem schnellen Austrocknen und dem Wegschwemmen der Humusschicht vorbeugen. Eine Mulde auf dem Scheitelpunkt des Hügelbeets dient als Wasserspeicher, so dass Wasser langsam versickern kann.

Bildnachweis:

Foto Gemüsebeet und Pflanzen setzen von Markus Spiske on Unsplash

Foto Kohl in Stroh von Arnaldo Aldana on Unsplash


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