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Zimmerpflanzen gießen – so geht es richtig

Zimmerpflanzen richtig gießen ist nicht so leicht. Was ist zu viel, was zu wenig und vor allem, was ist die richtige Menge Wasser? Wie oft gießen und mit welchem Wasser? Hier findest du Antworten auf alle diese Fragen.

Der Schlüssel für gesunde Zimmerpflanzen ist das richtige Gießen. Was so leicht klingt, ist nicht so leicht getan. Viele Besitzer von Zimmerpflanzen gießen zu viel oder zu wenig und beklagen dann ihren fehlenden grünen Daumen, wenn die Zimmerpflanzen sich mühsam am Leben halten. Dabei ist es einfach, Zimmerpflanzen richtig mit Wasser zu versorgen, wenn du dich an folgende Regeln hältst.

1. Das beste Wasser für Zimmerpflanzen

Zimmerpflanzen lieben Regenwasser. Leitungswasser ist oft kalkhaltig. Manche Pflanzen, wie Orchideen, Farne , Bromelien, Gardenien und Wachsblumen reagieren empfindlich auf kalkhaltiges Wasser. Diese solltest du daher mit Regenwasser oder kalkfreiem Wasser gießen. Wenn du kein Regenwasser zur Verfügung hast. kannst du Wasser auch „weicher“ machen, indem du ein Drittel destilliertes Wasser hinzufügst. Auch Wasser, das mit Wasserfiltern mit erneuerbaren Ionenaustauschern aufbereitet wurde, ist gutes Gießwasser für diese Pflanzen.

Die meisten Zimmerpflanzen vertragen Leitungswasser allerdings sehr gut. Dennoch erhöht sich durch im Lauf der Zeit durch den Kalk der pH-Wert des Substrats und liegt dann häufig über dem, was den Pflanzen gut tut. Dieses Problem lässt sich am einfachsten beim Umtopfen lösen: Schüttle die alte Blumenerde so gut wie möglich ab und ersetze sie durch neue.

Den pH-Wert der Pflanzerde kannst du übrigens auch anderweitig leicht senken. Kaffeesatz ist ein einfaches Hausmittel, um die Erde “saurer“ zu machen. Auch ein Spritzer Essig in Gießwasser erfüllt den gleichen Zweck. Das Problem ist jedoch hier die Dosierung. Zu viel Essig macht das Substrat schnell zu sauer. Für Zimmergärtner sind pH-Messgeräte in der Regel zu teuer, um den genauen Bedarf festzustellen. Daher solltest du sehr vorsichtig mit Essig im Gießwasser umgehen.

Abgestandenes Wasser hat übrigens nicht weniger Kalk als frisch der Leitung entnommenes Wasser. Es hat aber Zimmertemperatur und wird von den Pflanzen besser vertragen. Du solltest daher die Gießkanne nach dem Gießen wieder füllen und auf der Fensterbank stehen lassen.

2. Wie häufig muss man Zimmerpflanzen gießen?

Die meisten Menschen gießen ihre Zimmerpflanzen immer an bestimmten Tagen in der Woche. Das schützt die grünen Mitbewohner davor, vergessen zu werden und vertrocknen zu müssen. Dennoch darf nicht streng nach einem zeitlichen Plan gegossen werden. Vor jedem Gießen muss immer überprüft werden, ob die Pflanzen tatsächlich Wasser brauchen. Die beste und einfachste Methode ist es, den Finger etwa zwei Zentimeter tief in die Erde zu stecken. Ist die Erde noch feucht, brauchst du nicht gießen.

Der Wasserbedarf der Zimmerpflanzen ist unterschiedlich. Es gibt Pflanzen, die dauerhaft feuchtes Substrat brauchen und andere, bei denen die Erde zwischen jedem Gießen trocken sein sollte. Zwischen diesen beiden Extremen liegt der Wasserbedarf der meisten anderen Zimmerpflanzen. Diese müssen dann gegossen werden, wenn die oberste Erdschicht im Pflanztopf trocken ist. Am einfachsten ist es, sich die Pflanzen nach dieser Regel zu gießen und sich die zu merken, die besonders viel und die, die besonders wenig Wasser brauchen.

Auch die Jahreszeit und der Standort beeinflussen den Wasserbedarf. Im Frühling und Sommer sowie an sonnigen Standorten brauchen die Pflanzen in der Regel mehr Wasser als in der kühlen Jahreszeit und an dunkleren Plätzen im Zimmer.

3. Wie viel Wasser brauchen Pflanzen bei jedem Gießen?

Bei jedem Gießen sollte die Erde im Pflanztopf immer gut nass werden. Das ist dann erreicht, wenn das Wasser unten aus dem Pflanztopf heraus läuft. Das überschüssige Wasser musst du nach dem Gießen aus dem Übertopf ausleeren, damit keine Staunässe im Pflanztopf entsteht. Wenn dir das zu lästig ist, kannst du in den Übertopf eine Schicht Kieselsteine füllen. Das ausgelaufene Wasser kann dann verdunsten, ohne dass die Pflanzen „nasse Füße“ bekommen.

4. Was tun, wenn ich Zimmerpflanzen zu viel gegossen habe?

Die meisten Pflanzen gehen ein, weil sie zu viel Wasser bekommen. Das Problem ist, dass sie, wenn sie zu welken beginnen, werden sie noch mehr gegossen. Dabei ist ihre Wasseraufnahme gestört, weil die Wurzeln zu faulen beginnen.

Wenn eine Pflanze zu lange in feuchter Erde stand, solltest du auf jeden Fall mit dem Gießen warten, bis die Erde fast trocken ist. Noch besser ist es, die Pflanze aus dem Pflanztopf zu nehmen, so dass der Wurzelballen schneller trocken werden kann.

Tipp: Wenn du dazu neigst, Zimmerpflanzen zu stark zu gießen, verwende Tontöpfe. Dann kann das Wasser schneller verdunsten.

5. Pflanzen zu wenig gießen

Wenn Pflanzen ihre Blätter hängen lassen und die Erde so trocken ist, dass sich ein Spalt zwischen Erde und dem Topfrand auftut, dann ist der Tod der Zimmerpflanze oft nicht mehr zu vermeiden. Es gibt zwar einige Zimmerpflanzen, die sich von derartiger Trockenheit erholen, viele sind aber nicht mehr zu retten. Zimmerpflanzen, die kurz vor dem Hungertod stehen, solltest du sofort in einen Eimer mit Wasser stellen, so dass sich die Erde vollkommen mit Wasser vollsaugen kann. Wenn keine Luftblasen mehr aus dem Topf aufsteigen, kannst du die Pflanze aus dem Eimer nehmen. Lasse überschüssiges Wasser erst ablaufen, bevor du sie wieder in ihren Übertopf stellst.

Wenn du den Eindruck hast, dass deine Zimmerpflanzen zu schnell austrocknen, ist der Pflanztopf höchstwahrscheinlich zu klein geworden und die Pflanze muss umgetopft werden.

6. Wie werden Zimmerpflanzen richtig gegossen?

Du kannst Zimmerpflanzen auf verschiedene Weisen gießen. Jede Variante hat Vor- und Nachteile.

  • Pflanzen von oben gießen Dies ist die üblichste Art, Pflanzen zu gießen. Gib den Pflanzen so viel Wasser, bis es unten aus dem Tontopf wieder herausfließt. Vergiss nicht, das überflüssige Wasser aus dem Untersetzer auszugießen.

Vorteil dieser Methode ist, das Pflanzen so seltener zu viel gegossen werden. Außerdem lassen sich so schnell eine große Anzahl von Pflanzen gießen.

Nachteilig ist, dass es schwer ist festzustellen, ob die Pflanzen genug Wasser erhalten haben und ob der Wurzelballen gut durchnässt ist. Außerdem bleibt die oberste Schicht der Erde länger nass und kann Fliegen einen futen Nährboden bieten.

  • Pflanzen zum Gießen in ein Wasserbad tauchen Eine andere Möglichkeit ist es, die Zimmerpflanze mit ihrem Pflanztopf in einen Eimer Wasser zu tauchen, so dass sich die Erde vollkommen vollsaugen kann. Wenn du diese Methode immer anwendest, ist die Gefahr allerdings groß, dass die Pflanzen zu viel Wasser bekommen, weil die Erde nicht richtig abtrocknen kann. Außerdem macht es ziemlich viel Mühe, Zimmerpflanzen auf diese Art zu wässern, zumindest, wenn du mehrere und größere Pflanzen hast. Für Orchideen und andere Aufsitzerpflanzen ist dies aber genau die richtige Gießmethode. Sie wachsen in Astgabeln von Bäumen und sind an heftige Regengüsse angepasst, die den Wurzelballen vollkommen durchnässen.

  • Pflanzen von unten wässern Eine andere Möglichkeit ist es, Wasser in die Übertöpfe oder Pflanzuntersetzer zu gießen, so dass die Erde das Wasser von unten aufsaugen kann. Die Vorteile dieser Methode sind, dass die obere Erdschicht trocken bleibt, so dass es keine Brutstätten für Essigfliegen gibt. Außerdem bleiben die Blätter und Stängel der Pflanzen trocken. Damit diese Art zu gießen nicht zu Staunässe führt, ist es wichtig, die Übertöpfe nach 20 Minuten zu kontrollieren und Wasser, das bis dahin nicht aufgesogen wurde, auszugießen.

7. Was ist die richtige Drainage für Zimmerpflanzen?**

Wie bereits erwähnt, sind zu nasse Erde und Staunässe der häufigste Grund, weshalb Zimmerpflanzen eingehen. Verwende daher ausschließlich Pflanztöpfe mit einem Abflussloch. Lege über das Abflussloch eine Tonscherbe oder einen kleinen Kieselstein, damit des Wasser nicht zu schnell aus dem Topf abfließen kann oder das Loch durch Wurzeln verstopft wird.

Zusätzlich kannst du unten in den Pflanztopf eine Schicht Blähton oder kleine Kieselsteine einfüllen, damit das Wasser gut abfließen kann. Eine Stück Vlies verhindert, dass sich die Erde mit dem Blähton vermischt.

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