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Königskerze

Königskerzen haben auffällige, gelbe Blüten, die an Kerzen erinnern. Wir geben Tipps zur Aussaat, Pflege und Vermerhung dieser prächtigen zweijährigen Staude.

Mit Königskerzen holst du dir nicht nur eine pflegeleichte, auffällige Pflanzen in den Garten, sondern auch sehr wirksame Heilpflanzen, die gegen Husten, Schwellungen und Krämpfe helfen.

Allgemeines zur Königskerze

Königskerzen gehören zur Familie der Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae) und kommen in mehr als 300 Arten vor. Die zweijährigen Stauden bilden im ersten Jahr eine Blattrosette aus, im zweiten Jahr wächst der lange Blütenstängel. Dieser wird bis zu zwei Meter hoch und ist mit vielen kleinen, gelben Blüten bestückt. Diese gehen nacheinander, spiralförmig unten am Stängel beginnend, auf, so dass Königskerzen lange blühen – von Juli bis September. Im Laufe des Sommers bilden sich immer mehr Seitentriebe, an denen wiederum viele gelbe Blüten wachsen.

Königskerzen kommen in Europa, Nordafrika und Nordasien vor. Die Pflanzen vermehren sich leicht über Samen. Dies und der Umstand, dass die Pflanzen wenig Ansprüche an den Boden stellen, trägt dazu bei, dass die Pflanzen wild auf Schuttplätzen, Brachland oder neben Bahngleisen wachsen.

Nach zwei Jahren sterben die Königskerzen ab. Zuvor haben sich viele Samen gebildet und verstreut, so dass die Pflanze auch im nächsten Jahr wieder im Garten wachsen wird.

Namensherkunft

Um den Namen der Königskerze ranken sich viele Geschichten, die den Namen der Pflanze erklären. So wurde der Blütenstängel früher mit Pech und Schwefel bestrichen oder in Harz getaucht und als Fackel verwendet - daher der Name "Königskerze".

Ihren weiteren Namen „Wollblume“ hat sie wegen ihrer behaarten Blätter erhalten. Auch die Blätter wurden zum Lichtmachen verwendet. Die Blätter wurden in schmale Streifen geschnitten und als Dochte verwendet, da sie sich wegen der feinen Härchen schnell entzündeten.

Die Königskerze als Heilpflanze

Es werden drei Arten der Königskerzen als Heilkräuter verwendet: die kleinblütige Königskerze (Verbascum thapsus), die großblumige Königskerze (Verbascum densiflorum) und die gemeine (Verbascum phlomoides). Die kleinblütige Königskerze hat kleinere Blüten als ihre beiden Verwandten. Kennzeichen der großblumigen Königskerze ist ihr wollig behaarter Stängel, große gekerbte, grauweiße Blätter und leuchtend gelbe Blüten.

Zur Herstellung von Arzneien und Tees werden die Blüten verwendet. Wichtig für ihre heilende Wirkung sind vor allem die in der Königskerze enthaltenen Schleimstoffe, Sapione, Xanthophylle und ätherisches Öl.

Die Schleimstoffe legen sich wie ein Schutzfilm um die Schleimhäute in Mund und Rachen und wirken beruhigend. Sapione sorgen dafür, dass sich Sekret löst. Tee aus den Blüten der Königskerze lindern das Kratzen im Hals und damit den Hustenreiz. Da der Tee mild wirkt und angenehm schmeckt, wird er auch für Kinder empfohlen.

Standort und Pflege

Königskerzen benötigen einen vollsonnigen Standort. Sie kommen gut mit Trockenheit zurecht, da der graue Flaum auf den Blättern sie vor Austrocknung schützt.

An den Boden stellen sie keine großen Ansprüche und wachsen auf kargen und durchlässigen Böden. Einmal gepflanzt brauchen Königskerzen keine Pflege mehr. Sie zählen zu den so genannten Gartenvagabunden, die sich selbst im Garten ansiedeln und jedes Jahr mit neuen Standorten überraschen. Daher sind sie vor allem für Naturgärten geeignet.

Schöne Pflanzpartner für Königskerzen

Königskerzen sind schöne Pflanzen für einen Naturgarten. Die großen, langen Blütenstängel sehen imposant aus. Besonders gut wirken sie, wenn mehrere Pflanzen in Gruppen zusammen stehen. Ihre Pflanzpartner müssen ähnliche Standortbedingungen und Anforderungen an den Boden haben. Gut geeignet sind zum Beispiel Ziergräser. Das Blau von Katzenminze, Lavendel oder Blauer Ehrenpreis sorgt für eine attraktive Farbkombination. Schöne Gartenbilder mit entstehen auch mit Fackellilien oder Schwertlilien.

Königskerzen aussäen

Wenn sich im Herbst die Samen der Königskerzen schwarz färben, sind die reif und können geerntet werden. Die Samen noch in kleine Töpfen ansäen. Die Erde feucht, aber nicht nass halten. Die Töpfe in die Erde setzen und die kleinen Pflanzen etwas geschützt draußen überwintern lassen. Im Frühjahr die Königskerzen an ihren Platz im Garten verpflanzen. Königskerzen können auch noch im Frühjahr ausgesät werden.

Wenn du keinen Wert auf einen bestimmten Standort legst, kannst du die Königskerze sich aus selbst aussäen lassen. Dann einfach den Blütenstängel nach der Blüte den Winter über stehen lassen.

Königskerzen vermehren

Königskerzen können nicht nur durch Aussaat, sondern auch durch Wurzelschnittlinge vermehrt werden. Dazu den Wurzelballen freilegen oder mit einer Grabegabel aus der Erde heben. Dann etwa sieben Zentimeter lange Wurzelstücke abschneiden. Da die Stecklinge wieder in der gleichen Wuchsrichtung eingepflanzt werden müssen, schneidest du das untere Wurzelstück am besten schräg ab. Dann die Wurzelstecklinge einpflanzen. Das obere Ende muss dabei etwa ein Zentimeter unter der Erde sein. Den Steckling dann an einem geschützten Platz im Garten oder im unbeheizten Gewächshaus überwintern.

Blüten der Königskerzen ernten und trocknen

Zur Herstellung von Tee werden die Blüten der Königskerze geerntet. Dazu die Blüten einzeln abzupfen und auf einem Tuch an einem schattigen Platz trocknen lassen. Wähle einen trockenen Tag aus, damit die Blüten nicht nass sind. Verfärben sich die Blüten beim Trocknen braun, so haben sie nicht mehr die volle Wirkung. Getrocknete Blüten in dunklen, gut verschließbaren Gläsern aufbewahren.

Die Blüten der Königskerzen lassen sich gut mit getrockneten Pflanzteilen von Fenchel, Thymian und Spitzwegerich mischen.

Königskerzen für Bienen und Insekten

Königskerzen bieten zwar wenig Nektar, gelten aber als hervorragende Pollenlieferanten. Daher tummeln sich an den Blüten der Königskerzen viele Bienen, Hummeln, Käfer und Schwebfliegen.

Blüten der Königskerzen essen##

Die Blüten der Königskerzen sind essbar. Daher kannst du sie zur Dekoration von Speisen und Salaten verwenden oder aus ihnen auch Blütensirup herstellen. Getrocknete Blüten kannst du auch mit anderen Kräutern mischen und daraus Kräutersalz machen.

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Diese Gartenideen wurden verfasst von der Redaktion freudengarten.


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