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Wildsalate erkennen und sammeln

Wildkräuter werden oft als Unkraut bezeichnet. Dabei sind viele von ihnen essbar und sehr gesund. Wir geben Tipps zum Sammeln und Verwenden der Wildsalate und verraten, was sie in sich haben.

Wildsalate, auch Wildkräuter oder Wildgemüse genannt, sind Wildpflanzen, das heißt, dass sie nicht durch Züchtungen verändert wurden. Sie werden auch oft Unkraut genannt, weil sie eben wild wachsen, dort, wo sie gute Bedingungen vorfinden, aber nicht unbedingt vom Gärtner oder der Gärtnerin erwünscht sind. Dabei hat der Begriff ‚Unkraut‘ einen negativen Klang, der den Wildsalaten Unrecht tut. Denn Wildkräuter haben wertvolle Inhaltsstoffe, sind kostenfrei zu haben und oft von so intensivem Aroma, so dass sie wie Gewürze eingesetzt werden können und damit eine Bereicherung für unsere Salate und Gerichte. Wildsalate können schon vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst geerntet werden.

Wildkräuter sammeln

Wildsalate zu sammeln ist nicht allzu aufwändig, denn sie wachsen direkt in unserer Nähe: in Wäldern, Flussauen, Ackerrändern oder Wiesen. Die Herausforderung ist nicht, die Wildkräuter zu finden, sondern sie zu erkennen. Falls du nicht sicher bist, kannst du die Kräuter mit Hilfe von Büchern identifizieren.

Warum Wildkräuter essen?

Wildkräuter sind eine Bereicherung unseres Speiseplans. Sie sind sehr intensiv im Geschmack und können daher Salate und andere Speisen um neue Geschmacksnuancen bereichern. Außerdem sind Wildsalate reich an Vitaminen und bioaktiven Pflanzenstoffen. So sollen die Bitterstoffe, wie sie zum Beispiel in Löwenzahn, Gänseblümchen oder Schafgarbe enthalten sind, eine gesunde Darmflora unterstützen. Darüber hinaus sind in Wildsalaten auch Saponine, Kieselsäure und ätherische Öle enthalten.

Wo Wildkräuter sammeln

Wenn du erst einmal auf den Geschmack gekommen bist und die Wildsalate erkennst, wirst du feststellen, dass fast überall Wildkräuter wachsen. Dennoch solltest du einige Plätze meiden, wie zum Beispiel Grünanlagen neben stark befahrenen Straßen, beliebte Gassistrecken vpn Hundebesitzern und ihren Fellnasen, aber auch stark gedüngte Wiesen. Sammle nie alle Kräuter, die an einer Stelle wachsen. Der Bestand an Wildkräutern muss sich erholen können, schon im eigenen Interesse, um bald wieder frischen Wildsalat ernten zu können.

In Naturschutzgebieten darf übrigens nicht gesammelt werden.

Wenn du Wildkräuter sammeln gehst, nimm´ einen Korb oder eine Brotdose mit, damit die Pflanzen nicht zerdrückt werden.

1. Gänseblümchen (Bellis perennis)

Wer kennt nicht Gänseblümchen? Sie wachsen in jedem Rasen, wir haben als Kinder Kränze geflochten, ja und ich habe sie schon als Kind gerne direkt von der Wiese genascht. Die Blümchen blühen von den allerersten Frühlingstagen bis in den späten Herbst.

Anwendung: Anregend für den Stoffwechsel, hilft bei Magen-, Leber- und Gallebeschwerden und Hautproblemen, unterstützt das Immunsystem

Verwertbare Pflanzenteile: Blätter, Knospen und Blüten können verwendet werden. Aus frischen oder getrockneten Blättern und Blüten kann Tee zubereitet werden. Die Blüten werden gern als Dekoration von Salaten, Süßspeisen und andern Speisen verwendet.

2. Beinwell, Borretsch (Symphytum officinale)

Beinwell hat es gern feucht und wächst daher wild an Gewässerrändern und Feuchtwiesen. Die Blätter sind rau. Beinwell kann zu einer stattlichen Pflanze von bis zu einem Meter Höhe heranwachsen. Die Blüten sind blau-violett und glockenförmig. Beinwell wird vor allem zur Wundheilung verwendet. Die Pflanze ist auch zur Herstellung von Jauchen und Brühen zum Düngen und zum Pflanzenschutz wertvoll.

Anwendung: Anregend für den Gesamtstoffwechsel, bei Magen-, Leber- und Gallebeschwerden

Verwertbare Pflanzenteile: Junge Blätter und Blüten können in Maßen für Salate, Quarkspeisen und Aufläufe verwendet werden.

3. Giersch (Aegopodium podagraria)

Giersch ist einer der am meisten gefürchteten Unkräuter, pardon Beikräuter, im Garten. Den Tipp, die beste Bekämpfung von Giersch sei es, ihn aufzuessen, sollte man wörtlich nehmen. Denn er kann als Getränk, Salat Gemüse verwendet werden. Giersch wächst auf frischen, nährstoffreichen Böden. Er hat dreigeteilte, gefiederte Blätter und schöne, weiße Blüten, die in einer Doppeldolde angeordnet sind. Fiersch lässt sich am einfachsten am dreikantigen Blattstiel erkennen.

Anwendung: entzündungshemmend, harntreibend, bei Gicht- und Theumabeschwerden, als Tee oder Umschlag.

Verwertbare Pflanzenteile: Blätter

4. Löwenzahn (Taraxacum officinale)

Auch der Löwenzahn ist jedem bekannt, denn er wächst nahezu überall, auch wenn er nährstoffreiche Wissen bevorzugt. Er hat gezahnte Blätter, die in einer Rosette wachsen. Der Löwenzahn bildet – Gartenbesitzer wissen das – eine tiefe Pfahlwurzel. Er trägt sonnengelbe Blüten, aus denen sich die bekannten Pusteblumen entwickeln.

Anwendung: Verdauungsanregend, harntreibend, soll bei Leber- und Gallebeschwerden, Gicht und rheumatischen Beschwerden helfen

Verwertbare Pflanzenteile: Alle Pflanzenteile können verwendet werden: die Wurzel als Löwenzahn-Kaffee, Blätter und Blüten für Salate, Quarkspeisen, Gemüse, Aufläufe, Tees u.v.m.

5. Schafgarbe (Achillea millefolium)

Die Schafgarbe hat gefiederte Blätter und weiße oder rosafarbene kleine Zugenblüten, die eine schirmartige Rispe bilden. Schafgarben wachsen an eher trockenen Standorten, wie trockenen Wiesen, Weiden oder Wegrändern.

Anwendung: Die Schafgarbe wirkt entzündungshemmend. Äußerliche Anwendung bei Wunden und zur Blutstillung. Innerlich hilft die Schafgarbe bei Leber-, Blasen-, Magen- und Darmbeschwerden, Fieber u.v.m.

Verwertbare Pflanzenteile: Junge Blätter werden als Würzkraut für Salate, Butter, Kräuterquark, Suppen und Aufläufe verwendet.

6. Gundermann (Glechoma hederacea)

Der Gundermann breitet sich unter lichten Hecken oder Sträuchern an feuchten bis frischen Böden aus. Er hat herz- bis nierenförmige Blätter, die beim Zerreiben sehr würzig riechen. Die blauen bis violetten Blüten wachsen in den Blattachseln.

Anwendung: Äußerliche Anwendung bei entzündeten oder eitrigen Wunden. Innerlich hilft Gundermann bei Erkrankungen der Atemwege, Blasenleiden, Leberbeschwerden. Gundermann wird wegen seines intensiven Geschmacks auch gern als Würzkraut eingesetzt.

Verwertbare Pflanzenteile: Junge Blätter und Blüten können in Maßen pikante und süße Speisen

7. Brennnessel (Urtica dioica)

Die wehrhaften Brennnesseln sind ziemlich unbeliebt, denn so richtig nah will kaum jemand dieser Pflanze kommen. Doch es lohnt sich, Handschuhe überzustreifen, um an die Blätter oder Samen zu kommen. Denn aus den jungen Blättern und Triebspitzen lässt sich köstlicher Spinat zubereiten. Brennnesseln wachsen bevorzugt an feuchten und nähstoffreichen Standorten, an Wegrändern, Waldrändern aber auch auf Schutthalten. Die Pflanzen werden bis zu 1,5 Meter hoch und haben eiförmige, gesägte Blätter. Die Brennhaare sitzen an den Blättern und Stängeln und sind nach oben gerichtet. Brennnesseln brennen daher nur, wenn man sie von oben anfasst.

Anwendung: leicht harntreibend und unterstützt die Nieren, soll den Blutzuckerspiegel senken. Wurde auch zur Behandlung von rheumatischen Beschwerden eingesetzt, Kann bei der Gartenpflege für Brennnesseljauche und -brühe verwendet, als Dünger und zum Pflanzenschutz.

Verwertbare Pflanzenteile: Junge Blätter für Suppen, Gemüse und Aufläufe. Aus frischen oder getrockneten Blättern kannst du einen Tee aufbrühen. Samen können vielseitig verwendet werden.

8. Vogelmiere

Diese zarte Pflanze wächst fast das ganze Jahr über auf lockeren, nährstoffreichen Böden. Vogelmiere ist vor allem wegen seines leicht nussigen Geschmacks, der an Kopfsalat erinnert, beliebt.

Anwendung: Aufgrund der vielen Vitamine und Mineralien anregend für das ganze Immunsystem, hat kühlende und schmerzlindernde Wirkung.

Verwertbare Pflanzenteile: Alle Pflanzenteile bis auf die Wurzeln werden im Salat verwendet.

9. Bärlauch (Allium ursinum)

Bärlauch ist sicher der bekannteste und beliebteste Wildsalat. Beim Pflücken musst du allerdings acht geben, denn die Blätter ähneln denen des giftigen Maiglöckchens sehr. Das beste Bestimmungsmerkmal ist der intensive Knoblauch-Duft, den Bärlauch verströmt. Bärlauch wächst ab März in lichten Wäldern, Waldbächen und Waldrändern. Bärlauch sollte nicht mehr geerntet werden, wenn er zu blühen beginnt.

Anwendung: Antibakterielle Wirkung, Stoffwechsel anregend

Bärlauch wird wegen seines intensiven Geschmacks vor allem gern als Würzkraut eingesetzt.

Verwertbare Pflanzenteile: Blätter für Salate, Kräuterbutter, Pesto, Gemüse.

10. Knoblauchrauke (Allaria petiolata)

Die Knoblauchrauke hält, was der Name verspricht. Sie schmeckt frisch, leicht peffrig und vor allem nach Knoblauch. Die Pflanze wächst an halbschattigen Standorten auf humosen, frischen bis feuchten Böden. Die Knoblauchrauke wird etwa um die 70 Zentimeter hoch. An der Spitze der Pflanze bilden sich zwischen Mitte April und August die kleinen, weoßen Blüzen, die in kleinen Trauben angeordnet sind.

Anwendung: Lindernd bei Erkältungen, Rheuma und Zahnfleischentzündungen, soll bei Theuma helfen. Die Knoblauchrauke wird wegen ihres intensiven Geschmacks vor allem gern als Würzkraut eingesetzt.

Verwertbare Pflanzenteile: Blätter für Salate, Kräuterbutter, Pesto, Gemüse.

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