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15 Wildblumen für den Balkon

Es müssen nicht immer Geranien sein - mit Wildblumen holst du dir die Natur in den Topf und Bienen auf den Balkon. Hier die besten Wildblumen für den Balkon und Tipps zu Standort und Pflege.

Zugegeben, Geranien haben auffälligere und größere Blüten als Wildblumen. Dafür ist es auch etwas langweiliger, weil Geranien für Insekten vollkommen uninteressant sind und daher keine Insekten auf dem Balkon vorbeischauen. Damit meine ich nicht Stechmücken und Wespen, die zugegebenermaßen auf dem Balkon etwas lästig sein können, sondern Bienen, Schwebfliegen, Käfer, Schmetterlinge und andere Nektar suchende Insekten. So gibt es auf dem Balkon immer das Kommen und Gehen sowie das Summen und Brummen der Insekten zu bestaunen. Und dass die Blüten der Wildblumen etwas kleiner sind als Geranien & Co. ist auch kein Problem. Schließlich wachsen sie erhöht im Pflanztopf, so dass du sie genau vor Augen hast und sie studieren kannst. Wildblumen im Topf machen den Balkon somit für dich viel interessanter und dabei tust du auch noch etwas Gutes. Denn Insekten tun sich immer schwerer, Nahrung und Nistmöglichkeiten zu finden – was ja bekanntermaßen zum Insektensterben mit all seinen negativen Folgen führt. Statt darüber zu klagen ist es wichtig, einen kleinen Beitrag dafür zu leisten, dass Insekten mehr Lebensraum finden, und sei es nur auf dem Balkon.

Wer mag was?

Es kann schon etwas verwirrend sein, wenn man seinen Balkon insektenfreundlich gestalten möchte und plötzlich von Pflanzen liest, die nur von Bienen oder Wildbienen oder Hummeln oder Schmetterlingen besucht werden. Um eine grobe Orientierung zu haben, ist es gut zu wissen, dass

  • Blüten mit kurzen Kelchen Bienen

  • Blüten mit tieferen Kelchen Hummeln und Schmetterlinge

  • weiße oder gelbe Blüten Käfer und Schwebfliegen anlocken.

Das richtige Substrat

Die meisten heimischen Wildblumen sind Hungerkünstler. Für sie ist handelsübliche Blumen- oder Balkonerde zu nährstoffreich. Du solltest sie daher mit Sand vermischen, um sie „abzumagern“. Verzichte auf Blumenerde mit Torfanteil, um die Hochmoore zu schützen. Das Substrat muss aber auf jeden Fall durchlässig sein. Die Pflanzgefäße brauchen ein Abflussloch. Lege vor dem Pflanzen darüber eine Tonscherbe oder einen Kieselstein, damit die Wurzeln das Abflussloch nicht verstopfen können.

Wildblumen im Pflanztopf richtig pflegen

Bei den meisten Wildblumen handelt es sich um Stauden, die jedes Jahr wieder neu austreiben. Du sparst daher Zeit und Geld, da du nicht jedes Frühjahr die Balkonkästen mit neuen Pflanzen bestücken musst. Einjährige Wildblumen kannst du im Blumenkasten aussäen. In der Regel müssen sie nicht im Haus vorgezogen werden.

Die meisten Wildblumen sind sehr trockentolerant und verzeihen, wenn sie nicht regelmäßig gegossen werden. Prüfe vor jedem Gießen, ob die Erde schon trocken ist. Dauerhaft feuchte Erde mögen die meisten Wildblumen nicht. Ein Pflanzgefäß mit Wassercontainer ist daher für Wildblumen nicht geeignet.

Wenn du im Sommer regelmäßig verblühte Blüten entfernst, bilden sich immer wieder neue Blüten. Da die meisten der vorgestellten Pflanzen Stauden sind, kann es sein, dass sie im Lauf der Jahre zu groß werden und andere Blumen im Container verdrängen. Im Herbst oder Frühjahr kannst du Stauden aus den Pflanzgefäßen nehmen und teilen.

Wildblumen im Topf überwintern

Im Herbst bleiben die Pflanzen in ihrem Pflanzgefäß und werden nicht einmal zurückgeschnitten, so dass sich kleine Tiere zwischen den trockenen Halmen verstecken und den Winter verbringen können. Das Überwintern der Wildblumen ist sehr einfach. Stelle die Pflanzgefäße zusammen und bedecke sie mit Laub oder einem Frostschutzvlies. Die Untersetzer unter der Töpfen müssen entfernt werden, damit sich das Wasser nicht staut. Am besten kann das Wasser abfließen, wenn du die Pflanztöpfe auf kleine Füßchen stellst. Stehen die Pflanzen dann noch auf einem Brett, so haben sie zusätzlich Schutz gegen aufsteigende Kälte. Vergiss nicht, auch im Winter bei Trockenheit in Maßen zu gießen.

Wildblumen im Topf richtig düngen

Da die meisten Wildblumen wenig Nährstoffe benötigen, ist es im ersten Jahr nicht nötig zu düngen. Ab dem zweiten oder dritten Jahr brauchen die Pflanzen aber etwas Nährstoffe. Verwende am besten einen Bio-Langzeitdünger, den du im Frühjahr in den Töpfen verteilst.

Wildblumen im Topf kombinieren

Pflanzen, die sich einen Topf teilen, sollten die gleichen Anforderungen an Standort und Boden haben. Schön sieht es aus, wenn eine höhere Pflanze von niedrigeren umgeben wird. Ansonsten kannst du dich ganz von deinem Geschmack und Vorlieben leiten lassen.

Die 15 schönsten Wildblumen für Blumenkästen und Pflanztöpfe

1. Beinwell (Symphytum officinalis)

Beinwell wird je nach Sorte zwischen 30 und 100 Zentimeter hoch und blüht in Blau, Rosa oder Gelb. Die Blätter können als Dünger für Brühen zur Stärkung der Pflanzen verwendet werden. Der Boden für Beinwell darf nicht zu mager und sein.

Wuchshöhe: 30 -100 cm

Blütenfarbe: gelb, rosa, blau

Standort: sonnig

2. Natternkopf (Echium vulgare)

Der Hohe Natternkopf hat eine lange Blühdauer von Mai bis Oktober, was ihn für Menschen, Bienen und Schmetterlinge gleichermaßen attraktiv macht. Der Natternkopf bevorzugt einen nährstoffarmen, durchlässigen Boden.

Wuchshöhe: 80 cm

Blütenfarbe: zartrosa bis violett

Standort: sonnig

3. Färberkamille (Anthemis tinctoria)

Die Färberkamille blüht von Juni bis September und wächst auf sandigen und nährstoffarmen Böden. Sie hat hübsche Körbchenblüten, die von einem Kranz aus Zungenblüten umgeben sind.

Wuchshöhe: 30 - 60 cm

Blütenfarbe: gelb

Standort: sonnig

4. Echter Herzgespann (Leonurus cardiaca)

Die Lippenblüten des Herzgespann, die von Juli bis August blühen. sind für Bienen und Hummeln unwiderstehlich. Die Pflanze braucht einen frischen, mäßig nähstoffreichen Boden. Die Stängel sind oft behaart und rot-violett gefärbt.

Wuchshöhe: 30 - 120 cm

Blütenfarbe: rosa, weiß, violett gesprenkelt

Standort: sonnig, halbschattig

5. Kartäusernelke (Dianthus carthusianorum)

Den süßen Nektar verstecken die zarten Blüten der Kartäusernelke tief unten im Blütenkelch, so dass vor allem Schmetterlinge von ihm naschen können. Das Substrat für die Pflanze sollte trocken, kalkhaltig und eher nährstoffarm sein.

Wuchshöhe: 15-45 cm

Blütenfarbe: purpur

Standort: sonnig

6. Kornblumen (Centaurea cyanus)

Die Kornblume ist eine sehr beliebte Blume, die an Sommer erinnert, da sie früher zwischen den reifen Halmen der Getreidefelder blühte. Die Blüten der Kornblumen sind flach und werden von einem Kranz aus Röhrenblüten umgeben. Kornblumen sind einjährig und werden zwischen März und Juli direkt in das Pflanzgefäß auf dem Balkon gesät.

Wuchshöhe: 40 - 80 cm

Blütenfarbe: blau

Standort: sonnig

7. Ochsenzunge (Anchusa officinalis)

Die Ochsenzunge hat schöne blaue Blüten und ist daher nicht nur eine Bienen- sondern auch eine Augenweide. Die Blütezeit ist von Juni bis September. Auddallend ist, dass die Blüten rot erblühen und sich dann zu einem dunklen Violett verfärben. Der Boden sollte für die Ochsenzunge nicht zu nährstoffarm sein. Die Blätter der Ochsenzunge sind Nahrungsquelle diverser Falter.

Wuchshöhe: 30 - 100 cm

Blütenfarbe: rot aufblühend, dann dunkelviolett

Standort: sonnig

8. Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia)

Die Rundblättrige Glockenblume bevorzugt einen trockenen Boden, kommt aber auch mit nährstoffreicheren Substraten zurecht. Die Blütezeit ist von Juni bis in den Oktober.

Wuchshöhe: 20 -60 cm

Blütenfarbe: violett

Standort: sonnig

9. Reseda (Reseda odorata)

Die Resada, oder auch Garten-Resede genannt, war früher Bestandteil vn Bauerngärten. Sie ist eine einjährige Pflanze, die wieder sehr als Bienenweide geschätzt wird. Die kleinen Einzelblüten bilden große Trauben, die am Ende der Stiele wachsen und von Juli bis September blühen. Die Reseda kann ab April ins Freiland gesät werden oder ab Anfang April im Haus vorgezogen werden. Die nicht winterharte Rededa kann auch im Haus an einem kühlen Ort überwintert werden.

Wuchshöhe: 20 -60 cm

Blütenfarbe: grünlich-gelb

Standort: sonnig

10. Sonnenröschen (Helianthemum)

Sonnenröschen sind sehr hübsche, niedrige Halbsträucher, die im Lauf der Jahre dichte Polster bilden. Sie liefern Bienen vor allem Pollen. Sie blühen im Juni und Juli und brauchen einen nährstoffreichen, durchlässigen und trockenen Boden.

Wuchshöhe: 15 - 30 cm

Blütenfarbe: gelb, rot, rosa, weiß

Standort: sonnig

11. Wegwarte (Cichorium intybus)

Die Wegwarte hat wunderhübsche hellblaue Blüten, die von Juli bis Oktober blühen und reichlich Nektar und Pollen bieten. Bevor die Pflanze blüht, können die Blätter für Salate verwendet werden. Nach der Blüte ist der Anteil der Bitterstoffe zu hoch. Der Boden sollte trocken und eher nährstoffreich sein.

Wuchshöhe: 30 - 150 cm

Blütenfarbe: himmelblau

Standort: sonnig

12. Wiesenmargerite (Leucanthemum vulgare)

Die Wiesenmargerite ist ein schöner Dauerblüher für den Balkon. Der Boden sollte relativ nährstoffreich sein. Wiesenmargeriten müssen regelmäßig gegossen werden, so dass ihr Wurzelballen nicht vollkommen austrocknet.

Wuchshöhe: 30 -60 cm

Blütenfarbe: gelb

Standort: sonnig

13. Wilde Malve (Malva sylvestris)

Die Wilde Malve wird bis zu einem Meter hoch und kann daher nur auf größere Balkone gepflanzt werden. Aus den Blättern der Wilden Malve kann ein Tee gegen Husten und Erkältungskrankheiten zubereitet werden.

Wuchshöhe: 100 cm

Blütenfarbe: rosa

Standort: sonnig

14. Witwenblume (Knautia macedonica)

Die Witwenblume trägt ihre Blüten an langen Stängeln und hat eine besonders lange Blütezeit von Juli bis September. Sie sind besonders attraktiv für Schmetterlinge und Hummeln, aber auch Bienen. Der Boden sollte sandig und eher nährstoffarm sein.

Wuchshöhe: 60 - 100 cm

Blütenfarbe: meist weinrot, aber auch rosa

Standort: sonnig

15. Kräuter

Wer Kräuter liebt, weiß, dass sie am meisten Aroma vor der Blüte entwickeln und ernten die schmackhaften Blätter vor der Blüte. Allerdings sind nahezu alle Blüten von Kräutern wahre Bienenmagnete. Wer etwas für Bienen tun will, sollte sie daher blühen lassen. Der Gewöhnliche Thymian und der Wilde Majoran sind schöne niedrige Pflanzen, die den ganzen Sommer über blühen. Der Echte Salbei ist bei Bienen ebenso beliebt und hat sehr hübsche, dekorative Blüten.

Nisthilfen

Nisthilfen für Wildbienen und andere Insekten finden auch auf einem Balkon Platz. Wildbienen leben nicht mit anderen zusammen in Staaten. Sie brauchen daher als Bruthöhle nur hohle Bambusröhren, durchlöcherte Hölzer oder Töpfe, die mit Sand oder Lehm gefüllt sind. Es ist ganz einfach, solche Nisthilfen selber zu machen und auszuprobieren, ob sie angenommen werden.

Wildblumen und Wildblumen-Samen kaufen

## Tipp zur Lektüre: Mehr über Wildblumen lernen

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Diese Gartenideen wurden verfasst von der Redaktion freudengarten.


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