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Ackerschachtelhalm – Heilpflanze und Unkraut zugleich

Der Ackerschachtelhalm ist Heilpflanze und zugleich im Garten als Unkraut gefürchtet, weil er sich schwer bekämpfen lässt. Hier Tipps für die Verwendung als Tee, zur Stärkung von Pflanzen und wir du ihn bekämpfen kannst.

Pflanzenporträt Ackerschachtelhalm

Der Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense) ist auch unter Fegekraut, Katzenwedel, Pfannebutzer, Pferdeschwanz, Schachtelhalm, Schaftheu, Scheuerkraut und Zinnkraut bekannt. Den Namen Zinnkraut hat die Pflanze erhalten, da mit ihrer Hilfe Gegenstände aus Zinn blitzblank werden.

Die Pflanze gehört zur Familie der der Schachtelhalmgewächse. Die Pflanze bildet keine Blüten, sondern vermehrt sich über Sporen. Im Frühjahr treibt er braune Stängel, die so genannte Sporenähren. Diese verbreiten die Sporen und sterben danach ab. Erst danach wachsen die grünen Pflanzenwedel, die unfruchtbar sind.

Der Ackerschachtelhalm ist in Europa und Nordasien verbreitet und wächst am liebsten, wie es der Name schon verrät, auf Äckern, aber auch an Wegrändern. Die Pflanze sieht sehr dekorativ aus und erinnert an einen kleinen Nadelbaum. Von dem langen Stängel gehen die dünnen und langen Zweige ab. Der Ackerschachtelhalm wächst auf sauren, verdichteten und nassen Böden. Die Pflanze vermehrt sich über unterirdische Ausläufer oder über Sporen.

Hinweis: Der Ackerschachtelhalm kann leicht mit dem giftigen Sumpfschachtelhalm verwechselt werden. Letzterer wächst an sumpfigen Standorten sowie an Fluss- oder Seeufern. Außerdem ist er kleiner und hat dünnere Triebe als der Ackerschachtelhalm. Wenn du dir nicht sicher bist und den Ackerschachtelhalm als Tee oder für Umschläge verwenden möchtest, kannst du auch Ackerschachtelhalm-Tee kaufen.

Ackerschachtelhalm im Garten bekämpfen

Ackerschachtelhalm ist ein gefürchtetes Unkraut im Garten. Die Pflanze hat starkwüchsige und tiefreichende Wurzeln. Beim Jäten reißen die Triebe leicht ab und jedes Wurzelstück treibt neu aus. Um den Ackerschachtelhalm wieder los zu werden, musst du daher mehrere Register ziehen und dich in Geduld üben. Denn der Schachtelhalm lässt sich nur langfristig bekämpfen.

  • Boden auflockern Ackerschachtelhalm wächst auf verdichteten Böden. Du solltest dein Beet daher häufig umgraben und dabei Sand und Kompost untermischen. Dadurch wird der Boden durchlässiger und der Ackerschachtelhalm fühlt sich nicht mehr so wohl.

  • Lupinen pflanzen Die schönen Lupinen haben lange Pfahlwurzeln und lockern damit den Boden auf. Lupinen sind daher schlechte Pflanznachbarn für den Ackerschachtelhalm – das solltest du nutzen. Auch Pflanzen, die wie das Maiglöckchen Rhizome bilden, helfen den Ackerschachtelhalm zu vertreiben.

  • Boden düngen Ein stickstoffbetonter Dünger unterstützt die Konkurrenzpflanzen und macht dem Ackerschachtelhalm das Leben schwer. Gut geeignet sind Hornspäne, da sie den Stickstoff langsam an den Boden abgeben.

  • Boden kalken Ackerschachtelhalm liebt saure Böden. Indem du deinen Gartenboden maßvoll kalkst, erhöhst du dessen pH-Wert. Bevor du Kalk ausbringst, solltest du eine Bodenprobe machen, ob dein Gartenboden tatsächlich zu sauer ist.

Schachtelhalm im Garten nutzen

Ackerschachtelhalm im Garten ist zwar lästig, dennoch handelt es sich um eine wertvolle Heilpflanze. Ihre Inhaltsstoffe sind nicht nur für Menschen gesund. Ackerschachtelhalm dient als Jauche oder Sud auch der Pflanzengesundheit. Die in der Pflanze enthaltene Kieselsäure stärkt das Blattgewebe und macht es widerstandsfähiger gegen Pilze und saugende Insekten. Schachtelhalmbrühe wirkt nicht direkt gegen die Schädlinge, sondern schützt vor Befall, indem er die Pflanzen stärkt. Du kannst die Brühe selbst herstellen oder fertig kaufen.

Ackerschachtelhalmbrühe selber machen

Zur Herstellung einer Ackerschachtelhalmbrühe brauchst du ein Kilo der Pflanze und 10 Liter Wasser. Gib beides in einen großen Topf und lasse es 24 Stunden einweichen. Danach muss der Sud noch 30 Minuten leicht köcheln. Gieße danach die Brühe durch ein Sieb oder durch einen Kaffeefilter, wenn du deine Pflanzen mit der Ackerschachtelhalmbrühe besprühen möchtest. Die Brühe wird vor der Anwendung im Verhältnis 1:5 mit Wasser verdünnt.

Ackerschachtelhalm als Heilpflanze

Ackerschachtelhalm hat viel wertvolle Inhaltsstoffe wie Kalium, Magnesium, Flavonoide, Saponine und Kieselsäure. Vor allem die Kieselsäure macht den Ackerschachtelhalm wertvoll für die Anwendung als Heilpflanze, da sie wichtig für Haut, Haare und Nägel sind. Die enthaltenen Flavonoide wirken wassertreibend und sorgen dafür, dass Keime besser ausgespült werden. Insgesamt soll Ackerschachtelhalm entzündungshemmend und antibakteriell wirken.

Das Kraut wird vor allem für Bäder, Umschläge, Spülungen oder auch als Tee verwendet. Umschläge mit Ackerschachtelhalm sollen wundheilend wirken, ein Aufguss hilft bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum. Ein Tee aus Schachtelhalm soll bei Blasen- und Stoffwechselerkrankungen helfen. Vorsicht: Bei Herz- oder Nierenproblemen solltest du auf den Genuss von Tee aus Ackerschachtelhalm verzichten.

Um einen Tee herzustellen musst du einen Teelöffel getrockneten Ackerschachtelhalm in eine Tasse geben und mit kochendem Wasser aufgießen. Sieben Minuten ziehen lassen, dann ist der Tee fertig. Möchtest du Ackerschachtelhalm äußerlich für einen Umschlag verwenden, musst du 10 – 15 Gramm getrockneten Ackerschachtelhalm mit etwa 100 Milliliter Wasser aufkochen und bei geschlossenem Deckel etwa 10 Minuten köcheln lassen.

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Diese Gartenideen wurden verfasst von der Redaktion freudengarten.


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