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Rizinuspflanzen

Die tropische Rizinuspflanze, auch Wunderbaum genannt, ist ein dekorativer, auffälliger Halbstrauch mit roten Blättern und weichstacheligen Blüten im Beet. Wir geben Tipps zum Säen, Pflanzen, Pflegen und Überwintern.

Fakten zur Rizinuspflanze

Die Herkunft der Rizinuspflanze (Ricinus communis), auch Wunderbaum, Römische Bohne, Läusebaum, Kreuzbaum, Christuspalme oder ‚Palma Christi‘ genannt, ist wahrscheinlich Afrika und der Nahe Osten. Die Pflanzen gehören zur Familie der Wolfsmilchgewächse. Es gibt drei mögliche Erklärungen für die Herkunft des Gattungsnamens Ricinus. Er kann von dem hebräischen Wort ‚rikar’ für ‚rund‘ stammen und sich auf die runden Früchte beziehen. Die zweite Möglichkeit ist, dass der Name von dem griechischen Wort ‚rikonos‘ für ‚Wunderbaum‘ wegen seines schnellen Wachstums abgeleitet wurde. Denn die Rizinuspflanze wächst äußerst schnell und kann in den Tropen innerhalb von drei bis vier Monaten bis zu fünf Meter hoch werden. Der Name kann aber auch vom lateinischen Wort ‚ricinus‘ abstammen, was so viel wie ‚Zecke‘ bedeutet. Die marmorierten Samen sollen an vollgesaugte Zecken erinnern.

Rizinuspflanzen werden in Indien, China und Brasilien im großen Stil angebaut. Aus ihren Samen wird das Rizinusöl gewonnen, das für medizinischen, kosmetische und industrielle Anwendungen, wie zum Beispiel zur Herstellung von Lacken, Farben oder Klebstoffen, benötigt wird. Riszinusöl als Heilmittel wirkt als leichtes Abführmittel. Das Rizinusöl wurde schon vor 4000 Jahren in Ägypten als Heilmittel bekannt und wurde auch in China und Indien verwendet. Bei uns wurde im Mittelalter das Rizinusöl nicht nur als Heilmittel, sondern auch als Brennmaterial für Öllampen benutzt. Die Abfälle beim Pressen des Öls wurden zur Herstellung von Rattengift verwendet.

Die Rizinuspflanze ist in ihrer Heimat und den Tropen eine mehrjährige Pflanze. Im Mittelmeergebiet verbreitet er sich mittlerweile in der freien Natur und wächst vor allem an Schuttplätzen oder Wegrändern. Bei uns werden die Pflanzen wehen ihrer attraktiven Blätter vor allem im Garten oder Grünanlagen angebaut. In den meisten Fällen erfriert aber die Pflanze, so dass sie nur einjährig kultiviert wird.

Aussehen und Wuchs der Rizinuspflanzen

Bei uns wird die Rizinuspflanze zwischen 1 und 2 Meter hoch. Die Pflanze einen dicken, meist rötlichen Stängel, von dem die bis zu 70 Zentimeter großen, handförmige Blätter abgehen. Die Blätter sind meist violettgrün oder rötlich gefärbt.

Blüte

Die Rizinuspflanze blüht von Juli bis Oktober. Ihre Blüten bilden etwa 30 bis 40 Zentimeter lange Blütentrauben, an denen die roten Blüten zusammenstehen. Die einzelnen Blüten sind runde Kugeln mit weichen Stacheln. Aus den Blüten entwickeln sich die kugeligen, stacheligen Samenkapseln, in denen die Samen heranwachsen. Die Samen der Rizinuspflanzen sind marmoriert, glänzend und zwischen einem und zwei Zentimeter land.

Standort und Boden für Rizinuspflanzen

Rizinus braucht einen sonnigen, windgeschützten Standort. Ist die Rizinuspflanze sehr dem Wind ausgesetzt, werden die großen Blätter leicht beschädigt und sehen nicht mehr so attraktiv aus. Ein halbschattiger Standort wird auch toleriert. Der Boden für Rizinuspflanzen sollte nährstoffreich un durchlässig sein. Es ist empfehlenswert, den Boden vor dem Pflanzen mit Kompost anzureichern.

Rizinus pflanzen

Rizinuspflanzen kommen in Einzelstellung besonders gut zur Geltung. Möchtest du sie in ein Beet zwischen Stauden pflanzen, sollte der Abstand einen Meter betragen. Da die Pflanze kräftige Wurzeln bildet, ist ein ausreichender Abstand zu Wegen zu empfehlen. Um den hungrige Rizinuspflanze gut mit Nähstoffen zu versorgen, solltest du in das Pflanzloch Hornspäne geben und einmal wöchentlich düngen. Rizinuspflanzen können auch im Pflanzkübeln kultiviert werden und mit Balkonblumen unterpflanzt werden.

Rizinuspflanze Pflege

Rizinuspflanzen sind robuste, pflegeleichte Pflanzen. Sie brauchen wenig Wasser, so dass sich der Gießaufwand in Grenzen hält. Lediglich wenn die Pflanze treibt, solltest du sie regelmäßig gießen, da dann die Pflanzen besser wachsen.

Rizinuspflanzen überwintern

In tropischen Gegenden erreichen Rizinuspflanzen eine Höhe von bis zu 12 Metern. In Mitteleuropa sind die oberirdischen Teile der Pflanze jedoch nicht winterhart. Sie wächst daher wie eine Staude: Die oberirdischen Pflanzenteile ziehen im Herbst ein bzw. erfrieren. Der dicke Stängel lässt sich leicht herausdrehen und auf dem Komposthaufen entsorgen. Im Frühjahr treibt die Rizinuspflanze wieder neu aus, zumindest dann, wenn der Winter mild war. Meistens erfriert aber auch der Wurzelballen, so dass die Pflanze nur einjährig kultiviert wird.

Ein Wunderbaum im Pflanzkübel kann in einem hellen und kühlen Winterquartier überwintert werden. Im Winter muss die Christuspalme regelmäßig gegossen werden.

Samen der Rizinuspflanzen sind giftig

Vorsicht Gift: Die Samen der Rizinuspflanzen enthalten das tödliche Ricin. Dieses Gift gilt als eine der giftigsten, natürlich vorkommenden Eiweißsubstanzen und ist 25 000 Mal giftiger als Strychnin. Im Jahr 2018 war die Rizinuspflanze Giftpflanze des Jahres.

Gefährlich sind die Samen auch deshalb, weil sie gut schmecken sollen. Schon der Verzehr eines Samenkorns kann tödlich sein. Die Wirkung des Gifts setzt erst nach ein bis zwei Tagen nach dem Verzehr der Samen ein. Symptome sind starke Reizung der Schleimhäute, Erbrechen, Fieber, Schwindel, Übelkeit, Krampanfälle und Herzrhythmusstörungen. Wird eine Vergiftung durch Rizinussamen vermutet, sollte sofort ein Erbrechen ausgelöst werden. Nicht nur der Verzehr der Samen ist gefährlich. Bereits der Hautkontakt mit den Samen kann allergische Reaktionen auslösen. Rizinus ist nicht nur für Menschen gefährlich, sondern auch für Tiere giftig.

Tipp: Wer Rizinus im Garten anpflanzt, sollte die verblühten Blüten abschneiden, damit sich keine Samen bilden können.

Rizinuspflanzen vermehren

Rizinuspflanzen werden durch Aussaat vermehrt. Da die Samen sehr giftig sind, solltest du nur mit Handschuhen arbeiten. Vor dem Aussäen solltest du die Samen einen Tag in Wasser legen, um die Keimfähigkeit zu erhöhen. Ab Mitte Februar kannst du die Pflanzen auf der Fensterbank vorziehen. Pflanze dazu je drei Samen in einen Topf. Nach dem Keimen bleibt nur der kräftigste Pflanze stehen, die anderen beiden werden entfernt. Ab Mitte Mai können die Pflanzen ins Freiland ausgepflanzt werden.

Sorten der Rizinuspflanze

Es sind nicht viele Sorten der Rizinuspflanzen im Handel erhältlich. Am bekanntesten ist die Sorte Carmendita mit bronzafarbeenen bis roten, glänzenden Blätter. Weitere Sorten sind:

  • Sanguineus: Sorte mit grünen Blätter und dukelrote Blattnerven und Stiele

  • Gibsonnii Mirabilis: Dunkelrote Zwergsorte

  • Impala: Kleine, nus bis 1,20 Meter hohe Sorte mit dunkelroten Blättern und früher Blüte

  • Green Giant: frischgrüne Blätter mit grünlich-gelblichen Blüten

  • Zanzibariensis: grünes, weiß geädertes Laub mit roten Blüten

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Diese Gartenideen wurden verfasst von der Redaktion freudengarten.


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