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Annettes Traumgarten

Man fühlt sich sofort wohl in dem grünen Paradies von Annette Tessaro. Kein Wunder, der Garten ist prächtig, überall blüht es.

Aber es ist noch etwas mehr. Irgendwie fühlt man die innige Beziehung der Gartenbesitzerin zu ihrem Garten, Respekt und viel Herzlichkeit. Doch kann man das an einem Garten spüren? Ich gehe diesem Gefühl im Gespräch nach.

Liebe Annette Tessaro, bitte beschreiben Sie Ihren Garten für uns.

Mein Garten ist ein Stadtgarten am Rande von München. Er ist jetzt in dritter Generation in unserer Familie. Meine Großeltern betrieben hier ursprünglich eine kleine Landwirtschaft. Meine Eltern gestalteten den Garten um und legten, wie es in der 60er bis 80er Jahren üblich war, vor allem Blumenrabatten an. Vor etwa 12 Jahren übernahm ich den Garten und überführte in behutsam in die heutige Zeit.

Was war denn die wichtigste Änderung für Sie?

Mein Wunsch, den ich mir auch erfüllt habe, war ein Pavillon. Dieser bildet den Mittelpunkt im Garten. Von ihm kann ich den Garten mit seinen Rosen und Stauden überblicken. Das ist auch mein Lieblingsplatz im Garten, denn von dort kann ich ihn überblicken.

Wie kam es, dass Sie so ein großer Gartenfan wurden?

Ich bin da hineingewachsen. Ich bin ja hier groß geworden, mit dem großen Garten. Ich konnte immer raus gehen. Als ich dann lange Jahre in der Stadt in einer Wohnung wohnte, habe ich das sehr vermisst. Deswegen bin ich auch in mein Elternhaus zurückgekehrt.

Worauf legen Sie bei der Gestaltung des Gartens großen Wert?

Zum einen gehe ich sehr behutsam vor. Meine Großeltern haben die Struktur des Gartens aufgebaut und ich erneuere den Garten nur langsam. Bestimmte Pflanzen bleiben auch, wie zum Beispiel die Johannisbeeren oder die Pfingstrosen. Dann habe ich gelernt, dass ich meine Vorstellungen den Bedürfnissen der Pflanzen anpassen muss. Manche Pflanzen wollen dort, wo ich sie haben möchte, einfach nicht wachsen. Dann muss ich umdenken. Die Pflanzen werden dann umgepflanzt und ich suche für den unbeliebten Standort geeignetere Pflanzen. Hier sind Kreativität, Geduld und Ausdauer gefragt.

Legen Sie Wert auf Details?

Weniger bei den Beeten, da dürfen die Pflanzen schon durcheinander wachsen. Bei der Anlage des Wegs, der ja sehr lange im Garten so bleibt, allerdings schon. Ein Freund hat mir den Weg, der geschwungen durch den Garten führt, gepflastert und ein schönes Mosaik eingefügt.

Ist der Garten ein reiner Ziergarten oder bauen Sie auch Gemüse an?

Obst und Gemüse. Es wachsen rote und schwarze Johannisbeeren – die gab es übrigens schon, als ich Kind war,- Stachelbeeren und Himbeeren. Ich habe zwei Apfelbäume, einen Zwetschgenbaum und einen Kirschbaum. Ganz neu habe ich jetzt noch eine Thuja-Hecke roden lassen, um dort eine lockere Hecke aus Kiwi und Aronjabeeren zu pflanzen. Dann baue ich noch Gemüse, Zucchini und Salat an. Daher habe ich das Gewächshaus. Und natürlich gibt es verschiedene Kräuter in meinem Garten.

Das klingt nach großer Ernte.

Ja, die habe ich. Im Sommer bin ich neben der Gartenarbeit daher auch viel mit dem Einkochen beschäftigt. Ich probiere gern neue Rezepte aus. Beliebt ist mein Johannisbeer-Chutney. Kräuter ernte ich und verwende sie getrocknet als Tee und aus den Blüten der Ringelblumen stelle ich Ringelblumensalbe selbst her. Ich trockne auch Obst und bin froh, dass ich im Winter meine getrockneten Apfelscheiben als kleine Nascherei habe. Und es macht mir Spaß, dass meine Tochter mein selbst gezogenes Gemüse sehr schätzt und sich über den ein oder andern Kopfsalat freut, den ich ihr mitgeben kann.

Haben Sie dann im Sommer Zeit, um wegzufahren?

Nein, im Sommer verreise ich nur für drei oder vier Tage. Ich möchte dann aber auch nicht weg. Der Garten ist für mich ein wunderbarer Ausgleich zum Beruf.

Wie viel Zeit verbringen Sie mit der Gartenarbeit?

Das ist schwer zu sagen. Ich muss nicht jeden Tag was machen. Der Garten ist an sich pflegeleicht angelegt.

Was würden Sie angehenden Gartenbesitzern als Tipp bei der Anlage eines Gartens mitgeben?

Wenn eine junge Familie käme, die einen kleinen Garten neu anlegen müsste, würde ich ihnen den Tipp geben, das Grundstück erst einmal zu beobachten. Wo kommt die Sonne her, wo sind sonnige und wo die schattigen Plätze im Garten? Danach kann man sich dann den Sitzplatz aussuchen und die Lage der Beete festlegen. Dann geht es mit der nächsten, grundlegenden Frage weiter? Welcher Garten soll es denn sein? Bunt oder eher grün? Nach dieser Entscheidung kann man die richtige Auswahl an Pflanzen treffen.

Und was wäre ein Tipp für Menschen, die schon einen Garten haben und sich die Gartenarbeit leichter machen wollen?

Da habe ich zwei Empfehlungen. Zum einen sollte man die Beete mulchen. Das hilft wirklich sehr, um Unkraut einzudämmen. Zum anderen kann man sich viel Zeit sparen, wenn man statt eines Rasens eine Wiese hat. Bei mir wachsen auf der Wiese zum Beispiel Margeriten und Oregano. Wenn ich mähe, – was ich regelmäßig mache – umfahre ich diese Blumen. Sie dürfen stehen bleiben. Das sieht so hübsch aus. Es gibt dem Garten Leichtigkeit und Luftigkeit, und die Bienen freuen sich.

Kann man Ihren Garten auch besichtigen, um sich Anregungen zu holen?

Ja, ich mache manchmal bei den „Offenen Gärten“ mit, habe aber auch eigene Öffnungszeiten. Es ist mit eine große Freude, meine Erfahrungen und Gartenliebe mit anderen teilen zu können.

Würden Sie den Satz bitte vervollständigen: „In den Garten zu kommen, bedeutet für mich...

... Ruhe, Entspannung und innere Zufriedenheit

Vielen Dank für das Gespräch.

**Mehr über Annettes Traumgarten erfahrt ihr hier.

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