MAGAZIN

Ein romantischer Garten

Gartenportrait eines romantischen Gartens mit Gemüsebeet, Buchs und Rosen mit Tipps einer erfahrenen Gärtnerin.

Was für ein Empfang! Wer Dietlinde und Reinhardt Reißner besucht, wird von einem Blumenmeer empfangen. Zusätzlich zu den überbordenden, üppigen Blumenbeeten werden Wege, Mauern und die Eingangstreppe von Blumen in Pflanzkübeln geschmückt.

Der erste Eindruck deines Gartens ist überwältigend – so viele Blumen! Wie würdest du deinen Garten beschreiben?

Ich habe meinen Garten so angelegt, dass er natürlich wirkt und nicht gekünstelt. In meinem Garten blüht immer etwas, er ist wie ein riesiger Blumenstrauß.

Er wirkt wirklich sehr natürlich und harmonisch. Steckt da viel Planung dahinter?

Nein eigentlich nicht. Vor 18 Jahren war unser Garten 1.500 qm groß und mit Hainbuchenhecken als naturnaher Garten angelegt. Wir haben ihn dann erweitert. Jetzt erstreckt sich unser Garten auf 2.500 qm.

Welche Pflanzen finden sich hauptsächlich in deinem Garten?

Stauden und Rosen. Von diesen bin ich am meisten begeistert. Wenn sich Lücken im Beet auftun, fülle ich sie mit einjährigen Blumen, meist mit Balkonblumen. Den ganzen Sommer über bin ich mit dem Verbessern der Beete beschäftigt.

Klingt nach viel Arbeit. Ist es das?

Hm, was heißt Arbeit? Ich sage lieber, dass ich rund um die Uhr beschäftigt bin. Wenn ich eine Vorstellung habe, wie ein bestimmtes Eck im Garten auszusehen hat, kenne ich keine Grenzen. Die „Gartenarbeit“ ist für mich Anreiz und Möglichkeit, meine kreative Ader auszuleben.

Ein wahrer Blütentraum ist der Rosenbogen mit den unzähligen rosa Blüten. Hast du ein bestimmtes Pflegeprogramm für die Rosen?

Ja, das ist tatsächlich ein Höhepunkt, wenn diese Ramblerrose blüht. Man sieht kaum noch die Blätter, so ist sie mit Blüten übersät. Diese Rose ist nur einmal blühend, daher hat sie einen so großen Auftritt. Obwohl sie so reich blüht, bekommt sie kein großes Pflegeprogramm, mit Ausnahme des Schnitts. Nach der Blüte werden die Triebe etwas gekürzt. Im Frühjahr wird sie von mir kräftig zurückgeschnitten.

Ein großes Thema ist zur Zeit der bienenfreundliche Garten. Ist das für dich auch wichtig?

Auf jeden Fall, zumal ich selbst Hobby-Imkerin bin. Daher achte ich darauf, dass es in meinem Garten viele bienenfreundliche Pflanzen gibt. Besonders begeistert sind die Bienen von meinem Lavendel, der Katzenminze und den frühen und späten Allium-Sorten. Ich habe auch einige ungefüllte Rosen, auf welche die die Bienen auch gerne fliegen!

Wie schaffst du es, dass in deinem Garten immer etwas blüht?

Ich achte sehr auf die Blühzeiten der Stauden, so dass einerseits Pflanzen zu blühen beginnen, wenn die Blühzeit von anderen Blumen endet. Ich habe daher auch wenig grüne Sträucher im Garten, da sie mir nur Platz für die Blumen nehmen.

Hast du einen Lieblingsplatz im Garten?

Ich habe zwar viele Sitzplätze im Garten, aber eigentlich keinen Lieblingsplatz. Das hängt nämlich immer von der Jahreszeit und dem Wetter ab. Im Frühjahr freue ich mich über die ersten Sonnenstrahlen und wähle mir einen sonnigen Sitzplatz. Im Sommer liebe ich es, z.B. im Schatten des Apfelbaums zu sitzen. Das Schöne an meinem Garten ist, dass ich so viele Sitzplätze habe.

Was ist dir an deinem Garten besonders wichtig?

Der Rasen! Es ist tatsächlich so. Für mich ist ein Garten nur dann schön, wenn der Rasen gepflegt und frisch gemäht ist. Ich verwende daher viel Zeit für die Pflege des Rasens, eben habe ich ihn wieder gedüngt. Ich würde mir von daher auch keine Blumenwiese anlegen. Dafür habe ich viele Blumen in den Beeten.

Du hast aber nicht nur Blumen im Garten, sondern auch einen Gemüsegarten. Was baust du vor allem an?

Vor allem Tomaten – mein Mann und ich lieben Tomaten. Wir haben 40 Tomatenpflanzen, aber auch Paprika, Zucchini, Salat und Bohnen.

Das klingt nach großer Ernte. Musst du viel Gemüse einkochen oder einfrieren?

Eigentlich nicht, denn wir essen unser selbst angebautes Gemüse so gern, dass es sehr schnell weg ist. Nur Bohnen friere ich ein.

Der Gemüsegarten liegt ja ganz zentral in der Mitte des Gartens, eingefasst von niedrigen Buchshecken. Das sieht sehr romantisch aus.

Mein Vorbild war der klassische Bauerngarten. Da spielt ja auch die Versorgung mit Gemüse eine wichtige Rolle. Der Gemüsegarten ist in vier Quadrate eingeteilt, die mit Wegen gegliedert sind. In der Mitte ist ein schöner Pflanztrog mit einem Zitronenbaum, von dem ich im letzten Jahr mehr als hundert Zitronen geerntet habe. Den Eingang zu dem Gemüsegarten bilden die Rosenbögen.

## Durch die Symmetrie wirkt das sehr harmonisch. Der Gemüsegarten wird von Buchsbäumen eingesäumt. Hast du keine Probleme mit dem Buchsbaumzünsler?

Na klar, habe ich die. Ich spritze zweimal im Jahr. Das hat bis jetzt meine Buchsbaumhecken gerettet.

Ich sehe kaum Gartendekoration bei dir. Ist das Zufall?

Nein, natürlich nicht. Ich bin kein großer Fan von Gartendeko. Mein Garten blüht so schön, da brauche ich nicht noch zusätzliche Dekoration. Wobei ich zugeben muss, dass ich auf schöne Terracotta-Töpfe stehe und meine einjährigen Blumen am liebsten nur in diese Töpfe pflanzen möchte. Auch habe ich mir drei wunderschöne Obelisken anfertigen lassen. Diese werden aber nicht zur reinen Dekoration aufgestellt, sondern sollen einen neuen Gartenraum schaffen. Du siehst, ich lege großen Wert darauf, dass die nützlichen Gegenstände im Garten sehr schön und dekorativ aussehen. Eine Ausnahme gibt es aber auch in unserem Garten. Mein Mann hat mir eine Marmorstatue geschenkt. Diese schaut ganz verträumt über die Rosen hinweg. Mir gefällt besonders gut, dass sie schon etwas Patina angesetzt hat und nicht so blank und neu aussieht. Erwähnen möchte ich noch, dass in unserem Garten an zwei Zaunflächen mehrere Quadratmeter große bildhafte Darstellungen zu sehen sind.

In deinem Garten blühen so viele Blumen. Ist da noch Platz für Unkraut?

Leider ja. Vor allem im Frühjahr habe ich ganz viel Giersch im Garten. Inzwischen habe ich gelernt, dass ich mit ihm leben muss. Ich möchte aber schon, dass er nicht überhandnimmt.

Hast du einen Tipp für angehende Gärtner?

Gartenanfänger sollten sich inspirieren lassen, indem sie Gartenzeitschriften lesen und vor allem andere Gärten besuchen. Ich finde es auch wichtig, sich mit anderen Gartenfreunden auszutauschen.

Ist das der Grund, dass Euer Garten für Besuchergruppen von Mai bis Oktober geöffnet ist?

Ja, das ist ein Grund, aber auch, dass wir gerne Besuch haben. Ich backe dann Kuchen, es gibt Kaffee, nach Wunsch auch ein Gläschen Wein oder einen Aperol und alle fühlen sich wohl. Dass unser Garten offen für Besucher ist, liegt auch an meinem Mann. Er hat einfach gern viel Leute um sich herum. Das kommt wohl von seiner Tätigkeit als sehr erfahrener Bandleader und Party-DJ. Meine Tätigkeit als selbstständige Textilrestauratorin wiederum ist von großer Ruhe umgeben, die mir Geduld für die interessante Aufgabe ermöglicht.

Was fällt dir spontan zu deinem Garten ein?

Große Begeisterung und Leidenschaft. Und nach all den vielen Jahren als Gärtnerin bin ich immer noch fasziniert, dass aus einem kleinen Samenkorn eine wundervolle Pflanze entstehen kann.

Mehr über den Paradiesgarten Reißner hier erfahren.

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Diese Gartenideen wurden verfasst von der Redaktion freudengarten.


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