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Kohlrabi pflanzen

Jeder kennt die runden Knollen, die meist weiß oder auch lila-farben zu erwerben sind. Die Rede ist von Kohlrabi. Hier alles über den Anbau im eigenen Garten oder auf dem Balkon und über die Verwendung in der Küche.

Allgemeines

Kohlrabi heißt mit botanischem Name Brassica oleracea var. gonglyodes und gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Er stammt, genauso wie Brokkoli und Blumenkohl, vom Gemüse- bzw. Markstammkohl ab. Im Gegensatz zu diesen ist bei Kohlrabi allerdings die Sprossachse verdickt und stark gestaucht. Dies wird deshalb als Sprossknolle bezeichnet und stellt den essbaren Teil der Pflanze dar. Die Knollen können ungefähr 5-20 cm groß werden und je nach Sorte sogar bis über 7 kg (Riesenkohlrabi) schwer werden.

Wenn Du Kohlrabi kaufst, hast Du vielleicht schon einmal entdeckt, dass die Knollen waagrechte Narben haben. Diese sind keinesfalls ein Qualitätsmangel, sondern entstehen durch einen natürlichen Blattfall im Laufe des Dickenwachstums.

Standort und Boden

An den Boden stellt Kohlrabi keine außergewöhnlich hohen Ansprüche. Er bevorzugt gut versorgte mittelschwere bis schwere und biologisch aktive Böden. Wichtig ist hierbei das konstante Wasserangebot im Boden über die gesamte Kulturdauer, weil die Knollen bei unregelmäßiger Wasserversorgung anfangen zu platzen. Verdichtete, staunasse Böden sind wiederum zu viel des Guten und sind nicht optimal für Kohlrabi.

In Bezug auf die Nährstoffe zählt Kohlrabi zu den Mittelzehrern. Jedoch ist auch hierbei eine konstante Versorgung über die Kulturdauer wichtig, da Wachstumsstockungen durch zu wenig Nährstoffe zum Verholzen und Platzen der Knollen führen können.

Die Temperaturansprüche sind abhängig von der Sorte. Generell wirkt sich allerdings sehr heißes und trockenes Wetter nachteilig aus.

Aussaat

Der erste Schritt im Anbau ist die Aussaat. Alternativ kannst Du aber auch bereits vorgezogene Jungpflanzen in der Gärtnerei Deines Vertrauens erwerben und direkt im Garten oder Balkonkasten auspflanzen.

Das Saatgut von Kohlrabi ist kugelig und hat einen Durchmesser von 2-3 mm. Die Aussaat findet entweder direkt statt, das heißt auf den Abstand, in dem die Pflanzen später stehen sollen oder breitwürfig in Aussaatschalen. Bei der breitwürfigen Aussaat musst Du die Pflanzen nach der Keimung pikieren, also auf einen größeren Abstand vereinzeln, sodass sie mehr Platz haben um sich zu entwickeln. Beim Pikieren solltest Du darauf achten, die Keimlinge hoch (nur die Wurzeln sollten mit Erde bedeckt sein, der Stängel nicht) zu pikieren, da sich die Sprossknolle, also das zu erntende „Pflanzenorgan“, kurz über der Erdoberfläche entwickelt.

Die optimale Keimtemperatur beträgt 18-20°C, bei der die Keimung innerhalb von ungefähr 6 Tagen abgeschlossen ist. Bei zu niedrigen Temperaturen (unter 10°C) während der Keimung bilden die Pflanzen im späteren Verlauf keine richtige Knolle aus.

Nach der Keimung bis zum Stadium, in dem die Pflanzen 5 voll entwickelte Blätter haben, vertragen die Pflanzen niedrigere Temperaturen, aber nicht unter 14°C, weil sonst ein zu frühes Schossen (Blütenbildung) oder eine unerwünschte „Flaschenbildung“ (längliche Knollen) die Folge sind.

Ungefähr 3 Wochen nach dem Pikieren kannst Du die Kohlrabi-Jungpflanzen dann im Garten auspflanzen.

Pflanzen und Pflegen

Die Kohlrabi-Jungpflanzen solltest Du nicht zu eng pflanzen, da sie genügend Platz brauchen um eine schöne, runde Knolle auszubilden. Der Abstand sollte ungefähr 25-30 cm in der Reihe und genauso viel zwischen den Reihen betragen. Bei größer werdenden Sorten sollte der Abstand weiter sein. Genauso wie beim Pikieren solltest Du auch beim Pflanzen darauf achten, die Jungpflanzen nicht zu tief, sondern lieber hoch in den Boden oder Topf zu setzen.

Auch wenn es im Laufe des Artikels bereits erwähnt wurde, ist die Bedeutung der kontinuierlichen Wassergabe hier nochmals hervorzuheben.

Eine Düngung mit organischem Material solltest Du im Frühjahr vor dem Pflanzen durchführen.

Bei Direktsaat oder Pflanzung im Sommer ist eine mäßige mineralische Düngung zu empfehlen. Die Nährstoffe in der organischen Substanz würden nicht rechtzeitig zum Ende der Kulturdauer den Pflanzen zur Verfügung stehen. Ansonsten ist eine gleichmäßige Nährstoffversorgung ebenfalls wichtig.

Späte Anbausätze oder Direktsaaten solltest Du mit einem Netz schützen, damit Dir Vögel oder andere Tiere nicht Dein Essen wegessen.

Eine Mischkultur mit Kopfsalat (in der Reihe abwechselnd Kohlrabi und Kopfsalat) ist durchaus machbar. Aber auch Radieschen kannst Du in Mischkultur mit Kohlrabi anbauen.

In Bezug auf eine Fruchtfolge solltest Du nur alle 3-4 Jahre Kohlrabi auf der gleichen Fläche anbauen, vor allem um einem bodenbürtigen Pilz (Kohlhernie) vorzubeugen.

Krankheiten und Schädlinge

Zu den Schädlingen, die Kohlrabi befallen können, zählen die Kohlfliege und andere Kohlschädlinge sowie Erdflöhe und Schnecken. Kohlfliegen und andere Kohlschädlinge verursachen in derem Larvenstadium Schäden an den Pflanzen. Die Larven der Kohlfliege fressen den Wurzelhals (Stelle der Pflanze kurz über dem Boden) an, wohingegen die Larven von Kohlmotten an den Blättern runde Fraßschäden verursachen. Schäden durch Erdflöhe sind ebenfalls anhand von Löchern in den Blättern zu erkennen. Schnecken dagegen fressen nicht nur die Blätter sondern auch die Knollen an.

Um die Schädlinge vorbeugend zu bekämpfen, ist es sinnvoll, dass Du Deine Kohlrabi-Pflanzen mit Netzen vor diesen Schädlingen schützt. Bei Schnecken kannst Du auch Schneckenkorn ausstreuen.

Kohlrabi kann auch von verschiedenen Pilzen und Bakterien befallen werden. Hierzu zählt vor allem die Kohlhernie (Pilz), die abnormale Wucherungen an den Wurzeln hervorruft und dadurch keine schöne Knolle ausgebildet werden. Bekämpfen kannst Du ihn vorbeugend mit einer entsprechend längeren Fruchtfolge.

Sorten

Es gibt verschiedene Typen an Kohlrabi. Sie werden unterschieden zwischen weißer oder blauer Schale, Frühjahrs-/Sommer- oder Ganzjahrestypen sowie zwischen normal großer und sehr großer Knolle.

'Superschmelz' beispielsweise ist eine Sorte, die langsam wächst, aber bis zu 8 kg schwere Knollen ausbildet ohne zu verholzen. Da die Knollen sehr groß werden, empfiehlt sich ein Abstand von mindestens 40 cm in und 50 cm zwischen den Reihen.

Als Beispiel für eine violette Sorte ist 'Kolibri F1' zu nennen, die schnell wächst, nicht holzig wird und platzfeste, zarte Knollen ausbildet.

Verwendung in der Küche

Kohlrabi kannst Du roh oder gekocht essen. Vor dem Verzehr solltest Du die Knollen waschen und schälen. Roh kannst du ihn entweder pur oder als Salat essen. Kohlrabi schmeckt roh sehr gut zu Quark oder Joghurtdips. Gekocht oder gedünstet findet Kohlrabi Anwendung als Beilage, Püree, in Eintöpfen und Suppen sowie Aufläufen.

Der Kreativität sind bei Kohlrabi in der Küche kaum Grenzen gesetzt. So kannst Du die Knolle zu Pommes, gefüllt mit Spinat, Schafskäse und Schalotten, als Kohlrabi Lasagne oder sogar zu einem Kohlrabi-Risotto mit Pinienkernen weiter verarbeiten.

Weitere Rezeptideen kannst Du im Internet oder in diversen Kochbüchern finden.

Autor: Florian Fleckenstein

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Über den Autor:

Florian Fleckenstein,

B. Sc. Gartenbau

Student M. Sc. Agrarwissenschaften

In meiner Freizeit bin ich sehr gerne im Grünen und gärtnere selbst, ob es der Anbau von Tomaten oder Chilis auf dem Balkon ist, die Pflege von Familien-Obstbäumen oder die Lese von Weintrauben im elterlichen Weingut.


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