Paprika und Chili sind wärmeliebende Pflanzen, die lange Zeit brauchen, bis die Früchte reif werden. Daher müssen Paprikapflanzen bereits früh im Jahr vorgezogen werden, am besten zwischen Mitte Februar und Mitte März. Wenn du Anzuchtlampen verwendest, kannst du auch schon im Januar mit der Aussaat beginnen.
1. Warum Paprikapflanzen vorziehen?
Paprikapflanzen brauchen von der Aussaat bis zur Ernte drei bis fünf Monate. Das liegt daran, dass sie aus tropischen Gegenden kommen und viel Wärme und Licht brauchen. Da bei uns die Sommer nicht so lang sind, müssen sie vorgezogen werden, um die Vegetationszeit zu verlängern. Natürlich kannst du auch Pflanzen aus der Gärtnerei kaufen. Der Vorteil des Aussäens ist, dass du aus einer Vielzahl an Arten und Sorten wählen kannst.
2. Paprikasamen im warmen Wasser vorkeimen lassen
Gönne den Paprikasamen zuerst einmal ein ausgiebiges Bad in lauwarmen Wasser oder Kamillentee. Am besten lässt du die Samen über Nacht einweichen.
Vorteil: Die Samenschalen werden weicher und die Samen keimen etwa zur gleichen Zeit.
3. Das richtige Substrat verwenden
Am besten säst du die Paprikasamen in Anzucht- oder Kräutererde. Diese ist eher nährstoffarm, so dass die Pflänzchen kräftigere Wurzeln bilden.
4. Paprika aussäen
Gieße die Erde in der Saatschale gut an und stecke anschließend die Samen etwa einen halben bis einen ganzen Zentimeter tief in die Erde.
3. Den richtigen Standort wählen
Die Kinderstube deiner Paprikapflänzchen sollte hell, warm und feucht sein. Am einfachsten ist es, Paprikas in einem Zimmergewächshaus zu ziehen. Wenn du keins hast, kannst du stattdessen eine transparente Folie oder eine Glasscheibe über die Anzuchtschale legen.
Damit es angenehm warm ist, stelle die Anzuchtschale auf einen Heizkörper direkt vors Fenster. Wenn vor deinem Fenster keine Heizkörper ist, sorgt eine Heizmatte für Wärme. Wichtig: Paprikas keimen erst bei einer Temperatur von 25 Grad.
Wichtig ist es, dass die Keimlinge viel Licht abbekommen. Daher ist ein Südfenster der beste Standort für die Kinderstube der Paprikapflänzchen.
Nach etwa zwei Wochen beginnen die Samen zu keimen.
4. Keimlinge pikieren
Nach etwa vier Wochen haben die Keimlinge in der Regel zwei bis vier Blätter gebildet, so dass sie pikiert werden können. Hebe die Pflänzchen vorsichtig mit dem Stiel eines Löffels oder einer Pikierpinne aus der Erde und setze sie in 10 Zentimeter große Pflanztöpfchen mit normaler Pflanzerde. In den ersten Tagen nach dem Pikieren sollten die Paprikapflanzen nicht der Mittagssonne ausgesetzt werden, damit sie erst einmal in Ruhe anwachsen können.
Hier eine ausführliche Anleitung zum Pikieren.
5. Paprikapflanzen pflegen
Wenn die Paprikapflänzchen sich zu sehr dem Licht entgegenstrecken und zu lang und zu dünn werden, solltest du sie an einen kühleren Ort bringen. Die Temperatur sollte aber nicht unter 18 Grad fallen.
Etwa zwei Wochen nach dem Pikieren kannst du die Pflanzen erstmals mit einem organischen Dünger versorgen und dies alle zwei Wochen wiederholen.
Achte darauf, dass keine Staunässe entsteht und lasse die Erde vor jedem Gießen antrocknen.
6. Paprikapflanzen nach draußen bringen
Nach den Eisheiligen Mitte Mai können die Paprikapflanzen ins Freiland umziehen. Zum Abhärten solltest du sie an milden Tagen, wenn die Temperaturen über 15 Grad liegen, tagsüber ins Freie bringen.
Wähle einen geschützten, sehr sonnigen Platz. Vor dem Auspflanzen kannst du die Erde mit Kompost und Hornspänen anreichern, denn Paprikapflanzen sind keine Kostverächter. Setze die Paprikapflanzen in einem Abstand von etwa 50 Zentimetern.
Wenn du ein Gewächshaus hast, kannst du die Pflanzen bereits ab Mitte bis Ende April ins Gewächshaus bringen.
Tipp: Achte auf die Nachbarschaft deiner Paprikapflanzen. Mit den richtigen Nachbarn wachsen sie besser und bringen mehr Ertrag. Hier findest du eine Liste guter und schlechter Nachbarn für Paprikas und Chili.
Besonderer Tipp
Wusstest du, dass Paprika und Chili mehrjährige Pflanzen sind? Sie werden bei uns nur deswegen einjährig kultiviert, weil es uns zu mühsam ist, sie über den Winter zu bringen. Dabei ist es gar nicht so schwierig. Hier findest du eine Anleitung.
Bildnachweis:
Paprika, Foto von Frauke Riether
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