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Bärlauch im Garten ansäen, anbauen, pflanzen und pflegen

Bärlauch gedeiht auch im eigenen Garten. Wichtig für den wilden Knoblauch ist ein feuchter halbschattiger Standort wie in der Natur. Jetzt eine Anleitung zum erfolgreichen Anpflanzen von Bärlauch lesen.

Bärlauch (Allium ursinumm) ist eine kleine Zwiebelpflanze aus der Gattung Allium, verwandt mit Schnittlauch, Zwiebel und Knoblauch. Wer Bärlauch liebt, kann ihn im Garten oder auf dem Balkon anbauen. Nicht nur an am Geruch und Geschmack des Bärlauchs bemerkt man seinw Verwandtschaft zu den Zwiebelgewächsen. Auch seine kleinen weißen Blüten erinnern an die eines großen Verwandten, dem Zierlauch: Die Bärlauch-Blüten bilden runde, wunderhübsche Kugeln.

Fakten zum Bärlauch

Bärlauch (Allium ursinnum) gehört zur Familie der Lauchgewächse (Alliaceae) und ist mit Zwiebeln und Knboblauch verwandt. Bärlauch ist eine einheimische Wildpflanze, die in lichten Wäldern oder an Flussauen an halbschattigen Standorten wächst. Seine Blätter sind lang, schmal und schwertförmig. Sie erreichen eine Länge von etwa 20 bis 50 Zentimetern und werden bis zu fünf Zentimeter breit. Der wilde Knoblauch trägt wie sein großer Bruder der Zierlauch hübsche, runde Scheindolden mit hübschen, weißen Blüten. Sowohl Blätter als auch Blüten duften - oder riechen, das ist Geschmackssache - intensiv nach Knoblauch.

Bärlauch ist ein sehr gesundes Wildkraut

Bärlauch sammeln, kaufen oder im Garten oder auf dem Balkon anbauen?

Bärlauch ist mittlerweile fester Bestandteil der Frühjahresküche. Mittlerweile werden auch die Blätter im Handel zum Kauf angeboten, so dass man weder in den Wald zum Sammeln gehen oder den wilden Knoblauch im Garten oder auf dem Balkon anbauen muss. Dennoch hat der Anbau im Garten einige Vorteile. Bärlauch schmeckt frisch einfach am besten, und der kürzeste Weg ist nun mal der zwischen Garten und Küche. Zum anderen kannst du dir beim Anbau im Garten sicher sein, dass die Blätter nicht von Hunden und Wildtieren verunreinigt wurden und eine Verwechslungsgefah r mit Maiglöckchen ausschließen. Am richtigen Standort braucht Bärlauch außerdem keine Pflege.

Anbau im eigenen Garten

Bärlauch kannst Du durch Aussaat, durch Setzen von Zwiebeln oder durch das Setzen von Pflanzen in Deinen Garten ansiedeln.

  • Vermehrung durch Aussaat Bärlauch ist ein Kaltkeimer und braucht eine Kälteperiode zum Austreiben. Der Zeitpunkt zur Aussaat ist daher der Sommer oder der Herbst entweder in Aussaatschalen oder direkt ins Beet. Enda März beginnen die ersten Samen zu keimen.

  • Vermehrung durch Zwiebeln Zwiebeln von Bärlauch kannst du ganzjährig setzen. Die Pflanztiefe sollte dabei etwa fünf Zentimeter betragen. Du kannst auch Bärlauch-Zwiebeln aus deinem Garten verwenden. Diese solltest du erst ausgraben, wenn die Blüten verblüht sind. Verwende nur sehr frische Zwiebeln des Bärlauch. Sie vertrocknen schnell und treiben dann nicht mehr aus.

  • Bärlauch-Pflanzen kaufen Am einfachsten ist es, vorgezogene Pflanzen in den Garten zu setzen. Findet der Bärlauch gute Bedingungen wird er nach einigen Jahren große Flächen bedecken.

Standort, Boden und Pflege

Am wichtigsten für den Anbau von Bärlauch ist der richtige Standort. Bärlauch wächst in der freien natur an halbschattige Standorte in feuchten Laubwäldern mit lockerem, humusreichem Boden. Sandige Böden mag er nicht, dort wird er auch nicht wachsen. Im Garten musst du daher einen Platz im lichten Schatten von Gehölzen für die Zwiebelpflanze finden.

Den Boden solltest du gegebenenfalls mit Kompost anreichern. Gut ist, wenn das Laub in der Gartenecke, in die du den Bärlauch pflanzst, liegen bleiben darf, so dass der Boden durch die Mulchschicht vor Austrocknung geschützt wird und locker bleibt. Hat der Bärlauch einen geeigneten Standort gefunden, breitet er sich in großen Teppichen aus und ist ein toller, essbarer Bodendecker - allerdings nur für das Frühjahr. Nach der Blüte im Mai ziehen die Blätter ein und er ist das Jahr über bis zum nächsten Frühjahr nicht mehr zu sehen. Daher sind andere schattenliebende Pflanzen, wie zum Beispiel Farne, gute Begleiter, da sie die Lücken während des Jahres überdecken. Hat sich der Bärlauch etabliert, braucht er keine Pflege. Nur während langer Trockenperioden muss er gelegentlich gegossen werden.

Bärlauch kann sich nach einiger Zeit recht schnell ausbreiten und große Flächen bedecken. Wenn du das nicht wünscht, kannst du seinen Drang nach Ausbreitung mit einer Wurzelsperre begrenzen. Alternativ kannst du im Frühjahr Teile des "Bärlauch-Teppichs" abstechen und die Zwiebeln in der Küche verwenden

Ernten von Bärlauch

Bärlauch kann von März bis Mai geerntet werden Ein guter Zeitpunkt zur Ernte ist dann, wenn die Schlüsselblumen blühen. Am besten schmecken die ersten zarten Bärlauch-Blätter. Wenn Bärlauch zu blühen beginnt, endet die Bärlauch Saison. Denn nach der Blüte werden die Blätter gelb, faserig und verlieren ihren guten Geschmack.

Schneide pro Pflanze nur ein bis zwei Blätter ab. Drei Blätter sollten immer stehen bleiben, so dass die Pflanze noch Kraftreserven für den nächsten Austrieb sammeln kann. Schneide die Blätter mit einem Messer oder Schere ab und reiße sie nicht ab. Die Blätter von neu gepflanztem Bärlauch sollten daher in den ersten beiden Jahren nicht geerntet werden, damit die Pflanze genügend Energiereserven bilden kann, bis sie sich etabliert hat.

Tipp: Ein kleiner Trost für Bärlauch-Fans, wenn die Bärlauch blüht: Auch die Blüten und Zwiebeln können gegessen werden! Mit dem Essen von Zwiebeln reduzierst du die Anzahl der Pflanzen für das nächste Jahr.

Sammeln von Bärlauch

Bärlauch steht nicht unter Naturschutz, in einigen Ländern allerdings auf der Liste gefährdeter Arten. Das heißt, dass man Bärlauch für privaten Gebrauch sammeln darf. Dies gilt übrigens nicht für Naturschutzgebiete. Dort ist es verboten Bärlauch zu sammeln.

Möchtest Du Bärlauch im Wald sammeln, solltest Du dennoch behutsam vorgehen und darauf achten, dass sich die Pflanze regenerieren kann. Und das geht so:

  • Sammle Bärlauch nur, wenn große Bestände vorhanden sind

  • Beim Sammeln im Wald solltest Standorte von Bärlauch an Wegen und Kreuzungen meiden. Denn gerade an Wegen markieren Hunde oft oder hinterlassen ihre Häufchen. Ferner werden Wege und Trampelpfade oft von Wildtieren, u.a. auch dem Fuchs genutzt. Zwar ist eine Ansteckung durch den Fuchsbandwurm sehr selten und eine Erkrankung kann mittlerweile relativ gut behandelt werden. Eine vollständige Sicherheit erhältst Du allerdings nur durch Abkochen des Bärlauchs. Dadurch verliert er allerdings seinen typischen Geschmack. Wer also Bärlauch genießen und auf Nummer sicher gehen will, sollte Bärlauch kaufen oder im eigenen Garten anpflanzen.

Tipp: Damit die Blätter nicht auf dem Nachhauseweg zerdrückt werden, hilft dieser Trick: Lege die Blätetr in eine Plastiktüte, blase sie auf und verknote sie dann fest. So werden die zarten Blätter nicht zerdrückt und überstehen auch noch einen längeren Spaziergang.

Verwechslung von Bärlauch

Die Blätter der Bärlauchs ähneln denen des giftigen Maiglöckchens (Convallaria majalis) und der Herbstzeitlosen (Colchicum autumnale) sehr. Auch eine Ähnlichkeit mit dem giftigen giftigem Aronstab (Arum maculatum) besteht. Letzterer treibt auch zur gleichen Zeit an ähnlichen Standorten aus. Der intensive Duft des Bärlauchs nach Knoblauch macht es aber sehr leicht, die Pflanzen voneinander zu unterscheiden: Ein Reiben an den Blättern mit anschließendem „Geruchstest“ sollte eine Verwechslung unmöglich machen. Hier noch mehr Tipps, um eine Verwechslung von Bärlauch zu vermeiden.

Bärlauch in der Küche verwenden

Es gibt eine Vielzahl von Bärlauchrezepten: angefangen von Suppen, über Pesto oder einfach als geschnittene Blätter in Salaten, im Quark oder einfach aufs Brot, der Fantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt. Der große Vorteil von Bärlauch ist, dass am nächsten Tag den Bärlauch-Genießer keine Knoblauchwolken umhüllen. Bärlauch kann durch Trocknen, Einfrieren oder als Pesto haltbar gemacht werden.

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Diese Gartenideen wurden verfasst von der Redaktion freudengarten.


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