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Traubenhyazinthe

Wie ein blaues Band ziehen sich die hübschen Zwiebelpflanzen im Frühjahr durch die Gärten und lassen einen unwillkürlich an das berühmte Gedicht von Eduart Mörike erinnern.

Allgemein

Die Traubenhyazinthe (Muscari) gehören zur Familie der Hyazinthengewächse (Hyacinthaceae). Sie ist krautig, ausdauernd und bildet Zwiebeln zur Überdauerung. Die Frühjahrsblüher werden je nach Region auch Perlhyazinthen, Bauernbübchen, Träuberl oder auch Bergmännchen genannt. Die Gattung Muscari umfasst circa 60 Arten. Hier sind die bekanntesten und wichtigsten für den Garten zusammengefasst. Diese erweisen sich in unseren Breiten als winterhart.

Anspruchslose Arten sind zum Beispiel Muscari armeniacum, M. azureum und M. latifolium. Die armenische Traubenhyazinthe (M. armeniacum) stammt ursprünglich aus dem Balkangebiet, Griechenland, der Türkei und dem Kaukasus. Sie kommt allerdings in einigen Regionen in Deutschland mittlerweile auch wild wachsend vor. Sie trägt kräftig blaue Blüten mit einem weißen Saum.

Die Azurblaue Traubenhyazinthe (Muscari azureum) ist eine etwas kleinere, frühblühende Art mit hellblauen Blütenständen, welche dunkel gestreift sind. Sie stammt aus dem Nordwesten der Türkei und bevorzugt frischere bis feuchte Standorte ohne Staunässe.

Muscari latifolium hat im Gegensatz zu anderen Arten deutlich breitere Blätter. Sie weist mit bis 25 cm sehr hohe Blütenstände auf. Die oberen sterilen Blüten sind hellblau, die unteren fruchtbaren dagegen violett gefärbt.

Die Weinbergs-Traubenhyazinthe (Muscari neglectum) mit ihren tiefblauen Blüten, stammt ursprünglich aus der Türkei und hat sich im Laufe der letzten Jahrhunderte in ganz Europa verbreitet.

Sehr hübsch und ungewöhnlich sieht die Schopfige Traubenhyazinthe (Muscari comosum) mit ihren extravaganten, abstehenden eher lilablauen Blüten aus. Auch sie stammt ursprünglich aus der Mittelmeerregion. In Deutschland gibt es allerdings einige seltene wilde Vorkommnisse.

Auch ein sehr besonderer Anblick ist die gelb blühende Muscari macrocarpum. Ihr Naturstandort liegt in Griechenland und der West-Türkei, daher bevorzugen diese Pflanzen heißes und trockenes Klima. An feuchten und kühlen Stellen wachsen sie daher nur sehr schlecht.

Standort und Boden

Traubenhyazinthen mögen helle warme Plätze mit nicht zu schweren, durchlässigen, eher trockenen Böden. Gegeben falls solltest du die Erde vor der Pflanzung mit etwas Sand auflockern. Jedes Jahr sollten die Pflanzen vor der Blüte mit etwas Kompost gedüngt werden. Gefällt Muscari der Standort vermehren sie sich bald bereitwillig und breiten sich als blaue Flächen im ganzen Garten aus.

Traubenhyazinthen können natürlich auch in Töpfe, Kübeln und Schalen gepflanzt werden. Außerdem eignen sie sich zur Treiberei.

Pflanzen und pflegen

Pflanzen kannst du Traubenhyazinthen am besten von September bis November. Dazu gräbst du die Zwiebeln sechs bis acht cm tief in den Boden. Grob gesagt sollte die Pflanztiefe immer die doppelte Höhe der Zwiebel sein. Du solltest einen Abstand von circa fünf bis 20 cm einhalten. Es können ungefähr 400 Stück pro Quadratmeter gerechnet werden.

Wenn du eine Aussaat verhindern willst, dann solltest du die Blütenstände noch vor dem Vertrocknen (circa Mai/Juni) zurück schneiden.

Blüte

Im April und Mai zeigen sich bis auf wenige helle Ausnahmen blaue 15 bis 25 cm hohe Blütentrauben. Die oberen der urnenförmigen, ein cm hohen Blüten sind meist steril, die untern dagegen sind zwittrig. Je nach Art und Sorte variieren die verschiedenen Blautöne, von zarten hellblau über lilablau bis tiefdunkles schwarzblau sind fast alle Nuancen vertreten. Auch gibt es zweifarbige und gefüllte Varianten. Die untersten, meist deutlich größeren Blüten beginnen mit dem öffnen, die oberen wesentlich kleineren blühen zuletzt auf.

Einige Arten verströmen einen angenehmen Moschus-Duft, andere Arten riechen etwas streng. Außerdem liegt dieses Empfinden natürlich auch an der Nase des Riechenden.

Für Bienen

Traubenhyazinthen bieten bestäubenden Insekten im späteren Frühjahr eine Quelle an Nektar und Pollen.

Vermehrung/Aussaat

Traubenhyazinthen vermehren sich im Garten von selbst, solange sie an einem Standort stehen wo sie sich wohlfühlen Du kannst sie allerdings auch selbst durch Aussaat vermehren. Den Samen kannst du, solange du die vertrockneten Blütenstände nicht abgeschnitten hast, im Sommer/Spätsommer selbst ernten. Im Frühjahr oder Herbst werden diese direkt ins Freiland gesät. Da Traubenhyazinthen Kaltkeimer sind, benötigen sie einige Tage Temperaturen um den Gefrierpunkt um austreiben zu können. Die Samen bedeckst du etwas mit Erde und hältst diese immer feucht. Von der Aussaat bis zur Blüte kann es einige Jahre dauern.

Außerdem kannst du Muscari auch über Brutzwiebeln vermehren. Die Pflanze bildet im Sommer Tochterzwiebeln. Du kannst diese vorsichtig ausgraben und von den Wurzeln der Mutterpflanze trennen. Diese lässt du am Besten möglichst unbeschädigt im Boden. Die entfernten Tochterzwiebeln werden direkt oder im Herbst an einem anderen Standort wieder eingepflanzt.

Krankheiten und Schädlinge

Da die Zwiebelpflanzen sich als äußerst robust erweisen, sind kaum Krankheiten bekannt. Bei einem zu feuchten Standort, kann es zur Erkrankung durch Brandpilze kommen. Diese machen sich durch schwarze oder weiße Flecken an Blättern und Blüten bemerkbar. Befallene Teile solltest du direkt entfernen und im Müll entsorgen.

Giftigkeit

Traubenhyazinthen sind allenfalls schwach giftig und sollten nicht verzehrt werden. Nach dem Verschlucken größerer Mengen kann es zu Magen-Darm-Beschwerden kommen.

Sorten

'Blue Spike' trägt gefüllte hübsche tiefblaue Blüten.

Die Sorte 'Mount Hood' zeichnet sich durch ihre Zweifarbigkeit aus. Die oberen Blüten sind hellblau, die untern dagegen azurblau und mit hellem Saum.

Neben den charakteristischen blauen gibt es auch helle Sorten, wie Beispielsweise die zartrosa 'Pink Sunrise' mit circa 15 cm hohen Blütenständen. Die Sorte 'Album' blüht weiß.

'Golden Fragrance' ist eine gelb blühende Sorte. Sie ist deutlich anspruchsloser als ihre verwandte Art M. macrocarpum.

Autorin: Sophia Och

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Über die Autorin: Sophia Och, B. SC. Gartenbau

Mein Name ist Sophia Och. Ich habe Gartenbau in Freising an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf studiert. Meine freie Zeit verbringe ich am liebsten draußen umgeben von Grün. Neben meinem "beruflichen" Interesse an Pflanzen, bin ich selbst leidenschaftliche Hobbygärtnerin und versuche mich immer wieder gerne an Urban Gardening.


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