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Edelweiß pflanzen und pflegen

Vor allem im Steingarten ist das Edelweiß ist eine sehr pflegeleichte Staude. Wir geben Tipps zum Pflanzen und Pflegen der kleinen Staude.

Die kleinen, zarten und weißen Blüten des Edelweißes bezaubern uns Menschen schon seit jeher. Diese als recht anspruchslos geltenden Stauden können jeden Steingarten oder jedes Trockenstaudenbeet sehr bereichern. Im Folgenden geben wir Dir ein paar Tipps, was Du beim Pflanzen von Edelweiß beachten solltest.

Allgemeines

Das Alpen-Edelweiß heißt mit lateinischem Namen Leontopodium nivale subsp. alpinum und gehört zur Pflanzenfamilie der Korbblütler (Asteraceae).

Die schönen Blüten werden in vielerlei Hinsicht als Symbol, zum Beispiel bei der Trachtenkleidung oder als botanisches Wahrzeichen der Alpen, verwendet. Es ist die bekannteste Alpenblume.

Das Edelweiß ist eine immergrüne, ausdauernde und krautige Pflanze, die zwischen fünf und 20 cm hoch werden kann. Es ist allerdings relativ kurzlebig und blüht lediglich in vier aufeinander folgenden Jahren. Anschließend geht das Edelweiß ein.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz stehen die wilden Pflanzen unter Naturschutz, da sie als stark gefährdet gelten. Die Pflanzen, die im Handel erworben werden können, stammen allerdings von Kultursorten ab und sind in Bezug auf den Naturschutz unbedenklich.

Die Blüten kannst Du als Schnittblumen, in Trockensträußen oder Kränzen verwenden, sie bleiben lange frisch-aussehend.

Standort und Boden

Als bevorzugter Standort für das Edelweiß gilt ein vollsonniger Standort. Der Boden sollte trocken bis leicht feucht sein, also ein sandig-lehmiger oder kiesig-lehmiger Boden. Er kann auch kalkhaltig sein, darf aber keinesfalls Staunässe aufweisen, da die Pflanzen sonst eingehen.

Die Pflanzen sind winterhart und tolerieren Temperaturen von bis zu -29 °C.

Aufgrund ihrer Standortansprüche ist das Edelweiß hervorragend für Steingärten, ein Alpinum, Mauerkronen, Tröge und Steinfugen geeignet.

Pflanzen und pflegen

Auch wenn das Edelweiß einen trockenen Boden bevorzugt, solltest Du die Pflanzen vor allem im Sommer bei anhaltender Trockenheit und Hitze gelegentlich durchdringend gießen.

Eine Düngung von Edelweiß ist weder zur Pflanzung noch in den folgenden Jahren notwendig. Die voll entwickelten Pflanzen setzt Du am besten im Frühjahr an die gewünschte Stelle in deinem Garten und im Abstand von ungefähr 10 bis 15 cm zwischen den einzelnen Pflanzen.

Die klassische Begleitstaude zum Edelweiß ist der Enzian. Daneben eignen sich auch Glockenblumen, Rittersporn, Steinbrech, Thymian, Mauerpfeffer, Alpen-Aurikel, Stängel-Silberdistel, Sonnenröschen oder Polster-Phlox als Nachbarn zum Edelweiß im Staudenbeet.

Vermehrung und Aussaat

Eine Vermehrung von Edelweiß kannst Du über die Aussaat erreichen. Hierzu belässt Du die Blüten an der Pflanze bis sich die Samen gebildet haben. Die Samen ähneln denen von Löwenzahn, weshalb Du sie auf alle Fälle vor der natürlichen Ausbreitung ernten solltest. Jedoch nicht zu früh, da sie sonst nicht reif und genügend keimfähig sind. Edelweiß ist ein Lichtkeimer, das heißt, dass Du die Samen bei der Aussaat nur an das Substrat drücken und keinesfalls die Samen mit Substrat bedecken solltest. Bei einer Aussaat im Januar kann es sein, dass die Pflanzen unter Umständen noch im gleichen Jahr zur Blüte kommen.

Krankheiten und Schädlinge

Das Edelweiß ist am natürlichen Standort nicht sonderlich anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Im Garten solltest Du deine Pflanzen allerdings regelmäßig auf einen Befall mit Blattläusen oder Spinnmilben untersuchen. Bei einem Befall kannst Du handelsübliche Pflanzenschutzmittel, oder bei Blattläusen auch eine Seifenlauge anwenden.

Blüte und Bienenfreundlichkeit

Die Blütezeit von Edelweiß erstreckt sich von Juni bis September. Das, was wir Menschen auf den ersten Blick als Blüte beim Edelweiß wahrnehmen ist aus botanischer Sicht jedoch ein Blütenstand, also eine Ansammlung vieler kleiner Blüten. Die weiß-filzigen vermeintlichen Kronblätter der Blüte sind tatsächlich umfunktionierte Laubblätter, die der Anlockung von Bestäubern dienen. Die eigentlichen Blüten sind gelb, sehr klein und befinden sich in der Mitte der Scheinblüte. Sie sind sehr attraktiv für Bienen und andere Insekten, die sich von Pollen ernähren. Deshalb ist das Edelweiß auch eine gute Bienenweide.

Es kann sein, dass Pflanzen, die vom natürlichen Standort entfernt und im eigenen Garten weiter kultiviert werden, gar keine weißen Scheinblüten mehr hervorbringen. Der Grund hierfür ist die fehlende Lichtintensität und das raue Klima, das die Pflanzen am Naturstandort vorfinden. Die Kultursorten bilden allerdings auch im eigenen Garten schön weiße Scheinblüten.

Sorten

Die einzelnen Sorten von Edelweiß unterscheiden sich lediglich in ihrer Wuchshöhe sowie der Größe und Anzahl der Scheinblüten, der Blütenaufbau ist bei allen Sorten jedoch gleich.

Die Pflanzen der Sorte ´Alpenstern´ können bis zu 20 cm hoch wachsen und bilden große, weiße und wollige Scheinblüten aus.

´Matterhorn´ wird ungefähr genauso groß wie ´Alpenstern´, bildet aber silberweiße Scheinblüten aus, verträgt einen etwas feuchteren Boden als die anderen Sorten und ist auch für die Topfkultur geeignet.

Zu den niedriger wachsenden Sorten zählt ´Mignon´, deren Pflanzen ungefähr 10 cm hoch werden und dessen Scheinblüten zierlicher ausgeprägt werden.

Eine kleinwüchsige aber großblütige Sorte ist ´Splendens´.

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Zum Autor:

Florian Fleckenstein,

B. Sc. Gartenbau

Student M. Sc. Agrarwissenschaften

In meiner Freizeit bin ich sehr gerne im Grünen und gärtnere selbst, ob es der Anbau von Tomaten oder Chilis auf dem Balkon ist, die Pflege von Familien-Obstbäumen oder die Lese von Weintrauben im elterlichen Weingut.


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