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Buchsbaumzünsler erfolgreich bekämpfen

Was hilft gegen den Buchsbaumzünsler? Warum sind so viele Buchsbäume befallen und wie erkennt man den Schädling? Hier Antworten auf alle Fragen zum Buchsbaumzünsler und eine Anleitung, um ihn erfolgreich zu bekämpfen.

Was ist der Buchsbaumzünsler?

Der Buchsbaumzünsler (lat. Cydalima perspectalis) fliegt auf Buchsbäume. Denn bei dem gefürchteten Schädling handelt es sich um einen an sich recht hübschen Falter, von denen die Weibchen zur Eiablage gezielt nach Buchsbäumen suchen.

Zwar leben die nachtaktiven Falter nur bis zu acht Tage. Während dieser Zeit legen die Weibchen vor allem an den äußeren Blättern des Buchsbaums bis zu 150 Eier ab. Die grünen Raupen, die schon nach drei Tagen aus den Eiern schlüpfen, machen sich mit Heißhunger über die Blätter her und fressen sogar die Rinde der Buchsbäume. Daher sterben auch alle Pflanzenteile oberhalb der befallenen Stellen ab. Befallene Pflanzen sehen vertrocknet aus und haben gelbe, wenig oder gar keine Blätter mehr. Oft sind die Äste auch von den Raupen eingesponnen.

Warum richtet der Buchsbaumzünsler so großen Schaden an?

Der Buchsbaumzünsler ist vor allem deshalb so schädlich, weil die Raupen bereits bei Temperaturen ab sieben Grad aus ihrem Überwinterungskokon schlüpfen und mit dem Fressen beginnen. Bis in den Herbst wachsen so zwei bis vier Generationen an gefräßigen Raupen heran, die die Buchsbäume befallen. So bleibt der Schädling die ganze Gartensaison ein Problem.

Zudem vermehren sich die Schädlinge schnell und die Raupen haben großen Hunger. Jedes Weibchen legt in etwa 150 Eier ab, jede Raupe frisst bis zu ihrer Verpuppung etwa 45 Blätter und nagt auch dann die Rinde ab, so dass die Äste absterben.

Woher kommt der Buchbaumzünsler?

Der Falter stammt ursprünglich aus Asien und gelangte vermutlich in einem Containerschiff mit Baumschulware nach Deutschland. Er wurde 2006 zuerst in Deutschland, Baden-Württemberg, und 2007 in der Schweiz entdeckt und hat sich seither weit verbreitet. Beim Kauf von Buchsbäumen ist es wichtig, die Pflanzen genau auf die Schädlinge zu kontrollieren.

Wie erkenne ich den Buchsbaumzünsler?

Den Buchsbaumzünsler erkennst du an seinen weißen Flügeln, deren Rand braun eingefärbt sind. Es gibt aber auch braune Falter mit weißen Punkten. Der Buchsbaumzünsler erreicht eine Spannweite von etwa fünf Zentimetern. Die Falter sind nachtaktiv, so dass man sie selten sieht. Die Raupen sind gelb- bis dunkelgrün gefärbt mit schwarzen und weißen Streifen und dadurch gut getarnt. Sie durchlaufen sieben Larvenstadien.

Den Befall an Buchsbäumen erkennst du an den Fraßschäden, Gespinsten, Kokons der Raupen, Kotkrümeln und natürlich an den Raupen selbst.

Hat der Buchsbaumzünsler Fressfeinde?

Die heimische Vogelwelt fand anfangs gar keinen Geschmack an den grünen Raupen. Mittlerweile haben einige Vögel erkannt, dass zwischen den Blättern der Buchsbäume proteinhaltige Nahrung sitzt, die sich leicht fangen lässt. Es wurden vor allem Spatzen, Kohlmeisen und Buchfinken beobachtet, die die Buchsbäume gezielt nach den Raupen absuchen.

Aber es gibt auch sehr kleine Fressfeinde, die gezielt zur Bekämpfung eingesetzt werden. Durch eine Gießbehandlung mit den Nematoden (Fadenwürmern) der Gattung Steinernema carpocapsae konnten die Raupen effektiv bekämpft werden.

Wie kann ich den des Buchsbaumszünsler bekämpfen?

Um den Buchsbaumzünsler zu bekämpfen, ist es wichtig, den Befall rechtzeitig zu erkennen. Daher solltest du ab März deine Buchsbäume regelmäßig kontrollieren.

  • Handarbeit: Raupen des Buchsbaumzünslers ablesen Entdeckst du Raupen an deinen Buchsbäumen, solltest du sie mit der Hand ablösen. Effektiver ist es, mit einem Hochdruckreiniger bis tief in das Innere der Pflanzen zu spritzen. Durch den hohen Wasserdruck fallen die Raupen ab und du kannst sie leicht aufsammeln und im Müll entsorgen. Damit dir keine Raupe entwischst, solltest du eine Folie unter den Buchsbaum legen. Diese Maßnahmen haben immer nur kurzfristigen Erfolg. Denke daran, sie häufiger zu wiederholen, um auch folgende Generationen des Buchsbaumzünslers zu reduzieren. Befallene Ästchen solltest du abschneiden, in Plastiktüten verpacken und im Restmüll entsorgen.

  • Pheromonfallen Mit Pheromonfallen werden die männlichen Falter von Botenstoffen in eine klebrige Pappschachtel gelockt, aus der sie nicht entkommen können. Diese Methode kann den Befall nicht beseitigen, aber reduzieren. Pheromonfallen sind vor allem geeignet, um einen Befall rechtzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen

  • Biologische Insektizide Wenn diese Maßnahmen nicht zum gewünschten Erfolg führen, bleibt oft nur der Griff zu Insektiziden. Insektizide sind nur wirksam, wenn die Raupen nicht größer als zwei Zentimeter sind. Raupen in Gespinstnestern sind zudem von den Giften geschont. Daher sind ein hoher Wasserdruck bzw. ein hoher Wasseraufwand erforderlich, um die Raupen ausreichend zu benetzen. Außerdem sollten über einige Stunden am Tag Temperaturen von über 18 Grad herrschen, damit die Larven ausreichend fressen.

Da die Buchsbäume sehr dicht wachsen, ist es empfehlenswert die Spritzdüse auch zwischen die Äste zu halten und auch von unten nach oben zu spritzen, um die Blattunterseiten zu benetzen.

Hier Beispiele für häufig benutzte Insektizide:**

  • Niemöl Niemöl wird aus den Samen des Niembaums gewonnen. Es wird bis tief in das Innere des Baumes gespritzt. Die Raupen sterben sofort nach einem Kontakt mit dem Öl ab. Wichtig ist es, vor dem Spritzen alle Gespinste der Raupen zu entfernen. Das Niemöl hat eine systemische Wirkung, das heißt, dass es von den Pflanzen aufgenommen wird: Die Raupen nehmen das Gift dann beim Fressen auf.

  • Delfin Delfin ist ein natürliches Insektizid, das in der Schweiz entwickelt wurde. Es gilt als ungefährlich für Menschen, Haustiere und die Umwelt. Das Pulver wird in Wasser aufgelöst und mit hohem Druck tief in den Baum hineingespritzt. Eine Wiederholung nach etwa 14 Tagen erhöht den Erfolg der Anwendung.

  • Insektizide auf der Basis von Bacillus thuringiensis Diese Insektizide enthalten Bakterien, die von den Raupen des Buchsbaumzünslers gefressen werden. Das Gift wirkt besonders effektiv, wenn die Raupen erst geschlüpft und etwa einen Zentimeter groß sind. Das Gift muss tief und mit hohem Druck in den Buchsbaum gesprüht werden. Eine Anwendung nach etwa 14 Tagen ist empfehlenswert.

Buchsbaum durch andere Pflanzen ersetzen

Hast du keine Lust, die gefräßigen Raupen mit hohem Aufwand zu bekämpfen? Statt Buchsbäumen kannst du auch Pflanzen mit ähnlichen Eigenschaften in deinen Garten pflanzen, um einen Befall und seine aufwändige Bekämpfung zu vermeiden.

Gut als Buchsersatz geeignet sind zum Beispiel:

  • die langsam wachsende Zwerg-Eibe (Taxus baccata),

  • die Frühlings-Duftblüte (Osmanthus burkwoodii),

  • die Japanische Stechpalme (Ilex crenata),

  • der die langsam wachsende Ilex-Sorte Heckenzwerg (Ilex auqifolium),

  • die Immergrüne Heckenkirsche Lonicera nitida) oder

  • die Buchsblättrige Berberitze (Berberis buxifolia)

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Diese Gartenideen wurden verfasst von der Redaktion freudengarten.


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