Jungpflanzen pikieren – wann, wie und warum?

Hast du Gemüse oder Blumen auf der Fensterbank angesät? Wenn die Pflänzchen gut wachsen, brauchen sie mehr Platz und du musst sie pikieren. Hier eine Anleitung.

Haben sich deine Blumen und Gemüsepflänzchen, die du auf der Fensterbank gezogen hast, prächtig entwickelt? Dann wird es jetzt Zeit zum Pikieren. Dabei werden die Keimlinge aus der Saatschale in einzelne Gemüsetöpfe gepflanzt, damit sie sich weiter gut entwickeln können. Wir verraten Tipps und Tricks, wie du das Pikieren nutzt, damit aus den zarten Keimlingen kräftige Gemüsepflanzen oder Blumen werden.

Warum müssen Pflanzen pikiert werden?

Die meisten Gemüsepflanzen oder Blumen, vor allem die mit feinen Samen, werden in Anzuchtschalen ausgesät. Dabei werden mehr Samen ausgebracht als später Jungpflanzen benötigt werden. Außerdem gehen bei vielen Pflanzenarten nicht alle Samen auf oder die Keimlinge sind schwach und kümmerlich.
Daher müssen die Pflanzen, die du in Anzuchtschalen ausgesät hast, pikiert werden. Denn sobald die Pflänzchen größer werden, konkurrieren sie um Licht, Wasser und Nährstoffe. Beim Pikieren werden die Pflanzen mit Hilfe eines Pikierstabs in einen eigenen Pflanztopf umgesetzt.
Das Pikieren ist also notwendig, damit die Jungpflanzen sich ohne Konkurrenzdruck entwickeln können. Sie schießen nicht so schnell in die Höhe, weil sie ausreichend Licht erhalten und werden zu breiteren und kräftigeren Pflanzen.

Pikieren – eine kurze und einfache Anleitung

Das Pikieren geht ziemlich einfach. Du brauchst dazu etwas Fingerspitzengefühl und einen Pikierstab (oder einen Bleistift, ein Essstäbchen, den Stiel eines kleinen Löffels oder ähnliches), sowie Pflanztöpfchen und Erde. Verwende jetzt nicht mehr Kräuter- oder Anzuchterde, sondern Blumenerde oder ein Gemisch aus Anzucht- und Komposterde. Denn die Pflänzchen legen jetzt mit dem Wachstum so richtig los und brauchen Nährstoffe, um groß und kräftig zu werden.

  1. Der richtige Zeitpunkt zum Pikieren ist, wenn die Keimlinge die ersten beiden „richtigen“ Blätter nach den Keimblättern zeigen. Das ist in der Regel nach zwei bis vier Wochen nach dem Auflaufen des Samens der Fall.
  2. Pikiere deine Keimlinge an einem schattigen Platz.
  3. Bereite das neue Zuhause für deine Pflänzchen vor: Fülle die Pflanztöpfe mit Erde und drücke sie leicht an. Gieße die Erde an und bohre anschließend mit dem Pikierstab ein tiefes Loch. Die Pflanzlöcher sind stabiler, wenn die Erde feucht ist.
  4. Gieße die Erde in der Saatschale gut an, denn die Keimlinge lassen sich leichter aus feuchter Erde herausziehen.
  5. Fasse einen Keimling an den Blättern an und hebe in vorsichtig mit Hilfe des Pikierstabs aus der Saatschale. Fasse den Keimling nur an den Blättern an, denn der Stiel ist sehr empfindlich.
  6. Wenn die Wurzel sehr lang ist, kürze sie etwas ein, indem du sie einfach mit den Fingernägeln abknipst.
  7. Setze den Keimling so tief in den vorbereiteten Pflanztopf, dass die Blätter auf der Erde liegen. Das hat den Vorteil, dass die Pflänzchen mehr Wurzeln bilden und kräftiger und stabiler wachsen. Achte darauf, dass sich die Wurzel in der Erde nicht nach oben biegt.
  8. Drücke den Keimling mit dem Pikierstab rund um den Keimling vorsichtig an und gieße ihn vorsichtig.
  9. Lasse die pikierten Pflänzchen einige Tage in einem Zimmergewächshaus oder unter einer Folienabdeckung stehen, um sie vor Verdunstung zu schützen.

Welche Pflanzen müssen pikiert werden?

Es müssen nicht alle Pflanzen pikiert werden, sondern nur die, die in Saatschalen angesät werden. In der Regel werden die Pflanzen, die sehr feines Saatgut und eine geringe Keimrate haben, in Saatschalen gezogen. Pflanzen mit größeren Samen werden meist direkt in einzelne Töpfe gesät.
Es gibt aber auch Pflanzen, die sehr empfindliche Wurzeln haben, wie zum Beispiel Kürbisgewächse wie Zucchini, Kürbis oder Melonen. Diese werden direkt in Pflanztöpfchen gesät und nicht pikiert. Auch für Wurzelgemüse, Knollengemüse und Hülsenfrüchte, wie Bohnen, Erbsen, ist das Pikieren nicht geeignet.

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