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Invasives Kraut oder Zierpflanze: Muss man Indisches Springkraut bekämpfen?

Kaum ist der Sommer da, sieht man es überall: das Indische Springkraut. Mit seinen rosafarbenen Blüten und einem imposanten Wuchs besiedelt das Springkraut ganze Uferzonen und feuchte Waldgebiete.

Die Verbreitung der ursprünglich aus dem Himalaya stammenden Pflanze hat in den letzten Jahren stark zugenommen. So sehr, dass es immer wieder Medienberichte gibt, die vor der Verbreitung des invasiven Unkrauts warnen. Ob man Indisches Springkraut bekämpfen muss und was man gegen Springkraut tun kann, verraten wir hier.

Indisches Springkraut: Botanischer Steckbrief

Indisches Springkraut, auch bekannt als Drüsiges Springkraut, Himalaya-Balsamine oder Rotes Springkraut, gehört zur Gattung der Springkräuter (Impatiens), die wiederum der Familie der Balsaminengewächse (Balsaminaceae) zuzuordnen ist. Gelegentlich wird das Indische Springkraut auch fälschlicherweise als Chinesisches Springkraut bezeichnet.

Der wissenschaftliche Name des Springkrauts ist Impatiens glandulifera. Ursprünglich aus Indien, genauer gesagt dem Himalaya, stammend wurde das Springkraut im vorletzten Jahrhundert nach Europa gebracht und hat sich seither auch hierzulande verbreitet. Die Bezeichnung als Heimisches Springkraut ist also nicht korrekt.

Die einjährige krautige Pflanze wird bis zu zwei Meter hoch und hat einen aufrechten Wuchs. Die Stiele der Pflanze sind leicht rötlich gefärbt und verzweigen sich nach oben hin stark. Die Blätter sind lanzettlich und wachsen in dreizähligen Blattquirlen. Mit seinen traubigen rosafarbenen Blüten, die sich im Zeitraum zwischen Mai und Oktober zeigen, ist Drüsiges Springkraut an sich eigentlich eine schöne Zierpflanze im Garten. Allerdings ist das hierzulande nicht heimische Springkraut recht invasiv und breitet sich unter den passenden Standortbedingungen fast teppichartig aus.

Drüsiges Springkraut: Standort und Boden

Das Indische Springkraut bevorzugt feuchte Standorte mit nährstoffreichen Böden. In der Natur findet man Drüsiges Springkraut für gewöhnlich am Ufer von Bächen und Flüssen und in feuchten Waldgebieten, vor allem in Weiden- und Auenwäldern. Am besten gedeiht Impatiens glandulifera an einem halbschattigen Standort.

Indisches Springkraut pflanzen, pflegen und vermehren

Drüsiges Springkraut ist als Zierpflanze im Garten vollkommen anspruchslos. Lediglich bei längeren Trockenperioden sollte eine Wasserzufuhr sichergestellt werden, da die Pflanze sonst eingeht.

Das Springkraut vermehrt sich selbst über Samen, die bei Berührung der reifen Fruchtkörper wortwörtlich in die Umgebung geschossen werden. Als nicht winterharte Pflanze stirbt Springkraut im Winter ab, treibt aber im nächsten Jahr wieder aus, sofern Samen in den Boden gelangt sind. Um die Vermehrung zu kontrollieren, können ab Oktober reife Samen geerntet und im nächsten Frühjahr an der gewünschten Stelle ausgesät werden.

Drüsiges Springkraut bekämpfen: Was kann man gegen Springkraut tun?

Indisches Springkraut ist eine einjährige Pflanze und stirbt im Winter ab. Die Vermehrung findet über Samen statt, die zwischen August und September reif werden und sich dann ausbreiten. Damit das Kraut im Garten nicht überhand nimmt, reicht es, die Samen rechtzeitig zu entfernen, bevor diese auf den Boden fallen. Das kann entweder durch Entfernen der noch unreifen Fruchtkörper oder durch ein zeitiges Ausreißen der Pflanze geschehen. Wer die Samen in der Küche verwenden möchte, der kann die Samen kurz vor dem Reifen ernten.

Drüsiges Springkraut: Beliebte Bienenweide

Ursprünglich wurde das Indische Springkraut als Zierpflanze für den Garten nach Europa gebracht. Die Pflanze ist allerdings auch eine hervorragende Bienenweide und wurde deshalb in den letzten Jahrzehnten vermehrt von Imkern ausgesät, um ihre Bienenvölker zu ernähren, was stark zur Ausbreitung des Springkrauts beigetragen hat.

Ist Indisches Springkraut essbar?

Während das frische Kraut an sich wegen des enthaltenen Glykosids nicht zum Verzehr geeignet ist, können die Blüten und auch die Samen des Indischen Springkrauts bedenkenlos gegessen werden. Die hübschen Blüten lassen sich hervorragend als essbare Deko für Buffets, Salate oder sonstige angerichtete Speisen verwenden. Die Samen werden etwa mit Knoblauch geröstet und geben Gerichten wie Nudeln oder Risotto eine leckere nussige Note - können aber auch roh gegessen werden. Zum Ernten der Samen wird eine Tüte über den jeweiligen Teil der Pflanze gestülpt und diese dann geschüttelt.

Ist das Indische Springkraut giftig?

Die Frage, ob Drüsiges Springkraut giftig ist, muss zumindest teilweise mit “ja” beantwortet werden. Zwar sind bestimmte Teile der Pflanze essbar, das Kraut an sich, also die Stängel und Blätter, ist jedoch leicht giftig.

Ist Springkraut ein Unkraut?

Drüsiges Springkraut wird in den Medien häufig als invasiver Neophyt (nicht heimischer Eindringling) dargestellt, der heimische Pflanzen verdrängt. Aus dieser Perspektive betrachtet ist Indisches Springkraut wohl als Unkraut zu kategorisieren. Die rosafarbenen Blüten und der aufrechte Wuchs machen das Springkraut aber auch zu einer schönen Zierpflanze im Garten.

Wie gefährlich ist Springkraut?

Trotz der teils recht dramatischen Medienberichte über die Invasion des Indischen Springkrauts, besteht aktuell keine echte Gefahr einer Invasion. Zwar hat sich das Drüsige Springkraut in den letzten Jahren stark vermehrt, äußere Einflüsse wie Trockenheit oder Frost schieben der Verbreitung der Pflanze allerdings einen Riegel vor.

Weitere Informationen hier

Bildnachweis:

Foto Blüte Drüsiges Springkraut von Pezibear

Foto Blüte mit Biene Bild von Jakob Strauß

Foto Kapselfrüchte von Hans Braxmeier


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