MAGAZIN

Ein Gartenparadies am Hang

Blumen und Deko sind die Leidenschaften von Patrizia Haslinger. Ein Gespräch über Garten, Gartengestaltung und die Liebe zu ihrem preisgekrönten Garten in Hanglage.

Patrizia Haslinger von The Heartgardener® war schon als Kind vernarrt in Gärten und Blumen. An ihrer Liebe zum Gärtnern hat sich nicht viel geändert. Heute verfügt sie über sehr viel Gartenwissen, das sie autodidaktisch und über Weiterbildungen erworben hat. Die Verbindung von Gartenleidenschaft und Fachkenntnissen schlägt sich in mehreren Auszeichnungen für den Garten von Patrizia und Gerald Haslinger nieder. Die jüngste Auszeichnung ist die als einer der 50 schönsten Privatgärten des Jahres 2021 im gesamten deutschsprachigen Raum.

Patrizia, bitte beschreibe ganz kurz deinen Garten

Unser Grundstück ist schon lange im Familienbesitz. Es ist ein Hanggrundstück mit toller Aussicht auf das oberösterreichische Voralpenland mit dem markanten Traunstein. Wenn es die Wetterlage erlaubt, sehe ich auch den Schafberg und sogar bis zum Watzmann. Um in dieser steilen Hanglage sinnvoll gärtnern zu können, haben wir es mithilfe von zahlreichen Trockenmauern terrassiert. Das bedeutet, dass unser Garten aus vielen kleinen Gartenzimmern besteht. Die Trockenmauern bieten vielen kleinen Tieren und Insekten Unterschlupf. Darauf lege ich besonders Wert, dass viele Nützlinge bei mir im Garten ein zuhause finden, auch die Pflanzenauswahl stimme ich darauf ab. Denn ich habe schon als Kind bei meinen Großeltern im Schrebergarten das biologische Gärtnern gelernt. Sie taten es, weil Ihnen keine anderen Mittel zur Verfügung standen, heute erweist sich diese Art des Gärtnerns als die für mich und zum Glück inzwischen viele Naturgärtner als die einzig richtige. Obwohl unser Garten mit seinen mehr als 5000 qm sehr groß ist, hat er aufgrund der Terrassierung kaum große Flächen. Ausnahmen sind die Ebene, wo sich unser Naturteich befindet und die üppig blühende Streuobstwiese. Und noch eine Besonderheit hat unser Garten: wir haben einen eigenen kleinen Weinberg mit 400 Weinstöcken. Die Weinstöcke sind mit einer Naturwiese unterpflanzt und es gibt Freiflächen für Wildbienen.

Wie ist dein Gartenstil?

Ein Naturgarten, der sich in geordneten Strukturen entfalten darf. Wichtig sind mir auch die Blütenfarben. Diese sollten aufeinander abgestimmt sein.

Worauf hast du bei der Gestaltung des Gartens besonderen Wert gelegt?

Als wir den Garten übernommen haben, war es meinem Mann und mir wichtig, vorhandene Strukturen und alle Bäume zu erhalten. Darum herum wurde geplant. Es klingt vielleicht komisch, aber ich habe mich immer gefragt: „Was will dieses Stück Natur von mir?“ Damit meine ich, dass ich den Garten so anlegen wollte, dass er im Einklang mit der Natur ist und dass keine Pflanzen oder Materialen verwendet werden, die nicht zu unserer Gegend passen - mit ein paar pflanzlichen „Ausreißern“ – einem knorrigen Olivenbaum, wie man ihn in dieser Größe in Oberösterreich nicht erwarten würde, und der inzwischen stattlichen Albizia (Seidenbaum).

Welche Blumen gefallen dir besonders gut?

Ich liebe so viele Blumen, da kann ich mich nicht festlegen. Daher finden sich in meinem Garten auch keine flächigen Pflanzungen mit ein und derselben Staude – obwohl ich als Gartendesignerin es „besser wissen“ müsste, damit eine größere Wirkung entsteht. In meinem eigenen Garten ist nicht ausreichend Platz für alle Blumen, die ich gerne pflanzen möchte, obwohl mein Garten so groß ist. Ich kann aber sagen, dass ich Blumen, die weiß oder grün blühen, besonders gern mag. Zu meinem Staudenbeet mit Stauden, die rosa oder pink blühen, kam ich, weil es so viele schöne Stauden mit diesen Blühfarben gibt und weil viele Stauden, die an sich weiß blühen, ihre Farbe in meinem weißen Garten verändert haben. Inzwischen mag ich dieses Staudenbeet sehr gern, obwohl pink so gar nicht meine Farbe ist. Das haben mich meine Pflanzen gelehrt.

Viele Gartenbesitzer wollen vor allem einen pflegeleichten Garten. Spielt das für dich auch eine Rolle?

Ja, schon, vor allem im Hinblick auf das Gießen. Wir hatten in den letzten Jahren extrem trockene Sommer. Für neue Gartenbereiche verwende ich nur mehr Pflanzen, die gut mit Trockenheit zurechtkommen. Unser neuester Gartenbereich ist daher ein Präriegarten.

Was ist dein Lieblingsplatz im Garten?

Ich habe so viele Lieblingsplätze! Wenn ich mal zum Sitzen komme, dann bin ich sehr gern bei unserer grünen Hütte, einem kleinen Bereich in einer Senke, wo es im Sommer angenehm kühl ist. Ein anderer Lieblingsplatz ist die Pergola, die von einer schönen Staudenpflanzung umgeben ist. Die hohen Bäume dort schaffen ein angenehmes Mikroklima und ich habe einen wunderschönen Blick auf das Biotop mit Bachlauf.

Was ist wichtig, damit du dich in deinem Garten wohl fühlst?

Blumen, Blumen, Blumen. Ich habe schon als Kind Blumen geliebt, und daran hat sich bis heute nichts geändert. Meine zweite Leidenschaft neben dem Gärtnern sind schöne Dekorationen. Hier ist mein Garten meine Schatzkiste für Dekorationen für zu Hause und für die Feste, die ich organisiere.

Wie viel Zeit verbringst du mit der Gartenarbeit?

Jede freie Minute bin ich im Garten. Allerdings muss ich zugeben, dass ich Gartenarbeit schon als „richtige Arbeit“ empfinde und nicht als Ausgleich oder Hobby. Das liegt zum einen an der Größe unseres Gartens, zum anderen an meinem Perfektionismus, dass ich es eben immer sehr schön haben möchte. Das ist etwas, das ich noch lernen möchte: meinen Garten mehr aus dem Liegestuhl zu genießen.

Was würdest du anderen als wichtigsten Gartentipp mitgeben?

Ausprobieren und mutig sein - es gibt jedes Jahr wieder eine neue Chance, auch wenn eine Pflanzung vielleicht nicht so gelungen ist. In einem Garten darf nach Herzenslust experimentiert werden, solange es mit der Natur im Einklang ist.

Bitte beende den Satz: „In meinen Garten zu kommen, bedeutet für mich...

.. Glückseligkeit. Ich empfinde tiefe Freude und Dankbarkeit, dass wir dieses wunderbare Stückchen Erde anvertraut bekamen.

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