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Igel im Garten

Igel sind nützliche Gartenbewohner und effektive Schädlingsbekämpfer. Wir geben Tipps, wie dein Garten igelfreundlich wird und wie du Igel im Herbst und Winter schützen kannst.

Igel haben es nicht leicht. Ihr Leben wird von vielen Seiten bedroht. Straßen sind für sie die größte Bedrohung. Zudem sind immer weniger Gärten naturnah gestaltet und bieten ihnen Lebensraum und Nahrung. Und schließlich macht sich das Insektensterben auf dem Speisezettel der Tiere bemerkbar. Oft reicht das Nahrungsangebot nicht aus, um sich den nötigen Winterspeck anzufressen. Höchste Zeit also, um den Tieren etwas Hilfestellung zu geben.

Wusstest du es? Wissenswertes über Igel

Autsch - Igel haben zwischen 6000 und 8000 Stacheln und sind damit keine Kuscheltiere. Sollen sie auch nicht, denn sie sind Wildtiere, auch wenn sie sich aus der leergeräumten Landschaft immer mehr in die menschlichen Siedlungsgebiete zurückziehen, da sie dort mehr Nahrung finden. Igel werden bis zu sieben Jahre alt. Da auf sie aber so viele Gefahren lauern, ist die durchschnittliche Lebenserwartung nur etwa drei bis vier Jahre. Igel wiegen in etwa ein Kilogramm, wobei es große Unterschiede geben kann. Zwischen Mai und August paaren sich die Igel. Nach etwa 35 Tagen Tragezeit bringt die Igelmutter vier bis fünf Jungen in ihrem Nest zur Welt. Die Kleinen wiegen bei der Geburt nur zwischen 12 und 15 Gramm. Die Mutter säugt ihre Jungen sechs Wochen lang. Danach wiegen die Jungtiere um die 300 Gramm und sind bei der Nahrungssuche auf sich selbst gestellt. Igel sind Fleischfresser und ernähren sich von Schnecken, Insekten, Larven, Regenwürmern und Spinnen.

Igel sind Nützlinge

Es ist immer ein schönes Erlebnis, wenn ein Igel durch den Garten streift. Doch es ist nicht nur spannend, wenn ein Wildtier sich im eigenen Garten wohl fühlt, sondern man hat gleich einen Helfer für die Gartenarbeit angeheuert. Dieser hilft nicht nur kostenlos bei der Schädlingsbekämpfung, sondern spart auch noch Geld, da chemische Mittel überflüssig werden, ja gar nicht mehr eingesetzt werden dürfen, um die Tiere nicht zu gefährden.

Lebensraum für Igel

Igel leben fast nur noch in Gärten und nicht mehr in der freien Landschaft. Durch die Monokulturen finden sie dort nämlich einen schlechteren Lebensraum vor als in den Siedlungsgebieten. Igel sind Einzelgänger und durchstreifen auf der Suche nach Nahrung große Gebiete. Hecken und Gebüsch sind wichtig als Verstecke für die Tiere. Ihre Nahrung suchen sie am liebsten auf Grünflächen, die von Hecken und Büschen umgeben sind. In diese können sie sich bei Gefahr schnell flüchten.

Naturbelassener Garten

Ein wichtiger Schritt, um Igeln zu helfen, ist ganz einfach, und heißt „weniger tun“, nämlich weniger im Garten. Denn etwas Wildwuchs im Garten bietet Insekten mehr Lebensraum. Das schmeckt dem Igel, der sich dann nicht nur an Schnecken, Regenwürmern und anderen Insekten satt essen kann, sondern sich auch zwischen hohen Stauden und Hecken gut verstecken kann. So verhindert eine dicke Mulchschicht auf den Beeten nicht nur Unkrautwuchs, sondern bietet den Igeln ein Nahrungsangebot, da sich Insekten dort verstecken können. Wichtig sind auch Haufen aus Totholz, am besten gemischt mit Laub, unter denen sich Igel verbergen können.

Einen Teil des Rasens nicht mähen

Ein kurz geschorener Rasen mag schön aussehen, bietet aber Tieren keinen Lebensraum. Lass´ am Rand der Rasenfläche das Gras doch einfach mal stehen, am besten in der Nähe von Hecken und Büschen. Du wirst staunen, welche Pflanzen und Blumen sich ansiedeln und welche Insekten sich dort tummeln. Und den Igel freut´s auch! Wer einen Mähroboter im Einsatz hat, sollte diesen ab dem Nachmittag nicht mehr einsetzen, da diese den nachtaktiven Igeln gefährlich werden können.

Grenzen abbauen

Wenn sich Igel am Abend auf ihren täglichen Streifzug auf die Suche nach Nahrung machen, durchstöbern sie viele Gärten. Ganz schlecht ist es dann, wenn sie an Grenzen stoßen. Zäune sollten daher nicht bis zum Boden reichen und Mauern Durchlässe haben. Damit Igel durch Löcher in Zäunen und Mauern passen, müssen diese mindestens 10 x 10 Zentimeter groß sein. Auch Absätze oder niedrige Mauern, die höher als 15 Zentimeter sind, sind für Igel unüberwindbare Hindernisse und schränken ihren Lebensraum ein.

Komposter zugänglich machen

Komposter sind ein Paradies für Igel. Denn dort gibt es für die stacheligen Gesellen einen gedeckten Tisch und eventuell auch die Möglichkeit zum Verstecken. Die Umrandung des Komposters sollte daher mindesten 10 Zentimeter über dem Boden enden. So kann der Igel in den Gartenabfällen noch nach Insekten und Schnecken stöbern.

Auf Chemie im Garten verzichten

Wer Igel im Garten haben möchte, muss auf Kunstdünger und Insektenvernichtungsmittel verzichten. Chemische Dünger und Pflanzendünger sowie Schädlingsbekämpfungsmittel sind in einem igelfreundlichen Garten ein Tabu, da sie den Tieren schaden oder sie gar töten können. Wer Schnecken mit Schneckenkorn vergiftet, nimmt in Kauf, dass Igel erkranken und sogar sterben können.

Wasserstellen einrichten

Auch Igel haben Durst. An einem Gartenteich kannst du eine flache Uferzone einrichten, die Igeln den Zugang zum Wasser ermöglicht. Denselben Zweck erfüllt eine flache Wasserschale, die du täglich mit frischem Wasser füllen solltest.

Fallen im Garten abbauen

Lichtschächte, Gartenteiche und Kellertreppen können tödliche Fallen für Igel sein, da sie sich aus ihnen nicht befreien können. Diese Fallen musst du entweder abdecken oder Ausstiegshilfen für Igel anbieten. In Gartenteichen rettet ein Brett mit Sprossen, die Halt geben, Igelleben. Aus Kellertreppen können Igel sich leicht selbst befreien, wenn du mit einem Ziegelstein auf jeder Stufe eine eigene kleine Igeltreppe baust.

Igel füttern

Da Igel immer weniger Nahrung finden, ist es für sie hilfreich, wenn du sie in der Zeit, in der sie wenig Futter finden, eine Futterstelle einrichtest. So können die Tiere vor dem Winter noch Fett ansetzen und müssen nicht von Menschen aufgenommen werden. Als Futter eignet sich zum Beispiel Katzenfutter, das du mit Haferflocken oder Igeltrockenfutter mischen kannst. Beliebt ist auch ungesalzenes Rührei. Damit sich Katzen nicht über einen diesen Snack freuen, solltest die Futterschälchen in ein flaches Kistchen mit zwei Einschlupflöchern stellen. Wichtig ist Sauberkeit: Die Schälchen müssen täglich gereinigt werden! Nach den ersten Nachtfrösten musst du das Füttern einstellen, damit sich die Tiere in den Winterschlaf begeben. Denn Nahrungsmangel zeigt den Tieren an, dass es Zeit zum Winterschlaf ist.

Wichtig: Igel vertragen keine Milch. Daher nur Wasser zur Verfügung stellen.

Winterquartiere für Igel

Für ihren Winterschlaf brauchen Igel ein sicheres und warmes Versteck. In aufgeräumten Gärten finden die Tiere keinen Unterschlupf. Du solltest daher in deinem Garten ein „wildes Garteneck“ an einem abgelegenen Platz belassen, am besten unter Büschen oder Hecken. Ein Haufen aus totem Holz oder ein Laubhaufen bietet Unterschlupf und Nahrung. Steinhaufen, dichte Hecken und offene Komposthaufen sind ebenfalls willkommene Verstecke. Auch ein Erdloch, mit Laub gepolstert und mit Reisig und Ästen abgedeckt, ist als Winterquartier geeignet. Ausrangierte Paletten oder Holzbretter, die am Gartenhaus lehnen bilden Höhlen, die, mit Laub und Stroh ausgepolstert, gern als Versteck oder Winterquartier angenommen werden. Wer zu wenig Platz für einen großen Laubhaufen hat, kann sich auch ein Igelhaus selber basteln oder kaufen und dies im Garten aufstellen.

Igelhaus kaufen und einrichten

Wer handwerklich nicht geschickt ist, kann sich ein Igelhaus kaufen. Das Igelhaus muss innen mit trockenem Laub und Stroh gepolstert werden. Heu ist nicht geeignet, da es Feuchtigkeit aufnimmt und zu schimmeln beginnt. Von außen solltest du das Igelhaus mit Laub bedecken, damit es gut isoliert ist und es der Igel warm hat. Der Eingang sollte in Richtung Süd-Ost liegen. Als Standort sind alle Plätze geeignet, die sich der Igel als Winterquartier aussuchen würde: unter Hecken, in abgelegenen, ruhigen Plätzen im Garten und neben Komposthaufen.

Igelhäuser müssen im Frühjahr nach dem Winterschlaf der Tiere gereinigt werden. Dazu die Häuser gut abspritzen und mit einer Bürste reinigen. Wenn sie wieder an ihrem Platz aufgestellt wurden, solltest du sie mit trockenem Laub oder Stroh als Nistmaterial füllen.

Nur kranke Igel aufnehmen

Wer im Herbst Igel im Garten findet, ist oft unsicher, ob das Tier stark genug ist, um den Winter zu überstehen. Igel sollten nur ins Haus genommen werden, wenn sie krank sind oder zu klein und mager, um den Winter zu überstehen. Einen kranken Igel erkennst du an seinem schütteren Stachelkleid, zu mager sind Tiere, die hinter dem Kopf eine Nackenfalte haben. Auch Tiere, die taumeln oder apathisch sind, haben in der Regel ein Problem. Auch ein ungewöhnlicher Fundort ist ein Indiz, dass es dem Igel nicht gut geht. Wenn das Tier verletzt ist, solltest du es zum Tierarzt bringen.

Findest du ein Jungtier, solltest du es nicht anfassen, sondern darauf warten, dass die Mutter zurückkommt. Wenn die Mutter nach längerer mehreren Stunden nicht zurückkehrt, kann man das Igelkind in eine Wildtierauffangstation zur Pflege geben

Als zu mager, um über den Winter zu kommen, gelten Tiere, die im Winter weniger als 500 Gramm wiegen. Wenn du einen Igel aufnimmst, verpflichtest du dich, das Tier so lange zu pflegen und zu füttern, bis es stark genug ist, um in die Freiheit entlassen zu werden. Wer ein Tier nicht selbst aufnehmen kann oder möchte, kann sich an die Igel-Hotline „Pro Igel“ http://www.pro-igel.de wenden.

Auch noch interessant:

Diese Gartenideen wurden verfasst von der Redaktion freudengarten.


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