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Giersch bekämpfen

Hast du auch so viel Giersch (oder auch Hexenkraut - es ist ja auch wie verhext mit diesem Kraut) im Garten? Verzweifle nicht, denn mit etwas Mühe und ein paar Tricks kannst du dieses Unkraut gut bekämpfen.

Giersch (Aegopodium podagraria), oder auch als Geißfuß, Hexenkraut oder Dreiblatt bekannt, gehört aus Sicht der Botaniker zu den Doldengewächsen, aus Sicht der Gärtner ist er ein sehr hartnäckiges Unkraut. Über Ausläufer, die sich viele Meter lang durch die Erde schieben, oder über Flugsamen aus den doldenförmigen Blüten, breitet sich der Giersch im Garten aus.

Blüte, Aussehen und Standort von Giersch

Die Blüten des Giersch bestehen aus kleinen weißen Blüten, die sich zu Dolden zusammenfügen und recht attraktiv aussehen. Die Blüten sitzen auf bis zu einem Meter hohen Stängeln. Die Oberseiten der dreigeteilten Blätter sind kahl, die Unterseite behaart. Ab August bilden sich die Früchte. Giersch wächst besonders gern auf nährstoffreichen, lockeren und feuchten Böden.

Giersch bekämpfen

Giersch ist außerordentlich schwer zu bekämpfen, da die Ausläufer beim Jäten abreißen. Wurzelteile bleiben daher immer im Boden. Zudem wächst Giersch gern in die Wurzelballen von Gartenpflanzen oder Gehölzen, so dass seine Ausläufer nicht vollständig entfernt werden können.

Aus jedem noch so kleinem Wurzelstück wächst wieder eine Pflanze. Wenn du also ein Beet umgräbst, um dem Giersch den Garaus zu machen, bewirkt genau das Gegenteil. Aus jedem noch so kleinen Wurzelstück, das im Boden bleibt entsteht eine neue Pflanze. Zudem werden die Wurzelteile durch das Umgraben noch im Beet verteilt, so dass sich der Giersch neue Bereiche des Gartens erorbern kann.

Wirksame Mittel gegen Giersch

Was also tun, um Giersch zu bekämpfen?

  • Ein Tipp ist: Aufessen! Das Kraut kann zum Würzen von Salat, Fleisch- und Gemüsegerichten, sowie zur Zubereitung von Suppen verwendet werden. Positiver Nebeneffekt der Verwendung als Küchenkraut ist: Der Giersch kann es gar nicht leiden, wenn er ständig gerupft wird. Denn: Ohne Photosynthese, keine Pflanze. Sie stirbt aus!

  • Vor allem im Frühjahr die neuen Triebe gründlich jäten. Zwar musst du auch während des übrigen Gartenjahrs Du immer mal wieder das Unkraut entfernen. Wenn du aber im zeitigen Frühjahr etwas Zeit investierst, ist das Wildkraut für die restliche Gartensaison ziemlich geschwächt. Also: Jäte Giersch gründlich im Frühjahr und immer mal wieder im Lauf des Sommers, hast Du gute Aussichten, dass dieses Unkraut zur Bedeutungslosigkeit verkümmert. Achte vor allem darauf, dass sich keine Blüten und damit Samen bilden, so dass sich Giersch noch weiterverbreiten kann.

  • Mulchen: Bedenke außerdem, dass Giersch faul ist. Wenn er die Möglichkeit hat, seine Triebe durch eine lockere Mulchschicht zu schieben, wird er dies dankbar tun. Wenn Du also auf ungenutzten Flächen dick Grasschnitt als Mulchschicht ausbreitest, wird das Hexenkraut vor allem dort wachsen. Nach einigen Monaten kannst Du die Mulchschicht dann mit den Trieben entfernen. Statt Rasenmulch kannst du auch Pappe verwenden, ich persönlich finde das aber im Garten sehr hässlich. Wenn ich Pappe verwende, decke ich sie mit einer Schicht Rasenmulch ab. Hier klicken und Tipps zum Mulchen mit Rasenschnitt lesen.

  • Konkurrenz schaffen! Mit der Hilfe von Konkurrenzpflanzen kannst du Giersch relativ einfach in Schach galten. Denn wenn Du andere Gartenpflanzen pflanzt, die den Standort des Giersch beschatten, so kannst Du dessen Auftreten in Deinem Garten zumindest begrenzen. Hier klicken und etwas über Bodendecker zur Unkrautbekämpfung erfahren.

Wichtig: Die Pflanzteile, die Du gejätet hast, solltest Du in den Hausmüll und nicht in den Kompost geben.

Giersch als Arzneipflanze

Giersch hat eine lange Tradition als Heilpflanze. Im Mittelalter soll er sogar in Klostergärten kultiviert worden sein. Mitte des 17. Jahrhunderts wurde die Auffassung vertreten, dass neben Umschlägen es schon gegen die Schmerzen bei Gicht und Arthrose helfe, das Kraut bei sich zu tragen. Mir persönlich schient der Tipp, einen Tee aus Giersch zuzubereiten, als erfolgversprechender. Dieser soll allerdings sehr schlecht schmecken. Ferner soll Giersch gegen Krampfadern, bei Verstopfungen, Zahnschmerz und Husten helfen. Willst Du Giersch als Arzneikraut verwenden, solltest Du im Frühjahr die Wurzelstücke und im Sommer die Früchte aus den Blüten ernten. Der angeblich sehr schlecht schmeckende Tee helfe gegen Schmerzen bei Gicht und Arthrose.

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