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Quitten

Die Quitte gehört zu den ältesten Obstarten. Der Baum ist Nutz- und Zierpflanze zugleich. Dennoch ist das Obstgehölz nicht sehr bekannt und nur in wenigen Gärten zu finden. Hier Tippps zum Planzen, Pflegen und Ernten lesen.

Dies kann daran liegen, dass man ihre Früchte nicht roh verzehren kann. Quitten müssen eingekocht werden, zu Marmeladen oder Gelles. In Zeiten, in denen man die fruchtigen Brotaufstriche in großer Auswahl in den Supermärkten kaufen kann, erscheint vielen Menschen das Pflanzen von Obstgehölzen, die man roh genießen kann, attraktiver. Wer aber Freude am Einmachen hat und gerne leckere Gelees genießt, sollte einen Quittenbaum im Garten pflanzen. Außerdem können die schönen Früchte sehr gut zu Herbstdekorationen verwendet werden.

Botanische Informatiom

Ursprünglich stammt die Quitte (Cydonia oblonga), die zur Familie der Rosengewächse zählt, aus Asien, dem nördlichen Persien und dem Mittelmeerraum.

Bis heute gibt es in den Regionen um den Kaukasus und dem Iran die meisten Quittensorten. Entsprechend ihrer Herkunft ist die Quitte bei uns vor allem in milderen Regionen zu Hause, wie zum Beispiel in Weinbaugebieten.

Quitten zählen zu den ältesten Obstbaumsorten. Bereits in der Antike galten die Früchte als Symbol für Fruchtbarkeit, Liebe, Glück und Schönheit. Ursache ist sicher, dass die Früchte nicht nur viel Vitamin C enthalten, sondern auch viele andere gesundheitsfördernde Stoffe, so dass Quitten in der Heilkunde Anwendung fanden.

Auf den ersten Blick sehen Quittenbäume aus wie Apfelbäume. Nicht verwunderlich, da Quitten mit Apfel- und Birnbäumen eng verwandt sind und wie diese zum Kernobst gehören. Man unterscheidet zwei Arten, Apfel- und Birnenquitten. Birnenquitten schmecken süßer, haben weicheres Fruchtfleisch und lassen sich daher leichter schneiden. Die Apfelquitten hingegen sind kerniger und aromatischer im Geschmack.

Aber auch wenn die Quitten am Baum zum Anbeißen gut aussehen und aromatisch duften, solltest du dich nicht verleiten lassen, in die vermeintlich süße Frucht zu beißen. Rohe Quitten sind bitter und hart, zum Gaumenschmaus werden sie erst durch Kochen oder Backen.

Wer einen Quittenbaum in den Garten pflanzen möchte, braucht etwas Platz und Geduld. Zwischen drei und acht Meter hoch können die Bäume werden. Im Alter zwischen vier und acht Jahren beginnen Quittenbäume zum ersten Mal zu blühen und Früchte zu tragen.

Quittenbäume blühen im Mai und Juni. Ihre weiß bis rosafarbenen Blüten ähneln den Blüten von Apfel- und Birnbäumen, sind aber etwas größer. Wegen ihrer späten Blüte besteht nicht die Gefahr, dass die Blüten späten Frösten zum Opfer fallen. Die Früchte der Quitten sind zwischen Oktober und November reif. Aber erst nachdem sie etwas nachgereift sind, können sie verarbeitet werden.

Standort, Pflege und Ernte

Quitten lieben geschützte Standorte. Am liebsten haben sie einen Platz an der Sonne, zumindest aber im Halbschatten. Die Quitte ist empfindlich gegen starke Fröste im Winter. Junge Triebe können dann stark zurückfrieren. Quitten werden in rauen Lagen am besten im Frühjahr gepflanzt, damit die jungen Bäume während des Sommers noch gut einwurzeln können. In milden Gegenden ist der Herbst die beste Pflanzzeit.

Da Quitten flach wurzeln, sollten Bodenarbeiten rund um die Gehölze daher vermieden werden. Die Quitten lieben es, wenn ihre Baumscheiben mit organischem Material gemulcht werden und danken es mit hohen Erträgen. Auf jeden Fall sollte Staunässe vermieden werden.

Quitten müssen, wenn die Kronenbildung abgeschlossen ist, nicht regelmäßig geschnitten werden. Es ist ausreichend, alle fünf bis sechs Jahre die Krone auszulichten und etwa alle zehn Jahre einen Verjüngungsschnitt vorzunehmen. Quitten sind daher sehr pflegeleichte Bäume.

Ernte

Quitten können ab Oktober geerntet werden. Reif sind sie, wenn ihre Fruchtfarbe von gold- nach zitronengelb umschlägt. Quitten müssen im Haus zwei bis vier Wochen nachreifen. Lagern sie länger, werden sie braun und verlieren an Gelierfähigkeit.

Quitten in der Küche

Quitten können zu Mus, Säften oder Gelee zubereitet werden. Quittenmus wir wie Apfelmus zubereitet. Saft aus Quitten kann nicht nur getrunken, sondern auch als Grundlage für Quittengelee verwendet werden. Weitere Möglichkeiten sind Quittenkuchen, Quittenbrot oder ein ganz einfaches Quittendessert.

Vor der Verarbeitung der Quitten muss der haarige Flaum auf den Früchten entfernt werden, da dieser Bitterstoffe enthält. Dazu die Früchte mit einem sauberen Tuch abreiben. Wenn du Gelee oder Konfitüre herstellen willst, die Quitten am besten nicht schälen. Denn in der Schale steckt das meiste Pektin. Du kannst sogar vollkommen auf Gelierzucker verzichten. Dann die Quitten etwas länger kochen lassen, damit sich das Pektin vollständig löst. Die geschälten Früchte werden schnell braun. Dies kannst du vermeiden, wenn du sie mit Zitronensaft beträufelst.

Und noch ein Tipp: Je reifer die Früchte werden, desto mehr nimmt ihr Pektin-Gehalt ab. Wenn du die gelierende Wirkung der Quitten möchtest, solltest du nicht ganz reife Früchte verwenden.

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Diese Gartenideen wurden verfasst von der Redaktion freudengarten.


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