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Genügsamer Hauswurz – schönes Sempervivum

Das Sempervivum oder der Hauswurz ist in. Das attraktive Dickblattgewächs ziert, häufig im Verbund mit Fetthennenarten, kleine Natursteintröge oder flache Tonschalen.

Sempervivum – ewig lebend?

Sempervivum bedeutet „ewig lebend“. Dabei kann sich die Pflanze nur relativ kurzer Lebensdauer erfreuen. Denn das Sempervivum ist monokarp. Das heißt, dass sie ihre ganze Energie, meist im dritten Jahr, in die Bildung des Blütenstandes steckt und nach der Blüte abstirbt. Die Farben der Blüten reichen, je nach Sorte, von rosa und rot, über gelb und apricot bis weiß.

Ewig lebend, weil immergrün?

„Ewig lebend“ heißt die Pflanze sicher nicht, weil sie auch im Winter „grün“ ist. Denn von immergrün kann beim Sempervivum keine Rede sein. Zum einen gibt es je nach Sorte unterschiedliche Farben. Die Rosetten gibt es in rotbraun, grau-olivgrün, graugrün oder auch in blassen, gelblichen Tönungen. Zudem verfärben sich die Rosetten abhängig von der Sonneneinstrahlung von Monat zu Monat. Vor allem im Frühjahr verfärben sich die Blätter des Sempervivum, meist in rötlichen Tönen. Bei großer Hitze werden die Blätter blass und im Winter erhalten die Blätter eine grüne Tönung. Die äußeren Blätter sterben dann ab und die jungen legen sich schützend um die Rosette.

Lebhaft und fleißig – das Sempervivum

In der Blumensprache steht „ewig lebend“ für Lebhaftigkeit und Fleiß – eine Interpretation, die zu der genügsamen Pflanze gut passt. In den Gebirgszonen der Nordhalbkugel beheimatet, gedeiht die Pflanze in Felsspalten und zehrt von ihren eigenen abgestorbenen Blättern. Trotz karger Böden und starker Sonneinstrahlung gedeiht die Pflanze unermüdlich. Dabei wendet die Pflanze einen Trick an. Da sie so kompakt wächst, reduziert sie ihre Oberfläche, über die sie Wasser verdunsten kann. Und die dicken Blätter dienen als Wasserspeicher.

Pflege

Entsprechend ihrem natürlichen Standort will die Pflanze auch im Garten ähnliche Bedingungen vorfinden. Genügsamkeit ist ihr Lebenselixier: Als Dünger empfehle ich Euch nur eine kleine Menge Hornspäne im Substrat. Doch vorsichtig dosieren! Eine zu große Düngergabe würde die Pflanzen zur Blütenbildung und zu starkem Rosettenwachstum veranlassen. Wird das Sempervivum bei der Dachbegrünung eingesetzt, sollte allerdings nach zwei bis drei Jahren gedüngt werden.

Du solltest dem Substrat etwas Granitsplitt oder Sand zuzufügen, damit es aufgelockert ist und Staunässe vermieden wird. Pflanzschalen sollten immer am Boden ein Loch haben, damit das Wasser abfließen kann. Denn der Hauswurz hasst nasse Füße! Auch solltest Du Deinem Hauswurz einen Platz an der Sonne gönnen. Dort verträgt das Sempervivum längere Durststrecken – die ideale Pflanze für etwas nachlässige oder reiselustige Gartenfreunde!

Standort

Der Dachwurz fühlt an sonnigen Standorten ohne Staunässe wohl. Dies kann im Steingarten, in Mauerritzen, wie zum Beispiel bei Trockenmauern, in dauerhaft bepflanzten Balkonkästen oder auf Dachgärten wohl. Besonders schön sehen sie in Zinkwannen oder flachen Schalen aus. Bei der Pflanzung in Töpfe ist es wichtig, für eine ausreichende Drainage zu sorgen, wie zum Beispiel Gesteinssplitt.

Vermehrung

Bis zu ihrer Blüte hat die Pflanze schon ausreichend Nachwuchs gesorgt, indem sie an fadenartigen Stalonen viele Kindel oder Tochterrosetten hervorgebracht hat. Bei geringster Berührung fallen die Kindel ab und bilden eigene Wurzeln. Diese Kindel kannst Du auch abtrennen und in kleine Töpfe pflanzen. Der Ableger hat die gleichen Eigenschaften wie die Mutterpflanze.

Anzucht

Du kannst Hauswurz-Pflanzen auch selbst ansäen. Da das Sempervivum zu den Kaltkeimern zählt, streust Du die Samen einfach in eine Schale oder in einen Balkonkasten und stellst diesen ab Januar oder Februar ins Freie. Im Frühling keimen dann die Samen. Kurz darauf wird es Zeit zum Pikieren, bevor Du sie dann an ihren Standort im Beet pflanzst. Natürlich kannst Du die Pflänzchen auch im Haus ziehen. Wichtig ist es, Staunässe zu vermeiden. Also am besten ganz vorsichtig mit einer Blumenspritze gießen, als Substrat z.B. mit Sand vermischte Anzuchterde oder Kakteenerde verwenden und nur in Gefäße säen, die ein Abflussloch haben.

Geschichten rund um das Sempervivum - Heilen und Zaubern

Hast Du Angst vor Blitz und Donner? Dann nichts wir rauf mit dem Hauswurz auf die Dächer! Schon die Römer glaubten, dass der Hauswurz vor Blitzeinschlag und Feuer schützt. Sie pflanzten daher die Pflanze, die zu Ehren des mächtigen Jupiters „barba jovis“ Jupiterbart genannt wurde, auf die Hausdächer.

Nach altem Glauben hilft der Saft der Blätter der Hauswurz bei juckender und brennender Haut, z.B. gegen rissige und trockene Haut, bei Verbrennungen und gegen Insektenstiche, aber auch gegen Warzen und Hühneraugen.

Tipp:

Besonders gut gedeiht der Hauswurz in Dach-Gartensubstrat oder Kakteenerde.

Diese Gartenideen wurden verfasst von der Redaktion freudengarten.


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