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Nachtkerzen

Nachtkerzen sind pflegeleichte Pflanzen für den Garten. Ihre gelben Blüten öffnen sich am Abend und verströmen einen intensiven Duft. Wie geben Tipps zum Pflanzen, Pflegen, Vermehren und Ernten.

Die Nachtkerze (Oenothera ) ist die ideale Pflanze für die Nachtschwärmer unter Gartenfreunden. Erst am späten Nachmittag öffnet sie ihre gelben Blüten vollständig und verströmt ihren intensiven, süßen Duft. Klar, dass die Blüten vor allem durch nachtaktive Insekten bestäubt werden. Eine Nachtfalterart trägt sogar ihren Namen nach dieser Pflanze: der Nachtkerzenschwärmer.

Allgemeines

Die Nachtkerze, die auch Stolzer Heinrich, Sommerstern oder Rapontika genannt wird, stammt ursprünglich aus Nordamerika. Anfang des 17. Jahrhunderts wurde sie nach Europa gebracht, wo sie sich bald einen festen Platz in Bauerngärten eroberte. Da Nachtkerzen sehr robust und pflegeleicht sind, konnten die Pflanzen verwildern und wachen heute als eingebürgerte Neophyten nicht nur in Gärten, sondern auch an Bahndämmen, Straßenrändern und im Brachland.

Nachtkerzen sind zweijährige Pflanzen. Im ersten Jahr bilden sie eine Blattrosette. Im zweiten Jahr wachsen die Stiele, an denen sich von Juni bis September die gelben Blüten bilden. Die Blüten erscheinen nacheinander an den langen Stängeln, so dass die Blütezeit ununterbochen bis in den Herbst hineindauert. Der Blütenstängel kann zwischen 80 Zentimetern und zwei Metern hoch werden.

Blüten

Spannend ist das Öffnen der Blüten: Innerhalb weniger Minuten entfalten sich die Blüten in einer fließenden Bewegung. In Mitteleuropa gibt es keine andere Pflanze, die ihre Blüten so schnell öffnet! Wer dieses Schauspiel beobachten möchte, muss aber seine Nachtkerze am späten Nachmittag gut beobachten: Der genaue Zeitpunkt, wann sich die Blüte öffnet, ist von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Sonnenstand abhängig.

Jede einzelne Blüte blüht nur kurz. Meistens ost sie bis zum nächsten Mittag, spätestens bis zum zweiten Morgen verblüht. Dennoch kann man die großen, gelben Blüten den ganzen Sommer beobachten. Viele Blüten sitzen an einem langen Blütenstängel wie an einer langen Ähre. Nacheinander öffnen sich die Blüten von unten nach oben, so dass immer gelbe Farbtupfer zu bewundern sind. Insgesamt ist die Blütezeit der Nachtkerzen von Juni bis September.

Früchte der Nachtkerzen

Die starke Verbreitung der Nachtkerzen verdanken sie unter anderem der Tatsache, dass jede Pflanze eine große Anzahl an Samen produziert. Aus jeder Blüte entwickelt eine längliche, bis zu drei Zentimeter lange Kapsel. In ihr finden bis zu 300 Samen Platz, die, nachdem der Stängel vertrocknet ist, vom Wind weitergetragen werden. Aus den Samen wird das Nachtkerzenöl gewonnen.

Standort, Boden und Pflege der Nachtkerzen

Nachtkerzen benötigen einen warmen, sonnigen Standort und einen mageren, durchlässigen Boden.

Über die Pflege der nachtaktiven Gartenpflanze muss man sich keine großen Gedanken machen, da sie ohne jede Pflege auskommen.

Nachtkerzen als Arzneipflanzen

In den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts entdeckte man, dass die die Samen einen hohen Anteil an Gamma-Linolsäure enthalten. Seither wird aus den reifen Samen der Nachtkerze Öl gewonnen, welches sehr reich an ungesättigten Fettsäuren ist. Anwendungsgebiete sind zum Beispiel entzündete Haut, entzündliche Magen-Darm-Beschwerden, allergische Reaktionen, asthmatische Beschwerden, Stärkung des Immunsystems.

Nachtkerzen in der Küche

Ursprünglich wurde die Nachtkerze als Salatpflanze nach Europa gebracht. Ihre Wurzel wurde früher als Gemüse oder in Fleischbrühe gekocht und hatte, da sie sich beim Kochen rosa färbt, den Beinamen „Schinkenwurzel“ erhalten. Die Wurzeln der Nachtkerze werden wie Schwarzwurzeln zubereitet. Junge Blätter der Pflanze können im Frühjahr geerntet und als Salat oder wie Spinat gekocht verzehrt werden.

Nachtkerzen vermehren

Wegen der Vielzahl der Samen säen sich Nachtkerzen von alleine aus, so dass einmal angepflanzt, es im Garten an den Pflanzen nicht fehlen wird. Wem es zu viele Nachtkerzen werden, der sollte die Blütenstände abschneiden, um die Selbstaussat einzuschränken.

Wer Nachkerzen an bestimmten Plätzen im Garten haben möchte, kann Nachtkeren ab April bis in den Hochsommer aussäen. Die Samen etwa zwei Zentimeter tief in die Erde stecken und die Erde gut feucht halten. Nach drei bis vier Wochen keimen die Samen. Wenn die Pflanzen mehr als vier Blätter entwickelt haben, werden sie pikiert und an ihren Platz im Garten gepflanzt


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