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Fehler beim Vorziehen von Gemüse vermeiden

Endlich kann es ab Februar auf der Fensterbank mit dem Gärtnern losgehen! Doch manchmal endet das gärtnerische Experiment mit Frust, wenn sich die Pflänzchen nicht so entwickeln wie sie sollen.

Hier die häufigsten Probleme und Tipps, wie du sie lösen kannst:

Das Saatgut keimt nicht!

Sehr ärgerlich, wenn das Saatgut gar nicht beginnt zu keimen. Mögliche Ursachen sind:

  • Das Saatgut ist zu alt. Saatgut ist zwar einige Jahre haltbar, aber nur, wenn es kühl und trocken gelagert wurde. Saatgut, das du bei Zimmertemperatur oder zu kalt, zum Beispiel über den Winter im Gartenhaus, gelagert hast, verliert schnell am Keimfähigkeit. Wenn du älteres Saatgut hast, mache einen Test und prüfe die Keimfähigkeit. Am schnellsten geht es, wenn du ein paar Samen auf ein feuchtes Küchenpapier und dieses in ein leeres Schraubglas legst. Deckel zu und ab auf die Fensterbank. Von den Samen müssen mehr als etwa 60 Prozent keimen. Sind es weniger, solltest du dir neue Samen kaufen.
  • Das Saatgut wurde nach der Aussaat trocken. Das ist das sichere Aus für alle Aussaatpläne. Trocknet Samen, der schon einmal zu keimen begonnen hat, aus, ist er tot. Hier hilft nur, auf ein paar Nachzügler zu warten oder nachzusäen. Gegen das Austrocknen hilft das Abdecken mit Folie oder einer Abdeckhaube, unter der sich die Feuchtigkeit hält.
  • Die Keimtemperatur wird nicht erreicht. Oft stehen die Pflanzen auf einer Fensterbank, die eine Kältebrücke ist. Daher ist es zu kalt, damit die Pflanzen keimen können, obwohl die Raumtemperatur richtig ist. Abhilfe schafft hier, zur Isolierung unter die Anzuchtschalen eine Styroporplatte oder eine dicke Lage Zeitungen zu legen. Für ganz begeisterte Zimmergärtner lohnt sich auch die Anschaffung eines Zimmergewächshauses mit Heizmatte.
  • Wenn du selbst geerntetes Saatgut verwendest, kann es sein, dass du unreife Samen oder Samen von Hybrid-Pflanzen geerntet hast.

Die Keimlinge wachsen zu dicht oder nicht gleichmäßig verteilt in der Anzuchtschale

  • Wenn Sämlinge zu eng stehen, hast du sie zu eng gesät. Das ist klar. Allerdings ist es bei sehr feinem Saatgut oft sehr schwer, einen größeren Abstand einzuhalten. Sehr feines Saatgut daher mit Sand vermischen.
  • Es ist wie verhext! Da hast du das Saatgut mühsam in der Anzuchtschale gleichmäßig verteilt, und die Keimlinge wachsen alle dichtgedrängt in einer Ecke. Ursache ist, dass du die Samen nicht mit einer Sprühflasche gegossen hast. Beim Gießen mit der Gießkanne werden sie leicht an den Rand geschwemmt. Ein Trick, um dieses Problem zu vermeiden, ist, die Erde zuerst gut zu gießen, dann glatt zu ziehen und dann erst die Samen zu verteilen. Um die Erde dann feucht zu halten, ist der feine Nebel aus der Sprühflasche ausreichend.

In den Anzuchttöpfen bildet sich Schimmel

Schimmelbildung kann mehrere Ursachen haben.

  • Oft liegt es an der Anzuchterde, die Schimmelsporen in sich trägt. Das passiert häufig, wenn die Erde im Freien gelagert wurde, entweder bei dir oder bereits im Laden. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, kannst du die Erde eine gute halbe Stunde bei 140 Grad in den Backofen legen.
  • Wichtig ist auch, die Abdeckung über den Pflanzschalen täglich für eine halbe Stunde zum Lüften zu entfernen. Wenn sich bereits Schimmel gebildet hat, kannst du, nachdem der Samen gekeimt ist, die Erde abtrocknen lassen oder darüber vorsichtig trockenen Erde streuen.
  • Auf die Schimmelbildung hat auch die Auswahl der Anzuchttöpfe Einfluss. Bei mir hat sich oft Schimmel gebildet, wenn ich Eierkartons verwendet habe.

Die Pflänzchen werden lang und dünn

Lange und dünne Pflänzchen sind leider eines der häufigsten Probleme bei der Vorzucht von Gemüse im Haus. Statt sich zu kräftigen Pflanzen zu entwickeln, vergeilen die Keimlinge. Ursache ist zu wenig Licht. Um so viel Licht wie möglich zu bekommen, strecken sich die Pflänzchen der Lichtquelle entgegen und werden so lang und dünn.

  • Zum Vorziehen von Pflanzen brauchst du daher ein nach Süden gerichtetes Fenster oder ein Dachfenster.
  • Ein guter Tipp ist, die Sämlinge nach dem Keimen kühler zu stellen. An einem hellen, aber kühlen Platz bei etwa 15 Grad wachsen die Pflanzen zwar langsamer, aber kompakter. Auch solltest du nicht zu früh mit dem Vorziehen auf der Fensterbank beginnen. Im Februar sind die Tage einfach noch recht kurz.
  • Das Problem mit dem mangelnden Licht kannst du lösen, wenn du dir eine Pflanzenlampe anzuschaffst, die die Pflanzen mit Kunstlicht versorgt. Mit einer Zeitschaltuhr kannst du die Pflanzen dann ganz nach Bedarf mit Licht versorgen.

TIPP: Wenn deine Pflänzchen aber schon spargelig gewachsen sind, kannst du beim Pikieren noch diesen Trick anwenden. Die Pflanzen einfach viel tiefer in den Pflanztopf setzen.

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Diese Gartenideen wurden verfasst von der Redaktion freudengarten.


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