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Blauglockenbaum

Der Blauglockenbaum hat seinen Namen wegen seiner blauen Blüten erhalten, die an Rispen wachsen. Nicht nur wegen ihrer Größe, sondern auch wegen ihrer Farbe zieht der Paulownia im Frühjahr die Aufmerksamkeit auf sich.

Der Blauglockenbaum (Paulownia tomentosa) erregt vor allem im Frühjahr wegen seiner sagenhaften Blüten die Aufmerksamkeit. Nach chinesischer Sage lässt sich der mystische Vogel Phoenix nur im Blauglockenbaum nieder und segnet den Besitzer des Baumes mit Weisheit, Glück und Gesundheit. Daher gilt der Baum als Glücksbringer. Eine weitere nette Geschichte ist, dass in China zur Geburt eines Mädchens ein Blauglockenbaum gepflanzt wurde. Der schnellwüchsige Baum konnte bereits zur Hochzeit des Mädchens gefällt und aus seinem Holz Möbelstücke für die Aussteuer hergestellt werden.

Allgemeines

Der Blauglockenbaum (Paulownia tomentosa, Syn.: Paulownia imperialis) gehört zur Gattung der Paulownien (Paulownia). Die Heimat des Blauglockenbaums ist China. Neben China ist er auch in Japan sehr verbreitet und hat dort Bedeutung als Forstbaum erlangt. Dies liegt an seiner Schnellwüchsigkeit, seiner Unempfindlichkeit gegenüber Krankheiten und vor allem an der Qualität seines Holzes. Denn das Holz des Paulownia tomentosa ist leicht zu verarbeiten, hart und hat eine geringe Wärmeleitfähigkeit.

Nach Deutschland wurde der Baum Mitte des 19. Jahrhunderts von dem Botaniker und Arzt Philipp Franz von Siebold eingeführt. Er benannte ihn nach Anna Paulowna, der Tochter des russischen Zaren Paul I, die Mitte des 19. Jahrhunderts Gattin von Wilhelm II von Niederlande war. Daher hat der Baum im englisch-sprachigen Raum den Namen „Princess-Tree“ oder „Empress-Tree“ erhalten. Daneben trägt Blauglockenbaum trägt noch weitere Namen. Neben der Bezeichnung „Kiribaum“ ist er auch als Kaiserbaum oder Kaiser-Paulownie bekannt, da er der Lieblingsbaum von Kaiser Franz Joseph war, der ihn als Parkbaum anpflanzen ließ.

Wuchs

Der Blauglockenbaum wächst in der Regel einstämmig. In milden Gegenden erreicht er schnell Höhen von bis zu 15 Metern – in den ersten Jahren kann er bei günstigen Bedingungen pro Jahr bis zu einem Meter wachsen. Die Krone ist locker aufgebaut und nur schwach verzweigt. Die Rinde ist olivgrün, die herzförmigen Blätter können bis zu 50 Zentimeter groß werden und sind samtig behaart. Im Herbst wirft der Baum die Blätter grün ab, ohne dass sie sich verfärben.

Standort und Boden

Aufgrund seiner Größe und Schnellwüchsigkeit braucht Paulownia tomentosa Platz. Der Baum ist daher in Solitärstellung für parkähnliche Gärten und öffentliche Grünanlagen geeignet.

Der Standort sollte windgeschützt und sonnig sein. Da der Baum wärmeliebend ist, sind vor allem Weinbauregionen gut für den Blauglockenbaum geeignet. Der Kiribaum stellt keine großen Ansprüche an den Boden. Vor allem durchlässig sollte der Boden sein. Sandig-humose Böden sind sehr gut geeignet. Bei schweren Lehmböden empfiehlt es sich, ihn mit Kies aufzulockern und durchlässig zu machen.

Pflanzen und Pflegen

Die beste Zeit zum Pflanzen eines Blauglockenbaums ist der Mai und Juni. So bleibt der Pflanze noch genug Zeit zum Einwurzeln vor dem Winter.

Der Blauglockenbaum ist ziemlich pflegeleicht. Der Baum muss nicht geschnitten werden, um eine schöne Wuchsform zu erhalten. Außerdem ist er sehr robust gegenüber Krankheiten und Schädlingen, so dass hier keine aufwändigen Pflegemaßnahmen erforderlich sind. Jungpflanzen sollten im ersten Jahr häufig abends gegossen werden. Eingewachsene Bäume müssen nur bei längerer Trockenheit Wassergaben erhalten, da sie über die großen Blätter viel Wasser verdunsten. In kalten Lagen sollte der Wurzelballen, vor allem bei jüngeren Pflanzen, mit Laub, Mulch oder Vlies vor Frost geschützt werden.

Blüten

Der Blauglockenbaum blüht von Mitte April bis Anfang Juni. Nach der Pflanzung können aber drei bis fünf Jahre vergehen, bis er zum ersten Mal blüht. Die großen hell-violetten Blüten ziehen die Aufmerksamkeit auf sich, nicht nur wegen der Größe, sondern auch, weil die Blütenfarbe Lila ungewöhnlich für einen Baum ist. In der Form erinnern die einzelnen Blüten an einen Fingerhut, wegen ihrer Größe allerdings an einen Fingerhut für Riesen. Die einzelnen Blüten stehen in Rispen von bis zu 40 Zentimeter Höhe zusammen. Erst nach der spektakulären Blüte bilden sich die Blätter. Aus den Blüten entwickeln sich bei älteren Bäumen kapselartige, walnussgroße, verholzte Früchte, die an Glocken erinnern. Diese bleiben den Winter über am Baum hängen bleiben. In den Kapseln sitzen die Samen, die bei Wind leise klappern.

Für Bienen

Die Blüten des Blauglockenbaums bieten nur mäßig Nektar und geringe Pollenmengen.

Vermehrung/Aussaat

Wer einen Blauglockenbaum gerne selber ziehen möchte, kann Samen von einem Baum ernten und diese in den Garten pflanzen. Die Vermehrung gelingt so einfach, dass diese sogar etwas kritisch zu betrachten ist.

Denn der Blauglockenbaum vermehrt sich stark durch Samen, die er im Frühjahr abwirft. In Japan gilt er daher in einigen Regionen angeblich schon als Neophyt. In Deutschland wird die Vermehrung durch das kältere Klima gebremst, die dem Baum nicht so sehr zusagt. Dennoch sollten Keimlinge rechtzeitig entfernt werden, um eine zu starke Ausbreitung zu verhindern.

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Diese Gartenideen wurden verfasst von der Redaktion freudengarten.


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