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Pastinaken anbauen

Pastinaken sehen fast wie Petersilienwurzeln aus. Die zweijährigen Pflanzen bilden lange, dicke Rüben und können ziemlich leicht im Garten angebaut werden. Jetzt lesen, worauf es beim Säen, Pflegen und Ernten ankommt.

Du möchtest dieses leckere und gesundes Gemüse selbst in deinem Garten haben? Hier erfährst du alles Wichtige, was du rund um die Pastinake und deren Anbau wissen musst.

Botanische Information

Die Pastinake (Pastinaca sativa subsp. sativa) ist eine schon sehr lange kultivierte Gemüseart aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Sie ähnelt im Aussehen stark der Petersilienwurzel. Die Rüben sind jedoch etwas länger und dicker als diese. Die winterharte Pflanze bildet im ersten Jahr eine kräftige Rübe aus, welche normalerweise dann geerntet wird. Geschieht dies nicht, entwickelt sich im darauffolgenden Jahr ein bis zu 120 cm hoher Blütenstand mit gelben Einzelblüten. Selten tritt die Blüte bereits im ersten Kulturjahr auf. Diese kann zum Beispiel durch Frost induziert werden.

Standort und Boden

Um eine optimale Wurzel ausbilden zu können, solltest du auf einen durchlässigen Boden achten und diesen vor der Aussaat mit einer Hacke lockern. In zu schweren Böden bildet die Pflanze keine oder nur kurze, verkrüppelte Wurzeln. Da Pastinaken viel Platz nach unten brauchen, benötigst du ein Beet oder Hochbeet. Von einem Anbau im Topf oder Balkonkasten ist abzuraten, da die Pflanzen dann meist keine richtigen Rüben ausbilden. Das Beet sollte sonnig bis halbschattig liegen, damit die Pastinaken genügend Licht bekommen. Vor der Aussaat sollte der Boden mit Kompost verbessert werden, so stellt man den mittelzehrenden Pflanzen genügend Nährstoffe für eine gute Entwicklung zur Verfügung.

Aussäen

Pastinaken werden direkt ins Beet gesät. Zieht man diese vor oder kauft Jungpflanzen, wachsen die Setzlinge nur schlecht an. Deshalb ist eine Direktsaat zu empfehlen. Sie können bereits ab Mitte bis Ende März in milden Lagen ausgesät werden. In kühleren Gegenden solltest du mit der Aussaat bis Anfang April warten. Sie keimen und wachsen relativ langsam, deshalb solltest du unbedingt darauf achten, dass du sie nicht ausversehen beim Jäten weg hackst. Du solltest gut markieren, wo das Wurzelgemüse seinen Platz im Beet hat. Ansonsten kann auch eine Markiersaat helfen. Das bedeutet du säst daneben schneller keimende Pflanzen, wie zum Beispiel Radieschen zur Markierung aus.

Sobald die ersten Blättchen der Pastinaken zu sehen sind, sollten diese vereinzelt werden. Damit sie sich gut entfalten können, sollten immer Abstände von circa 10 cm zwischen den Pflanzen geschaffen werden. Zwischen den Reihen empfiehlt sich ein Abstand von circa 30 cm. Danach fordert das noch junge Gemüse kaum Pflege.

Pflege

Du solltest immer wieder das Beet auf dort ungewünschte Pflanzen kontrollieren und diese entfernen, damit die Pastinaken nicht von ihnen überwachsen und verdrängt werden. Damit sich die Rüben gut ausbilden können, sollte besonders von Juli bis Oktober auf eine ausreichende Wasserversorgung geachtet werden.

Grundsätzlich sind Pastinaken frostunempfindliche Pflanzen. Im sehr jungen Stadium, wenn sich die Blätter gerade entfalten, erweisen sich diese allerdings als etwas empfindlich. Fallen zu diesem Zeitpunkt die Temperaturen in den Minusbereich solltest du diese mit einem Vlies abdecken, um Frostschäden zu vermeiden.

Ernte

Geerntet wird ab dem späten Herbst (circa ab Oktober, je nach Sorte und Standort) bis in den Winter hinein. Du kannst immer ernten solange der Boden nicht gefroren ist. Pastinaken können bis zum Frühjahr im Beet bleiben und nach Gebrauchsbedarf geerntet werden. Zum Schutz vor starken Frösten, kannst du diese mit Reißig oder Vlies abdecken. Um ein Abbrechen der Rüben zu vermeiden, solltest du zum Ernten den Boden außenherum mit einer Grabgabel oder einem Spaten lockern. Dann kannst du diese vorsichtig herausziehen.

Leider fressen Mäuse im Winter gerne die noch im Beet stehenden Pastinaken. Falls die kleinen Nager deinen Garten (stark) besiedeln, solltest du die Rüben besser im Spätherbst ernsten und im Keller sicher vor ihnen geschützt lagern. In einem kühlen feuchten Keller halten sich diese bis zu sechs Monate.

Blüte

Da Pastinaken zweijährig sind, bildet sich der bis zu 120 cm hohe Doldenblütenstand mit gelben Einzelblüten, erst im zweiten Standjahr aus.

Für Bienen

Die Blüten werden gerne von Bienen, Hummeln und Schwebfliegen besucht.

Vermehrung/Aussaat

Pastinaken werden durch Aussaat vermehrt. Das Saatgut dafür kannst du einfach selbst gewinnen, indem du einige Pflanzen nicht erntest. Diese werden stehen gelassen bis zum nächsten Jahr, bilden dann ihre Blüte und später Samen aus. Warte bis diese vollständig reif sind, dann kannst du sie ernten und trocken bis zum nächsten Frühjahr lagern.

Krankheiten und Schädlinge

Da Pastinaken sehr robust sind, gibt es selten Probleme beim Anbau. Teilweise tritt ein Befall der Möhrenfliege auf. Auch ist selten ein Befall mit Mehltau oder pilzlichen Blattflecken, besonders in schattigen Lagen, möglich.

Verwendung in der Küche

Bereits bei den Römern war die Pastinake sehr beliebt. Bis in das 18. Jahrhundert war diese ein essentieller Bestandteil der mitteleuropäischen Küche und zählte zu den wichtigsten Nahrungsmitteln. Durch den Vormarsch der Kartoffel geriet das Wurzelgemüse leider vorübergehend in Vergessenheit. Heute hat sie sich wieder ihren Platz, besonders als Wintergemüse, zurückerobert.

Das leicht süß bis nussig schmeckende Gemüse ist leicht bekömmlich und deshalb auch zur Verwendung als Babynahrung geeignet. Pastinaken können roh zum Beispiel in Salaten, gekocht in Suppen, Soßen und Pürees, aber auch gedünstet, angebraten oder frittiert gegessen werden. Ihre Zubereitung und Verarbeitung ist ähnlich wie die von Karotten. Die Schale wird vor der Verarbeitung mit einem Sparschäler entfernt oder mit einer Gemüsebürste einfach gut abgeschrubbt.

Neben den Rüben kann auch das Grün der Pflanze gegessen werden. Junge Triebe eignen sich als würzige Beigabe für Soßen, Suppen und grüne Smoothies.

Sorten

Hier eine kleine Auswahl von verschiedenen gängigen Pastinaken-Sorten.

'Aromata': wohlschmeckende Sorte mit schlanken Wurzeln, welche besonders gut als Rohkost geeignet ist.

'White King': durch ihre kurze Rübe auch für den Anbau auf schwereren Böden geeignet.

'Turga': lange gelblich-weiße Sorte mit starkem Laub

'White Gem': zeichnet sich durch lange schlanke Rüben aus. Sie neigt kaum zur Schosserbildung.

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Über die Autorin: Sophia Och, B. SC. Gartenbau

Mein Name ist Sophia Och. Ich habe Gartenbau in Freising an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf studiert. Meine freie Zeit verbringe ich am liebsten draußen umgeben von Grün. Neben meinem "beruflichen" Interesse an Pflanzen, bin ich selbst leidenschaftliche Hobbygärtnerin und versuche mich immer wieder gerne an Urban Gardening.


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