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Stauden schneiden

Stauden richtig schneiden und mehr Blüten, buschigere Pflanzen und gesündere Stauden erhalten. Wir geben dir Tipps, wie du Stauden das ganze Jahr über richtig schneidest.

Mit Stauden kannst du traumhaft schöne Blumenbeete gestalten. Auch wenn es nicht erforderlich ist, Stauden während des Sommers zu schneiden, so kannst du doch durch richtiges Kürzen der Pflanzen mehr Blüten erhalten, den Wuchs der Pflanzen beeinflussen und ihre Lebensdauer verlängern. Wir zeigen dir, wie du Stauden richtig schneidest.

Stauden im späten Mai schneiden

Mit einem Schnitt im späten Mai lässt sich die Blühdauer und der Wuchs einiger Stauden beeinflussen. Die Stauden blühen länger und wachsen buschiger. Also, es lohnt sich, etwas Zeit im Mai zu investieren und dafür für mehr Blüten im Sommer zu genießen.

Aber nicht alle Stauden mögen im Mai gekürzt werden. Der Schnitt Ende Mai ist nur geeignet für

  • Schafgarbe (Achillea)
  • Färberkamille (Anthemis tinctoria)
  • Beifuß oder Edelraute (Artemisia)
  • Aster (Aster)
  • Glockenblume (Campanula)
  • Sonnenhut (Echinacea)
  • Wasserdost (Eupatorium)
  • Staudensonnenblume (Helanthus,)
  • Flammenblume (Phlox)
  • Schwarzäugige Susanne (Rudbeckia)
  • Purpurfetthenne (Sedum)
  • Goldruten (Solidago)
  • Ehrenpreis (Veronicastrum)

Hinweise für den Rückschnitt im Mai

Bevor du die Schere ansetzt, noch einmal die wichtigsten Hinweise auf einen Blick:

Wenn du Stauen im Mai zurückschneidest, erhältst du kleinere, aber mehr Blüten

Je später du schneidest, desto später werden die Stauden blühen. Bei einer kurzen Vegetationsperiode solltest du spätestens Ende Mai schneiden und auf keinen Fall später

Verwende scharfe, saubere Scheren. Ein glatter Schnitt bedeutet für die Pflanze weniger Stress und schnellere Heilung.

Wie Stauden im Mai schneiden?

Die oben genannten Stauden solltest du Ende Mai um ein Drittel bis um die Hälfte kürzen. Die Pflanzen wachsen dann buschiger und tragen mehr Blüten. Beachte aber, dass sich der Zeitpunkt der Blüte nach hinten verschiebt. Es ist auch möglich, nicht die ganze Staude zu kürzen, sondern nur die Hälfte oder ein Drittel der Triebe. Am besten probierst du aus, wie die Pflanzen wachsen und was dir am besten gefällt. Beachte, dass der späteste Zeitpunkt, um Stauden vor der Blüte zu kürzen, Mitte Juni ist.

Warum die Stauden um ein Drittel kürzen?

Es gibt drei Gründe, warum du Stauden im Mai kürzen solltest.

  1. Schneiden, um die Größe zu kontrollieren

Etablierte Pflanzen wachsen sehr hoch und beschatten ihre Nachbarn. Dies kannst du mit einem Rückschnitt verhindern. Um buschige Pflanzen zu erhalten, schneide die Stauden, wenn sie ein Drittel ihrer Wuchshöhe erreicht haben, um ein Drittel zurück. Du musst nicht alle Triebe kürzen, sondern dich auch auf einige beschränken. Dieser Schnitt ist geeignet für hochwachsende Sedum-Arten, Beifuß (Artemisia), Katzenmine (Nepeta) und Färberkamille (Anthemis). Bei hohen Stauden, wie Waserdost (Eupatorium), Staudensonnenblume (Helianthus), Sonnenbraut (Helenium) und Ehrenpreis (Veronicastrum) empfiehlt es sich, alle Triebe zu kürzen. Die Pflanzen werden dann weniger hoch, so dass sie nicht so leicht umknicken. Außerdem sieht das Staudenbeet insgesamt harmonischer aus, wenn sich die Höhen der einzelnen Stauden nicht zu stark unterscheiden.

  1. Schneiden, um die Blütezeit nach hinten zu schieben

Dieser Aspekt ist für diejenigen von Euch interessant, die möchten, dass die Stauden zu einem bestimmten Zeitpunkt blühen oder die, die Blühzeiten der Stauden aufeinander abstimmen wollen. Der Rückschnitt Ende Mai um ein Drittel verzögert die Blüte um zwei bis drei Wochen. Geeigent ist dieser Schnitt vor allem für Flammenblume (Phlox), (Coreopsis), Indianernessel (Monarda), Sonnenaugen (Heliopsis), Katzenminze (Nepeta), Astern (Aster) und Sonnenbraut (Hellenium).

  1. Schneiden, um die Blühdauer zu verlängern

Um die Blühdauer zu verlängern, musst du Ende Mai etwa die Hälfte aller Triebe um ein Drittel bis um die Hälfte kürzen. Die gekürzten Triebe bilden neue Seitentriebe, deren Blüten sich zwei bis drei Wochen später öffnen. Beachte aber, dass diese Methode nur dann Erfolg hat, wenn du die verblühten Blüten der stehengelassenen Triebe entfernst. Sonst steckt die Pflanze ihre Kraft in die Bildung von Samen und nicht in die Bildung neuer Blüten. Du kannst eine verlängerte Blütezeit bei den gleichen Stauden erreichen, bei denen du die Blütezeit nach hinten schieben möchtest.

Wann du Stauden noch schneiden solltest

Blütenstängel nach der Blüte zurückschneiden

Einige Stauden blühen noch ein zweites Mal, wenn du die Blütenstiele nach der Blüte bodennah abschneidest. Aber auch wenn die Pflanzen kein zweites Mal blühen, ist der Rückschnitt Kraft sparend für die Stauden. Zudem sieht dein Staudenbeet ohne die verblühten Blütenstände schöner aus. Geeignet für diese Art von Rückschnitt sind Lupinen (Lupinus), Taglilien (Hemerocallis), Rittersporn (Delphinium), Fingerhut (Digitalis), Diptam (Dictamnus), Malven (Malva) und Glockenblumen (Campanula)

Triebspitzen nach der Blüte zurückschneiden

Schneidest du nach der Blüte nicht nur die Blütenstängel, sondern auch die Triebspitzen zurück, so erhältst du buschigere Stauden. Dies ist vor allem für verholzende Stauden empfehlenswert.

Neuen Blattaustrieb fördern

Die Blätter vieler Stauden haben im Hochsommer häufig ihre Schönheit verloren. Schneide alle Blätter bodennah ab, und die Pflanzen werden bald neue Blätter – und manchmal auch Blüten – treiben. Versorge die Pflanzen nach dem Rückschnitt mit Flüssigdünger, damit sie sich schneller erholen. Dieser Rückschnitt ist empfehlenswert für Schafgarbe (Achillea), Taubnesseln (Lamium), Mädchenauge (Coreopsis), (Pulmonaria), Katzenminze (Nepeta) und Storchschnäbel (Geranium)

Samenstände entfernen

Bei langlebigen Stauden solltest du die Samenstände entfernen, da dies die Pflanze sehr schwächt. So kannst du deren Lebensdauer verlängern. Bei Stauden mit einer kurzen Lebensdauer hingegen ist die Selbstaussaat erwünscht, da sich so Lücken im Staudenbeet immer wieder selbst schließen.

Schnitt im Juli bis Frühherbst

Schneide empfindlichere Pflanzen Ende Juli auf 30 bis 40 Zentimeter zurück. Die Pflanzen bilden neue Blätter und haben eine größere Chance, den Winter zu überstehen. Geeignet für diesen Schnitt sind zum Beispiel Prachtkerze (Gaura) und die Kokardenblume (Galliarda).

Schneiden, um Pilzbefall vorzubeugen

Die meisten Stauden werden nicht im Herbst, sondern erst im Frühjahr zurückgeschnitten. Denn das Laub und die Stängel bieten den Pflanzen Winterschutz und Insekten die Möglichkeit, geschützt zu überwintern. Ausnahmen bestätigen jedoch die Regel. Staudenpfingstrosen sollten immer im Herbst bodennah abgeschnitten werden, damit im Boden keine Pilze überwintern können. Auch andere von Pilz befallene Stauden sollten im Herbst abgeschnitten und die Stängel im Hausmüll entsorgt werden. Anfällig für Pilzbefall sind zum Beispiel Flammenblume (Phlox), Astern, Rittersporn (Delphinium) und Steppen-Salbei (Salvia nemorosa).

Schnitt im Herbst

Der Herbst ist die Zeit, um im Garten aufzuräumen. Doch übertreibe es nicht und lasse viele deiner Stauden stehen. Immergrüne Stauden, wie Bergenien (Bergenia), Storchschnabel (, Schleifenblume (Iberis) oder die Golderdbeere (Waldsteinia) sollten auf jeden Fall stehen bleiben, um dem Garten im Winter noch etwas Struktur zu verleihen. Andere, wie zum Beispiel Schafgarbe (Achillea), Purpursonnenhut (Echinacea), Brandkraut (Phlomis), Lampionblume (Physalis) oder Sonnenhut (Rudbeckia) haben attraktive Samenstände, die den Garten im Winter zieren. Aber auch die Blätter und Stängel anderer Stauden haben im Winter eine wichtige Funktion: Sie dienen Insekten als Unterschlupf und den Pflanzen als Winterschutz.

Schnitt im Frühjahr

Der Pflegerückschnitt erfolgt bei diesen Stauden erst im darauffolgenden Frühjahr in der Regel unmittelbar auf den Boden. Die Pflanzen sind „Gerüstbildner“ während des Winters, dazu gehören besonders die Gräser. Die Winterhärte ist besser und Samenstände bieten im Winter Nahrung für zahlreiche Vogelarten.

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Diese Gartenideen wurden verfasst von der Redaktion freudengarten.


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